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Was den Score beeinflusst und wie Verbraucher an ihren Score kommen

Seit dem 17. März 2026 kann jeder den neuen Schufa-Score über einen kostenfreien Schufa-Account einsehen. Dazu müssen Nutzer sich allerdings registrieren und ein digitales Identifizierungsverfahren durchlaufen, wie es etwa auch zur Eröffnung eines Bankkontos nötig ist. Das funktioniert mit einem elektronischen Personalausweis, einer anderen eID-Karte oder per Brief. Interessierte können sich auf einer Warteliste eintragen(öffnet im neuen Fenster) .

Zunächst ist der Account nur online verfügbar, später soll eine App folgen. In einer Simulation können Nutzer hier auch ausprobieren, wie sich Veränderungen bei einem Merkmal auf ihren persönlichen Score auswirken, etwa wenn ein Ratenkredit abgeschlossen oder eine Kreditkarte gekündigt wird.

Bisher konnten Verbraucher sich ihre Daten einmal im Jahr kostenlos per Post zusenden lassen oder über die App der Schufa-Tochter Bonify einsehen. Allerdings gab es bei Bonify jüngst einen Datenschutzvorfall, als Unbefugte sich im Herbst 2025 offenbar Zugriff auf Identifikationsdaten verschafften .

Was den Score beeinflusst

Klar ist: Wer seine Rechnung oder die Miete nicht bezahlt, muss mit einem negativen Schufa-Score rechnen. Doch auch der neue Score ist trotz der Transparenz nicht unbedingt gerecht. Denn weiterhin fließen Faktoren ein, die Verbraucher nicht selbst in der Hand haben.

So werden laut Christine Steffen von der Verbraucherzentrale NRW bestimmte Gruppen weiterhin benachteiligt. "Gerade jüngere Verbraucherinnen haben gar nicht die Chance auf einen guten Wert, weil sie sich noch nicht im Wirtschaftsleben beweisen konnten, und sie ausbildungs- oder berufsbedingt häufiger umziehen," sagt die Rechtsexpertin.

Denn auch beim neuen Schufa-Score wirken sich vor allem langfristige und ungestörte Kundenbeziehungen positiv aus. So zählt etwa das Alter des ältesten Bankvertrags oder der ältesten Kreditkarte auf den Wert ein.

Auch Menschen, die häufiger Konditionen vergleichen und Anbieter wechseln, handeln sich laut Steffen mitunter Punktabzüge ein. Denn dann finden im Hintergrund Bonitätsanfragen statt. Ähnliches gilt für Menschen, die häufig auf Rechnung oder über Buy now pay later einkaufen und die viele Girokonten oder Kreditkarten besitzen.

Zu Kreditkarten zählen allerdings nur Karten mit Kreditrahmen. Nicht dazu zählen Debitkarten, bei denen jeder Einkauf oder jede Barabhebung sofort von dem Konto abgebucht wird; genauso wie Prepaid-Karten, die mit einem Guthaben aufgeladen werden. Bedeutet also: Man wird herabgestuft wenn man mehr als zwei "echte" Kreditkarten und Konten nutzt.

Grund dafür ist das statistische Risikomodell der Schufa, das bestimmte Muster in den Verhaltensweisen mit Zahlungsausfällen in Verbindung bringt. Zwar werden mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen im neuen Score nur einmal gezählt. Doch viele neue Anfragen und Abschlüsse über zwölf Monate hinweg gelten trotzdem weiter als Risikosignal und kosten Punkte. Dabei werden übrigens Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten gemeinsam gezählt und bewertet.

Aber auch zu wenig Aktivität kann sich negativ auswirken: Wer etwa einen Immobilienkredit regelmäßig zurückzahlt, wird auch im neuen Score besser bewertet als jemand, der gar kein Immobiliendarlehen braucht. Wer keine Kreditkarte besitzt, kommt im Schufa-Score ebenfalls eher schlechter weg als jemand, der seit Jahren eine Kreditkarte ohne Zahlungsprobleme nutzt – und über den die Schufa Daten sammeln konnte.

Zu viel ist allerdings auch wieder nicht gut: In der Regel haben ein bis zwei Kreditkarten einen positiven Einfluss auf den Score. Wer mehr als zwei Karten nutzt, muss jedoch mit einem niedrigeren Score rechnen, weil dann rein statistisch mehr Zahlungsausfälle wahrscheinlicher werden.


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