Neuer Rekord: Microsoft bringt die "Mutter aller Patchday-Releases"
Schon im Juni hatte Microsoft mit einer Anzahl von 206 überdurchschnittlich viele Sicherheitslücken gepatcht. Nur einen Monat später verdreifacht der Konzern diese Zahl nochmals und stellt damit einen neuen Rekord auf. Zum Juli-Patchday hat Microsoft über all seine Produkte hinweg 622 Lücken geschlossen. Zwei davon werden schon aktiv ausgenutzt, für eine weitere gibt es einen öffentlichen Exploit.
Wer einen Blick in die Release Notes für den Juli-Patchday(öffnet im neuen Fenster) wirft, findet dort nicht mehr wie gewohnt eine Auflistung aller in diesem Monat gepatchten Sicherheitslücken vor. Stattdessen bietet Microsoft eine Übersicht darüber, wie sich die Lücken auf die jeweiligen Produkte verteilen.
Spitzenreiter ist dabei das Betriebssystem Windows mit 416 Lücken. Danach folgen Office 2016 und Office (ohne 2016) mit jeweils 82, Microsoft Edge mit 46, Entwicklertools mit 27, Sharepoint Server mit 17 und Azure mit 11 Lücken. Zudem hat Microsoft 428 Patches aus dem Chromium-Projekt übernommen, so dass der Juli-Patchday auf insgesamt 1.050 gepatchte Schwachstellen kommt.
2026 schon jetzt Rekordjahr
Dustin Childs von der Zero Day Initiative spricht in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) aufgrund des sprunghaften Anstiegs beim Juli-Patchday auch von der "Mutter aller Releases". "Das als rekordverdächtig zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung", so der Sicherheitsexperte. Seinen Untersuchungen zufolge hat Microsoft im Jahr 2026 bisher schon mehr Lücken gepatcht (1.380) als jemals zuvor in einem gesamten Kalenderjahr.
Ursache dafür dürfte vor allem das KI-System Mdash sein, das Microsoft im Mai vorstellte und welches der Konzern nach eigenen Angaben bereits einsetzt, um Sicherheitslücken in seinen Produkten aufzuspüren. Damit folgt Microsoft dem allgemeinen Trend. Auch andere Unternehmen setzen bei der Schwachstellenforschung zunehmend auf in diesem Bereich immer kompetenter werdende KI-Modelle.
Patchen lohnt sich
Childs hebt in seinem Beitrag einige besonders gefährliche Sicherheitslücken hervor, die zum Juli-Patchday geschlossen wurden. Dazu zählen die aktiv ausgenutzten Lücken CVE-2026-56155(öffnet im neuen Fenster) und CVE-2026-56164(öffnet im neuen Fenster), die jeweils eine Rechteausweitung über die Active Directory Federation Services respektive Sharepoint Server ermöglichen, sowie die Bitlocker-Schwachstelle CVE-2026-50661(öffnet im neuen Fenster) mit öffentlich verfügbarem Exploit.
Hinzu kommen mehrere kritische Lücken unter anderem in Microsoft Sharepoint (CVE-2026-50522(öffnet im neuen Fenster) und CVE-2026-58644(öffnet im neuen Fenster)), der RDP-Komponente (CVE-2026-56190(öffnet im neuen Fenster)) und dem DHCP-Server (CVE-2026-50518(öffnet im neuen Fenster)) von Windows sowie in Exchange Server (CVE-2026-55008(öffnet im neuen Fenster)). Es lohnt sich also, die von Microsoft veröffentlichten Juli-Updates zügig zu installieren und damit alle Produkte des Konzerns auf den neuesten Stand zu bringen.
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