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Neuer Schufa-Score: Was sich jetzt für Millionen Verbraucher ändert

Die Schufa reformiert ihren Score. Künftig sollen nur noch zwölf Kriterien über die Bonität entscheiden – doch manche Gruppen bleiben im Nachteil.
/ Ulrike Barth
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Auch nach der Reform können negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Informationen basieren. (Bild: Schufa)
Auch nach der Reform können negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Informationen basieren. Bild: Schufa
Inhalt
  1. Neuer Schufa-Score: Was sich jetzt für Millionen Verbraucher ändert
  2. Was den Score beeinflusst und wie Verbraucher an ihren Score kommen
  3. Was die Schufa von der Neuerung hat und welche Rechte Verbraucher haben

Dieser Golem-Plus-Text ist 24 Stunden lang frei verfügbar.

Ob Wohnungssuche, neuer Handyvertrag oder Ratenkredit – oft entscheidet ein einziger Zahlenwert darüber, wer einen Vertrag bekommt und wer nicht: der Schufa-Score. Die Bonitätsprüfung kommt zum Einsatz, wenn Unternehmen die Zahlungsmoral neuer Kunden überprüfen.

In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Kritik am Schufa-Score. Verbraucher beschwerten sich über schlechte Bewertungen, die sie sich nicht erklären konnten oder die auf falschen Daten beruhten. Denn wie der Wert zustande kommt, und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis der Auskunfteien.

Auch Konkurrenten wie CRIF Bürgel oder Creditreform bieten solche Bonitätsprüfungen an, doch die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz Schufa – ist die größte Auskunftei in Deutschland. Nach eigenen Angaben hat sie Daten von 68 Millionen Menschen.

Was die Schufa jetzt ändert

Die Schufa will ihren Score nun transparenter machen – allerdings nicht ganz freiwillig. Zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus den Jahren 2023 und 2025 setzten sie unter Druck. Auskunfteien dürfen sich demnach nicht länger hinter dem Verweis auf ihr Geschäftsgeheimnis verstecken.

Bislang nutzt sie rund 250 Einzelmerkmale, um die Bonität eines Menschen zu beurteilen. Künftig soll ein neuer Score mit nur noch zwölf Kriterien der zentrale Wert sein, mit dem die Bonität von Verbraucherinnen und Verbrauchern bewertet wird. Auch Laien ohne Fachkenntnisse sollten diesen leicht nachvollziehen können, verspricht die Schufa.

Die zwölf Bewertungskriterien umfassen unter anderem Zahlungsstörungen in der Vergangenheit, die Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten, den letzten Umzug sowie Bonitätsanfragen von Banken, Onlinehändlern oder Telekommunikationsanbietern. Diese Daten werden alle drei Monate aktualisiert.

Für jedes Kriterium werden Punkte vergeben, unter dem Strich ergibt sich daraus ein Gesamtwert zwischen 100 und 999 Punkten. Je höher die Punktzahl, desto besser die Bonitätseinschätzung.

Der neue Score ersetzt den bisherigen Basisscore sowie sechs Branchen-Scores, die bislang etwa für Banken, Händler oder Mobilfunkanbieter berechnet wurden. Die genaue Gewichtung der Einzelkriterien legt die Schufa allerdings weiterhin nicht offen.


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