Einstiegsversion EQS 400 kommt noch 825 km weit
Deren Akkukapazität beträgt 112 kWh, was für 825 km nach WLTP reichen soll. Die Motorleistung von 270 kW beschleunigt die Limousine in 6,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Der kleinere Akku lädt noch mit bis zu 330 kW. Bei 400-Volt-Ladesäulen sind bei den größeren Akkus bis zu 175 kW möglich. Serienmäßig lädt der EQS mit 11 kW mit Wechselstrom, gegen Aufpreis sind 22 kW möglich. Bidirektionales Laden soll nach dem Marktstart zu einem späteren Zeitpunkt über Softwareupdate aus der Ferne verfügbar sein.
Im Innenraum verfügt der EQS weiterhin serienmäßig über den sogenannten Hyperscreen mit einer gesamten Breite von 1,41 m. An den Vordersitzen befinden sich Gurtheizungen, die den Gurt auf 44 Grad Celsius aufwärmen. Das soll im Winter den Verzicht auf eine dicke Jacke erleichtern, was wiederum bei Unfällen einen besseren Schutz bietet, weil der Gurt enger am Körper anliegt.
Größere Displays im Fond
Für viele potenzielle Käufer dürfte jedoch die Ausstattung des Fond wichtiger sein. Dort gibt es nun zwei Displays mit 13 Zoll Bilddiagonale und zwei herausnehmbare Fernsteuerungen im Handyformat. Die integrierten HD-Kameras ermöglichen die Nutzung der Bildschirme für Videokonferenzen. Im Hyperscreen befindet sich ebenfalls eine solche Kamera für entsprechende Programme.
Die Chauffeurfunktion soll wie gehabt eine besonders komfortable Position auf dem rechten Rücksitz schaffen. Dabei wird unter anderem der Beifahrersitz nach vorn gefahren und die Sitzlehne nach vorn geneigt. Im Gegensatz zur Oberklasse-Konkurrenz wie dem BMW i7 verfügt der EQS nicht über einen großen Bildschirm für die Fondpassagiere, der hoch- und heruntergefahren werden kann.
Der EQS hat bis zu 27 Sensoren: maximal zehn Kameras, fünf Radare und zwölf Ultraschallsensoren. Serienmäßig verfügt die Limousine nur über einen Abstandsregeltempomaten (Distronic). Gegen Aufpreis ist mit dem MB.Drive Assist zusätzlich ein Lenk- und ein Spurwechselassistent bestellbar.
Zur Einführung des Systems MB.Drive Assist Pro, das ein überwachtes autonomes Fahren ermöglicht, macht Mercedes weiterhin keine Angaben. Die dafür erforderlichen zusätzlichen Kameras befinden sich in den Außenspiegeln. Wie bereits bekannt, verzichtet Mercedes vorläufig auf das Level-3-System Drive Pilot beim EQS und in der S-Klasse.
Einstiegsversion 12.000 Euro günstiger
Der Basispreis des EQS 400 beträgt 94.403 Euro. Das sind rund 12.000 Euro weniger, als das aktuelle Einstiegsmodell, der EQS 450+, derzeit kostet. Dabei kommt der neue EQS 400 trotz des etwas kleineren Akkus sogar einige Kilometer weiter als der bisherige EQS 450+.
Solche indirekten Preissenkungen, verbesserte Ausstattungen und hohe Rabatte(öffnet im neuen Fenster) haben in der Vergangenheit zu einem schnell sinkenden Wiederverkaufswert geführt, was wiederum potenzielle Käufer abgeschreckt haben dürfte.
Von Zürich nach Hamburg ohne Ladestopp?
Der neue EQS 450+ startet laut Mercedes bei 108.635 Euro. Es folgen der EQS 500 4Matic mit 123.284 Euro und der EQS 580 4Matic mit 134.732 Euro. Aktuell kostet der EQS 580 4Matic laut Konfigurator(öffnet im neuen Fenster) mindestens 141.705 Euro.
Insgesamt erfährt der EQS mit dem Facelift eine deutliche technische Aufwertung. Mit einer Reichweite bis zu 926 km sollen sogar Strecken von München nach Paris oder von Zürich nach Hamburg ohne Ladestopp zurückgelegt werden können. Allerdings räumt Mercedes ein, dass dies nur "rechnerisch" möglich ist.
| EQS 400 | EQS 450+ | EQS 500 4Matic | EQS 580 4Matic | |
|---|---|---|---|---|
| Leistung (kW) | 270 | 300 | 350 | 430 |
| Batteriekapazität (kWh) | 112 | 122 | 122 | 122 |
| DC-Ladeleistung max. (kW) | 330 | 350 | 350 | 350 |
| Reichweite nach 10 Minuten (km) | 305 | 320 | 305 | 305 |
| Beschleunigung 0-100 km/h (s) | 6,2 | 5,9 | 4,5 | 4,1 |
| Höchstgeschwindigkeit /km/h) | 210 | 210 | 210 | 210 |
| WLTP-Reichweite max. (km) | 815 | 925 | 875 | 875 |
| Preis (Euro) | 94.403 | 108.635 | 123.284 | 134.732 |
Im ADAC-Test(öffnet im neuen Fenster) schaffte der bisherige EQS schon bis zu 660 km. Mit dem neuen Antrieb und den größeren Akkus könnten es daher durchaus realistische 750 km werden. Selbst im Winter kam der EQS laut ADAC auf 500 km.
Ob damit die Verkaufszahlen signifikant steigen, ist trotz der Verbesserung und dem neuen Steer-by-Wire nicht ausgemacht. Denn der EQS ist weder von außen noch innen mit der S-Klasse identisch. Die Ausreden, um in der Chefetage nicht auf E-Mobilität umzusteigen, werden trotz vorübergehendem Tankrabatt jedoch immer schwächer. Das gilt auch für Politiker, die ihr Elektroauto wieder gegen einen Diesel tauschen wollen(öffnet im neuen Fenster).
Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Portugal hat Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.
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