Neuer Xbox Ally X20: Wer braucht denn eine tragbare Spielekonsole für 1.400 Euro?
Valve hat mit dem Steam Deck (g+) eindrucksvoll bewiesen, dass ein Handheld auch ohne Nintendo-Logo und mit einem eigentlich für Desktop-PCs konzipierten OS wie Linux funktionieren kann. Das Konzept geht unter anderem auch deshalb auf, weil sich das Gerät auf das Wesentliche konzentriert und dadurch einen relativ guten Preis halten konnte.
Das Steam Deck hat genügend RAM, CPU- und Grafikleistung für die meisten aktuellen Spiele und eine flüssige Darstellung bei 30 fps. Mehr als das gibt es aber auch nicht. Selbst beim Display wurden Einsparungen gemacht. 1.280 x 800 statt 1.920 x 1.080 Pixel reichen für ein so kleines Panel aus, zumal die APU bei höheren Auflösungen erstens keine zufriedenstellende Leistung mehr abliefert und zweitens durch mehr Pixel und mehr Leistung auch weniger Akkulaufzeit erwartet werden kann.
Hauptsache 24 GByte RAM
Und dann ist da ein Unternehmen wie Asus mit dem neuen ROG Xbox Ally X20(öffnet im neuen Fenster). Der kommt mit neuerer Ryzen-Z2 Extreme-APU und darf auch auf das Full-HD-OLED-Display mit 120 Hz nicht verzichten. Dies allein treibt den erwarteten Kaufpreis bereits nach oben. 1.400 Euro dürfen Kunden dafür ausgeben.
Natürlich darf aber nicht nur die eine Zahl auf dem Papier höher sein. Auch bei RAM und SSD packt Asus einen drauf und verbaut gleich 24 GByte LPDDR5-Arbeitsspeicher und eine 1 TByte große SSD. Dies in Zeiten des RAM-Wuchers und der zeitgleich teuren SSDs zu verbauen, ist fast schon fahrlässig. Offenbar hat Asus nicht mitbekommen, dass RAM mittlerweile den fünffachen Kaufpreis erreicht hat.
Da wundert es nicht, wenn Asus für das Gesamtpaket 1.400 Euro verlangt. Dafür bekommen wir eine Playstation 5 und eine Nintendo Switch (wahlweise ein Steam Deck) zusammen und haben am Ende sogar Geld für GTA 6 in der 100-Euro-Edition übrig. Wer sich dann trotzdem für den Asus ROG Ally X20 entscheidet, braucht offenbar mehr als nur eine Spielekonsole oder muss nicht auf den Preis schauen.
Asus hat bereits bessere Geräte im Angebot
Wir würden uns aber gerade von großen Marken wie Lenovo und Asus wünschen, weniger auf die Datenblätter und nach dem Vorbild von Valve mehr auf den eigentlichen Nutzen zu schauen. Ein mobiles Handheld muss nicht KI-Modelle berechnen oder Cyberpunk 2077 in 200 fps und sehr hohen Details darstellen können. Wir müssen darauf auch nicht 20 Chrome-Tabs parallel laufen lassen dürfen. Auf einem so kleinen Screen ergibt dies sowieso wenig Sinn.
Nicht einmal Full HD muss unserer Meinung nach eine Voraussetzung sein, wie das Steam Deck (Test) zeigt. Der Use-Case ist für uns: Games unterwegs, im Flieger, im Zug oder sogar auf der Toilette spielen und dabei trotzdem noch die Miete zahlen können.
Ein solches Gerät hat Asus auch im Angebot. Den ersten ROG Xbox Ally mit Z2-A-Chip(öffnet im neuen Fenster) gibt es für 600 Euro. Das ist für uns das weitaus bessere Gerät, weil es sich auf das Wesentliche konzentriert: Spiele bei 30 fps spielen, eine passende Ergonomie und ein Preis, der unter und nicht über richtigen Spielekonsolen oder Gaming-PCs liegt.
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