Neuer Konzernchef: Blume gibt angeblich Softwareziele bei VW auf

Der VW-Konzern will offenbar weniger Software selbst entwickeln als bislang geplant. An den Plänen für Elektroautos will VW-Chef Blume aber festhalten.

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Porsche-Chef Oliver Blume führt seit dem 1. September 2022 auch VW.
Porsche-Chef Oliver Blume führt seit dem 1. September 2022 auch VW. (Bild: Andreas Gebert/Reuters)

Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume verabschiedet sich angeblich von den ambitionierten Softwareplänen des Wolfsburger Autokonzerns. Das Unternehmen werde das von Blumes Vorgänger Herbert Diess gesteckte Ziel verfehlen, 60 Prozent des Codes für das eigene Betriebssystem VW.OS selbst zu entwickeln, berichtete das Handelsblatt (Paywall) unter Berufung auf Branchenkreise.

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Der Autohersteller wolle in diesem Zusammenhang mit dem Zulieferer Continental kooperieren, hieß es weiter. Conti werde die sogenannte Middleware für das Betriebssystem entwickeln. Diese ermögliche Datenaustausch zwischen Soft- und Hardware eines Autos. Weder Continental noch Cariad hätten dazu Stellung nehmen wollen. Blume trat am 1. September 2022 die Nachfolge von Diess an, bleibt aber weiterhin Chef der VW-Tochter Porsche.

VW will in den kommenden Jahren nicht nur ein eigenes Betriebssystem entwickeln. Die Software-Tochter Cariad soll zusammen mit dem Autozulieferer Bosch das autonome Fahren nach der Automatisierungsstufe 3 zur Serienreife bringen. Auch Entwicklungsziele nach Level 4 werden geprüft. Dazu ging VW Anfang Mai 2022 eine Kooperation mit dem US-Hersteller Qualcomm ein.

Dem Handelsblatt zufolge macht die neue Kooperation mit Conti deutlich, dass VW seine Fähigkeiten bei der Softwareentwicklung offenbar überschätzt hat. Der Posten von Cariad-Chef Dirk Hilgenberg stehe deshalb "wohl auf der Kippe". Entwickler bei Volkswagen hätten bereits von Anfang an gewusst, dass die 60 Prozent nicht zu erreichen seien und dies in kleinen Runden auch mitgeteilt. "Unter Blume werden die Ziele endlich etwas realistischer", zitiert das Blatt einen Manager. Der Eigenanteil von VW an der Softwareentwicklung habe zuvor nur bei rund zehn Prozent gelegen.

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Die Kooperation mit Continental habe jedoch auch Nachteile. Die entwickelte Middleware müsse beispielsweise auch mit der Software des automatisierten Fahrens kommunizieren können. Daher sei der Abstimmungsbedarf in einer solchen Partnerschaft groß.

Nachtrag vom 1. September 2022, 11:40 Uhr

Mit Blick auf das Thema Elektromobilität will Blume jedoch die Pläne seines Vorgängers weiterführen. Am grundlegenden Kurs in Richtung Elektroautos werde nicht gerüttelt, sagte er nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 1.September 2022 vor 500 Managern auf der Global Top Management Conference (GTMC) von VW in Lissabon. "Wir werden das bisherige Tempo beibehalten und, wo möglich, erhöhen", zitiert das Blatt den VW-Chef. Der elektrischen Antriebstechnik gehöre die Zukunft. "Ich bin ein Fan der E-Mobilität und stehe zu diesem Weg auch durch meine Arbeit bei Porsche", sagte Blume laut FAZ.

Nachtrag vom 1. September 2022, 17:17 Uhr

Eine Cariad-Sprecherin teilte auf Anfrage von Golem.de mit: "Cariad arbeitet für VW.OS wie gehabt mit unterschiedlichen Entwicklungsdienstleistern zusammen. Zeitgleich baut Cariad kontinuierlich Entwicklungskompetenz im Unternehmen auf und verfolgt das Ziel, mittelfristig die Kerneigenleistung in strategisch wichtigen Softwarebereichen wie zum Beispiel VW.OS entlang des Entwicklungs- und Lifecycle-Prozesses weiter auszubauen."

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mussichmalloswe... 04. Sep 2022 / Themenstart

VW sollte meiner Meinung nach das Thema Software einfach aufgeben. Da funktioniert so...

Ein Spieler 03. Sep 2022 / Themenstart

Warum sollte man auch in einem deutschen Unternehmen grundsätzlich englisch sprechen...

dasbinich 03. Sep 2022 / Themenstart

Sehe ich auch so, pack in nen Dacia ein Benz Infotainment rein, es bleibt trotzdem ein...

dasbinich 03. Sep 2022 / Themenstart

Handys werden auch in Dubai verkauft und auch dort mal im Auto vergessen. Man muss die...

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