Neuer Weltrekord: DDoS-Attacke erreicht erstmals über 20 Terabit pro Sekunde
Nur wenige Wochen nach dem letzten DDoS-Rekordangriff hat Cloudflare erneut eine Attacke abgewehrt, bei der die Angreifer die Datenrate nochmals beinahe verdoppelt haben. Die Rede ist von einer Datenflut von bis zu 22,2 Terabit pro Sekunde (Tbps) sowie 10,6 Milliarden Paketen pro Sekunde (Bpps). Der vorherige DDoS-Rekord, den Cloudflare Anfang September bestätigt hatte, kam auf 11,5 Tbps respektive 5,1 Bpps.
Wie Cloudflare in einem X-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) schildert, wurde der jüngste Angriff abermals automatisch von den Systemen des Konzerns abgewehrt. Er dauerte den Angaben zufolge lediglich rund 40 Sekunden. Eine derart kurze Dauer ist allerdings nicht ungewöhnlich. Auch die vorherigen beiden DDoS-Rekordangriffe dauerten nur etwa 35 respektive 45 Sekunden an.
In der Regel sind derart große Datenfluten nur schwer abzuwehren. Die Angreifer schicken dabei extreme Datenmengen über das Internet an ein bestimmtes Zielsystem, um dieses zu überlasten. Quelle der unzähligen Datenpakete sind zumeist Botnetze, die aus Tausenden oder gar Millionen von Geräten bestehen, die durch Infiltration mit einer Malware unter der Kontrolle der Angreifer stehen.
Infiltrierte Router und Cloudsysteme
Wie groß solche Botnetze werden können, zeigte erst kürzlich eine Untersuchung der Sicherheitsforscher von Qrator Labs . Diese beobachteten im Laufe der letzten Monate mehrere DDoS-Attacken von einem Botnetz, das sich zuletzt aus bis zu 5,76 Millionen Geräten zusammengesetzt haben soll. Rund ein Viertel davon wurde in Brasilien verortet.
Wie viele Geräte bei dem jüngst von Cloudflare abgewehrten DDoS-Rekordangriff involviert waren, ist noch unklar. Der vorherige Rekord mit 11,5 Tbps kam laut Untersuchungen der chinesischen Cybersicherheitsfirma Qi'anxin(öffnet im neuen Fenster) von einem Botnetz, das nach aktuellen Erkenntnissen aus rund 300.000 Systemen besteht.
Dabei soll es sich vor allem um Router des Herstellers Totolink handeln, die durch ein manipuliertes Firmwareupdate infiltriert wurden. Letzteres soll über einen kompromittierten Updateserver des Herstellers verbreitetet worden sein. Wie Cloudflare zuvor bestätigt hatte, waren jedoch an dem damaligen Rekordangriff auch leistungsstarke Cloudsysteme beteiligt – unter anderem solche von Google.
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