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Neuer Fire TV Cube im Test: Amazons Top-Streaminggerät fehlt der letzte Schliff

Der neue Fire TV Cube ist eindeutig ein gutes Streaminggerät. Restlos zufrieden sind wir aber nicht, weil neue Funktionen zum Teil unpraktisch realisiert wurden.
/ Ingo Pakalski
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Der neue Fire TV Cube im Test (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der neue Fire TV Cube im Test Bild: Martin Wolf/Golem.de

Der aktuelle Fire TV Cube liefert den größten Funktionsumfang aller bisherigen Fire-TV-Geräte von Amazon. Außerdem ist es das leistungsfähigste Modell aus der Fire-TV-Produktpalette. Zu den Hardware-Besonderheiten gehören ein HDMI-Eingang, ein USB-Anschluss, eine Ethernet-Buchse sowie Unterstützung für Wi-Fi 6E. Wir haben den neuen Fire TV Cube getestet und ihn vor allem mit dem Vorgängermodell verglichen.

Betrachten wir zunächst die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Modellen. Der neue Fire TV Cube wird bei Amazon als dritte Generation gezählt. In Deutschland kam die erste Generation des Fire TV Cube nie auf den Markt, es ging direkt mit der zweiten Generation (g+) los. Anders als bei den Fire-TV-Stick-Modellen sollte der Fire TV Cube nicht hinter dem Fernseher aufgestellt werden.

Denn das Cube-Gehäuse hat einen Infrarotsender, um eine möglichst komfortable Steuerung weiterer Geräte zu erlauben. Es lassen sich beliebige Fernseher, Soundbars oder Heimkinoanlagen über das Fire-TV-Gerät steuern, ohne dass mühsam Infrarotcodes angelernt werden müssen. Diese Steuerung gibt es zwar auch bei den meisten aktuellen Fire-TV-Modellen, allerdings muss hier bei Geräten mit Infrarotsteuerung darauf geachtet werden, dass die Fernbedienung so gehalten wird, dass ein Sichtkontakt zum zu steuernden Gerät vorhanden ist.

Fire TV Cube mit toller Gerätesteuerung

Dieses Problem umgeht der Fire TV Cube, indem die Infrarottechnik im Cube-Gehäuse verwendet wird. Sie strahlt in das gesamte Zimmer und daher müssen wir überhaupt nicht darauf achten, wie wir die Fernbedienung halten, um auch andere Infrarotgeräte zu steuern. Das bringt einen enormen Komfortsprung.

Leider legt Amazon beim neuen Fire TV Cube keine Infrarot-Verlängerung mehr bei, falls das Gerät in einem Schrank untergebracht wird. Sie müsste bei Bedarf als Zubehör dazugekauft werden, der dafür nötige Anschluss am Gerät ist weiterhin vorhanden.

Eine weitere Besonderheit des Fire TV Cube: Er lässt sich komplett auf Zuruf mit der Stimme steuern. Es gibt also nicht nur einen Alexa-Lautsprecher, sondern wir können uns bei Bedarf auch mit Sprachbefehlen durch die Oberfläche navigieren. Das bieten die Fire-TV-Stick-Modelle in diesem Umfang nicht. Wir haben den Eindruck, dass sich die Mikrofonleistung beim neuen Fire TV Cube etwas verbessert hat und es seltener passiert, dass Sprachbefehle nicht verstanden werden.

Die Sprachsteuerung haben wir ausführlich beim alten Fire TV Cube (g+) getestet und alles dort Gesagte gilt auch für das neue Modell. Ein weiterer Vorzug gegenüber den Fire TV Sticks: Die Cube-Modelle haben leistungsfähigere Prozessoren, dadurch reagiert die Oberfläche immer schnell und ohne Hänger. Im Vergleich zum Vorgängermodell reagiert der neue Fire TV Cube noch etwas schneller und flüssiger. Die Unterschiede sind nicht besonders groß, aber im direkten Vergleich ist es durchaus bemerkbar.

Neuer Fire TV Cube mit besseren Lautsprechern

Die Lautsprechertechnik wurde beim neuen Modell verbessert. Die Lautsprecher sind nicht mehr nach unten gerichtet, sondern strahlen nach vorne. Das bringt einen besseren Klang, allerdings kann der Fire TV Cube nicht eigenständig für die Musikwiedergabe mittels Alexa verwendet werden - das erlaubt Amazon nicht. Das galt auch schon beim alten Fire TV Cube, aber der bessere Lautsprecher des neuen Modells böte sich eigentlich dafür an.

Ärgerlicherweise gibt es auch am neuen Modell des Fire TV Cube keinen Aus-Schalter. Hier müssen wir auf eine schaltbare Steckdose setzen oder den Stecker ziehen, wenn wir das Gerät nicht immer am Strom haben wollen, nur weil ein paar Stunden am Tag etwas darüber geschaut wird. Im Stand-by liegt der Verbrauch des Fire TV Cube bei circa 4 Watt. Beim Einschalten braucht der neue Fire TV Cube zum Hochfahren 37 Sekunden - so lange braucht auch der Vorgänger.

Sideloading-Apps sind weiterhin möglich

Wir gehen in diesem Test nur am Rande auf die Fire-TV-Oberfläche (g+) und die neue Prime-Video-App ein, die es bei den Fire-TV-Geräten parallel zur übrigen Oberfläche gibt. Beides haben wir in gesonderten Tests ausführlich beschrieben. Weiterhin können Apps abseits von Amazons App-Shop per Sideloading auf dem Fire TV Cube installiert, aber nicht mittels Sprachbefehl gestartet werden. Mit der Fernbedienung lassen sich Sideloading-Apps hingegen problemlos über die Oberfläche starten.

Ärgerlich bleibt, dass Käufer des Fire TV Cube genau so viel Werbung bekommen wie Käufer eines Fire TV Sticks. Es gibt keine Möglichkeit, den Anteil an Werbung zu verringern. Auf dem Startbildschirm gibt es immer wieder Werbebanner für sehr unterschiedliche Produkte, gepaart mit Eigenwerbung von Amazon.

Viel Werbung im Abo von Prime Video

Außerdem ist es seit Jahren bei Prime Video üblich, dass vor der Wiedergabe von Filmen und Serien Werbespots für andere Prime-Video-Inhalte laufen. Ein vergleichbares Verhalten gibt es weder bei Netflix noch bei Disney+. Die Werbespots in Prime Video lassen sich zwar überspringen, aber es gibt keine Möglichkeit, die Amazon-Werbeblöcke ganz abzuschalten. Es ist ärgerlich, dass Kunden, die viel Geld für ein Streaminggerät zahlen, genauso viel Werbung rund um Prime Video ertragen müssen wie Käufer eines deutlich preisgünstigeren Fire TV Sticks.

Wir haben getestet, wie gut der Wechsel vom alten Fire TV Cube auf das neue Modell klappt. Diese Option wird bei der Einrichtung angeboten. Der Anfang war besonders einfach, wir mussten uns nur in einem Browser auf einer speziellen Webseite mit unserem Amazon-Konto anmelden und dort einen Code - und nicht mühsam Anmeldedaten mit der Fernbedienung - eingeben.

Die auf dem alten Fire TV Cube befindlichen Apps wurden auch auf dem neuen Modell installiert. Aber wir mussten uns bei allen Diensten erneut anmelden und zudem alle Einstellungen für die Gerätesteuerung nochmals vornehmen, obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich daran nichts ändert, wenn nur das Streaminggerät ausgetauscht wird. Unverständlicherweise mussten wir manuell einstellen, dass der Cube als Infrarotsender fungieren soll, damit eine möglichst bequeme Steuerung möglich ist. Wir fragen uns, warum diese Option nicht voreingestellt ist, denn so kann der Fire TV Cube einen seiner Vorzüge nicht ausspielen.

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Der neue Fire TV Cube hat ein überarbeitetes Gehäuse erhalten und uns gefällt das neue Design deutlich besser als die Gestaltung des Vorgängermodells. Weiterhin gibt es die von Echo-Lautsprechern bekannten vier Knöpfe auf der Oberseite, also für die Lautstärkeregelung, der Mikrofonabschaltung sowie eine Taste, um Alexa auf Knopfdruck zu aktivieren. Beim neuen Modell gibt es wieder einen blauen LED-Bereich - sobald Alexa aktiv ist, leuchtet dieser. Wie beim Vorgänger wird auch beim neuen Modell kein HDMI-Kabel mitgeliefert.

Dafür gibt es eine spezielle Fernbeidienung für den neuen Fire TV Cube.

Neuer Fire TV Cube hat eine besondere Fernbedienung

Als weitere auffällige Neuerung legt Amazon dem neuen Cube-Modell eine überarbeitete Fernbedienung bei, die es derzeit so für kein anderes Fire-TV-Modell des Herstellers gibt. Sie basiert auf der Fire-TV-Fernbedienung mit App-Tasten , die im April 2021 eingeführt und schrittweise auch bei bestehenden Fire-TV-Modellen mit dazugelegt wurde. Wer den Fire TV Cube vor Oktober 2021 gekauft hat, bekam das Modell noch mit der alten Fernbedienung.

Die neue Cube-Fernbedienung ist 16 mm länger als die bisherige Fire-TV-Fernbedienung und liegt angenehm in der Hand. Der Druckpunkt aller Tasten ist angenehm. Ungewöhnlich, dass die Tasten etwas lauter klicken als bei den übrigen Fire-TV-Fernbedienungen, deren Tastendrücke allesamt gedämpfter und damit leiser sind. Erfreulicherweise ist das Klicken der Tasten auf der Cube-Fernbedienung nicht so laut wie bei der Fernbedienung des Apple TV 4K (g+) .

Die neue Fernbedienung hat vier App-Tasten zum Aufrufen der Apps Prime Video, Netflix, Disney+ und Amazon Music. Regulär lässt sich die Belegung der Tasten nicht ändern, das geht aber mit Einschränkungen mit der App Remapper (g+) .

Gewölbte Rückseite der Cube-Fernbedienung

Es gibt wie üblich das Steuerkreuz, das gut erreichbar ist, und die logisch angeordneten Tasten zur Wiedergabesteuerung. Wer von einer vorherigen Fire-TV-Fernbedienung wechselt, muss sich daran gewöhnen, dass die Lautstärkeregler nicht mehr in der Mitte angeordnet sind, sondern sich auf der linken Seite befinden. Die Tasten sind gut erreichbar und die Mute-Taste ist durch eine Mulde sehr gut zu erfühlen. Die Taste befindet sich unterhalb der Lautstärketasten.

Wenn die Fernbedienung etwa auf einer Couch oder einem Tisch liegt und sie bedient wird, ohne sie hochzuheben, ist die Regelung der Lautstärke schwieriger als bei den bisherigen Fire-TV-Fernbedienungen: Denn weil die Rückseite gewölbt ist, kippt die gesamte Fernbedienung zur Seite, sobald Tasten betätigt werden, die sich am Rand befinden.

Die Fire-TV-Cube-Fernbedienung hat eine Taste zum Aufruf eines EPG, also einer elektronischen Programmzeitschrift. Ganz neu sind Tasten zum Wechsel von TV-Sendern, falls lineares Fernsehen über das Streaminggerät geschaut wird. Wer gar kein lineares Fernsehen nutzt, wird mit den genannten Tasten also nichts anfangen können.

Ganz neu ist auch eine Einstellungstaste zum Aufruf eines Pop-ups, das auch durch längeren Druck der Home-Taste erscheint. Darüber kann das aktuelle Profil gewechselt oder es können die Einstellungen aufgerufen werden. Als weitere Neuerung lassen sich mit einer Task-Taste alle bisher aufgerufenen Apps in einer Übersicht anzeigen, um eine der zuletzt genutzten Anwendungen zu starten.

Leider gibt es den neuen Fire TV Cube nicht mit der neuen Alexa-Sprachfernbedienung Pro zu kaufen. Es wäre wünschenswert, wenn es das neue Cube-Modell zumindest als Option mit der Pro-Fernbedienung gäbe. Wer das Top-Modell der Fire-TV-Produktreihe kauft, hat auch ein Interesse an einer möglichst komfortablen Fernbedienung. Wer sich den Cube zusammen mit der Pro-Fernbedienung zulegt, muss quasi für die normale Cube-Fernbedienung zahlen, ohne sie zu benötigen.

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Der Fire TV Cube hat besonders viele Anschlüsse erhalten und weist damit mehr Buchsen auf als jedes andere Fire-TV-Gerät zuvor. Dabei ist vor allem der HDMI-Eingang eine Besonderheit im gesamten Markt für externe Streaminggeräte. Leider vergeudet Amazon viel Potenzial bei fast allen Anschlüssen.

Neue Anschlüsse am Fire TV Cube mit Einschränkungen

Mit dem aktuellen Fire TV Cube kehrt Amazon quasi zu den Anfängen der Fire-TV-Geräte zurück: Denn beim ersten Fire-TV-Gerät (g+) überhaupt gab es bereits einen Netzwerkanschluss und einen USB-Steckplatz - dieses Modell erschien in Deutschland im Herbst 2014. Danach folgte ein Jahr später die zweite Generation des Fire TV mit einem Steckplatz für Micro-SD-Karten. Seitdem hat Amazon bei weiteren Gerätegenerationen immer wieder Anschlüsse eingespart.

Der neue Fire TV Cube kehrt diesen Trend erstmals um. Leider sind sowohl HDMI-Anschluss als auch USB-Buchse in der Praxis mit Einschränkungen versehen, die den Nutzen im Alltag je nach Einsatzszenario unnötig stark reduzieren. Beim Ethernet-Anschluss spart Amazon am falschen Ende.

Betrachten wir zunächst den HDMI-Eingang: Bei der Produktpräsentation des neuen Fire TV Cube hat Amazon gezeigt, wie sich ein Sky-Receiver über die Fire-TV-Fernbedienung steuern lässt, um das Programm des Pay-TV-Senders über den Fire TV Cube ansehen zu können. Der Vorteil dieser Kombination ist, dass alles mit einer Fernbedienung gesteuert werden kann. Neben dem Sky-Receiver werden die Receiver der Deutschen Telekom und von Vodafone unterstützt, heißt es von Amazon.

Steuerung von HDMI-Geräten über HDMI-CEC

Dabei ist Alexa vollumfänglich nutzbar, um etwa Statusinformationen auf dem Bildschirm anzuzeigen. Die Umschaltung auf den HDMI-Eingang kann per Sprachbefehl erfolgen und auf dem Fire-TV-Startbildschirm gibt es einen speziellen Bereich zur Umschaltung auf den HDMI-Eingang - samt Vorschau. Wir hätten uns von der Logik her die HDMI-Umschaltung auch im Pop-up-Menü gewünscht, das bei Druck auf die Einstellungstaste auf der Fernbedienung erscheint.

Im Test zeigten sich Einschränkungen: Wir haben einen älteren DVD-Player angeschlossen und wollten so die Möglichkeit erhalten, über den Fire TV Cube auch mal eine DVD zu schauen. Das klappte prinzipiell auch, aber wir konnten den DVD-Player nicht mit der Fire-TV-Fernbedienung steuern. Auf Nachfrage erklärte uns Amazon als Grund, dass dafür HDMI-CEC vom DVD-Player unterstützt werden müsse. Auf der Fire-TV-Cube-Produktseite gibt es dazu keinen Hinweis.

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Der von uns verwendete DVD-Player kann kein HDMI-CEC. Schade, dass Amazon für diesen Fall die Gerätesteuerung des neuen Fire TV Cube nicht angepasst hat. Es wäre so praktisch, wenn sich ältere DVD-Player darüber mittels Infrarottechnik des Cube steuern ließen, um den Nutzwert des HDMI-Eingangs zu erhöhen. In dieser Konstellation haben wir nur wenige Vorteile im Vergleich zum Betrieb des DVD-Players direkt am Fernseher.

Chromecast mit Alexa steuern

Wir haben testweise einen Chromecast mit Google TV (g+) am HDMI-Eingang des Fire TV Cube betrieben, der HDMI-CEC bietet. Wir konnten ihn umfangreich mit der Fire-TV-Fernbedienung steuern. Hierbei waren die Wiedergabetasten samt Spultasten sowie der 5-Wege-Navigator und die Zurück-Taste auf der Fire-TV-Fernbedienung nutzbar. Damit konnten wir die Beschränkungen der Chromecast-Fernbedienung bei der nicht einheitlichen Steuerung in Streaming-Apps beim Spulen umgehen. Außerdem konnten wir uns auf der Oberfläche des Chromecast mittels Alexa-Sprachbefehlen bewegen.

Prinzipiell lässt sich auch eine Spielekonsole am HDMI-Eingang des neuen Fire TV Cube betreiben. Allerdings kommt es dabei zu zeitlichen Verzögerungen, die beim Konsum von Filmen und Serien nicht ins Gewicht fallen, aber bei Actionspielen störend sein können. Zwar gibt es einen speziellen Spielemodus, um die Latenz zu verringern, das ist im Alltag aber nicht immer ausreichend. Außerdem bietet der HDMI-Eingang maximal 4K-Auflösung bei 60 Hz. Wenn also eine Spielekonsole mit Unterstützung von 120 Hz verwendet wird, bleibt diese Fähigkeit ungenutzt.

Beim USB-Anschluss sind die Beschränkungen im Alltag noch gravierender.

USB-Anschluss unterstützt nur zwei Dateisysteme

Nach vielen Jahren hat Amazon wieder ein Fire-TV-Gerät mit einem normalen USB-Anschluss im Sortiment. Und zunächst scheint es so, als sei die Integration des Anschlusses wesentlich besser geworden. Denn es gibt in der Fire-TV-Oberfläche erstmals einen eigenen Menüpunkt mit einem Media Player, um Videos, Fotos oder Musik von einem Speichermedium abzuspielen, ohne erst eine passende App installieren zu müssen.

In der Praxis hat der Amazon-Media-Player aber so viele Schwächen, dass er mehr wie eine Notlösung wirkt und weniger ein Zeichen einer guten Integration ist. Es fängt damit an, dass der Zugriff auf den Media Player im gleichen Untermenü zu finden ist wie der HDMI-Anschluss. Wenn kein USB-Laufwerk angeschlossen ist, befindet sich der HDMI-Eingang in der Liste ganz links. Sobald wir einen unterstützten USB-Speicher angeschlossen haben, springt der Eintrag für den Media Player nach links. Wir finden es unpraktisch und verwirrend, wenn Menüpunkte springen und es somit keine konsistente Steuerung gibt.

Zum Cube-Media-Player selbst: Wenn wir ein Video kurz unterbrechen und die Wiedergabe erneut starten, fängt das Video immer am Anfang an. Die letzte Wiedergabeposition wird nicht gespeichert. Das ist nicht zeitgemäß. Bei der Fotofunktion können wir zwar von Bild zu Bild springen, aber eine Diashow-Funktion ist nicht vorhanden.

Roku zeigt Amazon, wie es geht

Amazon enttäuscht hier vor allem im Vergleich mit Roku. Roku hat mit der Streambar (g+) ein Streaminggerät samt Soundbar im Sortiment, das ebenfalls einen USB-Anschluss sowie einen eigenen Media Player hat. Im Unterschied zu Amazon wirkt die Roku-App vollwertiger: Der Roku-Media-Player merkt sich die Abspielposition bei Videos und für Bilder gibt es eine konfigurierbare Diashow-Funktion.

Der neue Fire TV Cube ist das erste und derzeit einzige Fire-TV-Modell, das das Dateisystem NTFS unterstützt und nicht nur FAT32 beherrscht. Auch in dieser Disziplin verliert Amazon gegen die Roku-Konkurrenz überdeutlich: Die Streambar beherrscht die Dateiformate FAT16, FAT32, NTFS, EXT2, EXT3, HFS+ sowie exFAT. Das bedeutet in der Praxis, dass wir alle erdenklichen Speichermedien an der Streambar betreiben können, ohne uns Gedanken machen zu müssen, wie diese formatiert sind.

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Mit den Einschränkungen auf zwei Datensysteme beim Fire TV Cube enden die Beschränkungen des USB-Anschlusses noch nicht: Während wir an der Streambar problemlos auch mobile Festplatten betreiben können, verträgt sich der Fire TV Cube nur mit Festplatten mit eigener Stromversorgung. Wir wollten zwei portable Festplatten am Gerät betreiben und beide wurden nicht erkannt, weil der USB-Anschluss am Fire TV Cube nicht ausreichend Energie liefert. Diese Beschränkungen erwähnt Amazon auf der Produktseite ärgerlicherweise nicht.

Auch Nokia sticht Amazon aus

Ebenfalls viel besser als der Fire TV Cube schneidet die Nokia Streaming Box 8000 (g+) ab: Das Android-TV-Gerät hat ebenfalls einen USB-Anschluss und daran können wir problemlos portable Festplatten verwenden, dabei werden ExFAT, NTFS sowie FAT32 unterstützt. Anders als bei Roku gibt es bei Nokia keine spezielle App zur Wiedergabe von Inhalten über den USB-Anschluss. Hier müssen entsprechende Apps nachinstalliert werden, die aber im Play Store vorhanden sind. Wer also die USB-Buchse zur Wiedergabe lokaler Inhalte nutzen will, ist bei der Konkurrenz besser aufgehoben als bei Amazon.

Bei all dem gibt es ein weiteres Problem mit dem Fire TV Cube: Der USB-Anschluss befindet sich direkt neben der Ethernet-Buchse. Wenn der Fire TV Cube mit einem Netzwerkkabel verbunden ist, passen etwas dickere USB-Sticks nicht mehr in den Anschluss. Vergleichbare Probleme gibt es bei Nokia und Roku ebenfalls nicht. Beim Fire TV Cube hilft nur ein USB-Verlängerungskabel oder ein USB-Hub. Eines davon ist aber ohnehin ratsam. Denn der USB-Anschluss befindet sich auf der Rückseite des Fire TV Cube und für einen bequemen Zugang wäre es praktischer, wenn der USB-Anschluss nach vorn geführt würde. Das sah Amazon bei der Produktpräsentation des Fire TV Cube auch so und baute ihn gleich mit einem USB-Hub auf.

Ethernet-Anschluss nur mit 100 MBit/s

Beim alten Fire TV Cube wurde ein Ethernet-Adapter mitgeliefert, um das Streaminggerät mittels Kabelverbindung betreiben zu können. Der neue Fire TV Cube hat direkt einen Ethernet-Anschluss eingebaut. Leider ist dieser weiterhin auf maximal 100 MBit/s beschränkt. Es wirkt antiquiert, im Jahr 2022 ein Gerät ohne Gigabit-Ethernet auf den Markt zu bringen. Besonders widersprüchlich erscheint es, dass der Fire TV Cube andererseits bereits Wi-Fi 6E unterstützt - in vielen Haushalten dürften wohl noch keine passenden WLAN-Router stehen. In der WLAN-Disziplin ist der neue Fire TV Cube also mit sehr aktueller Technik versehen, während Gigabit-Ethernet schon seit Jahren zum Mindeststandard gehört.

Der Fire TV Cube unterstützt eine sogenannte Super-Resolution-Technik. Durch eine nahtlose Konvertierung von HD-Inhalten in 4K wird eine verbesserte Bildqualität mit höherer Detailgenauigkeit, besserem Kontrast und mehr Klarheit versprochen. Bei unseren Versuchen mit Full-HD-Inhalten konnten wir keine substanzielle Verbesserung bemerken. Bei Bedarf kann die Funktion abgeschaltet werden. Der Fire TV Cube unterstützt ansonsten 4K Ultra HD, Dolby Vision, HDR und Dolby Atmos Audio.

Anders als bei manchen Fire-TV-Fernsehern gibt es beim neuen Fire TV Cube keine Unterstützung für Apples Airplay 2. Diese Technik bleibt damit den Smart-TVs vorbehalten, wenn es um Streaminggeräte mit Amazons Betriebssystem geht.

Neuer Fire TV Cube - Verfügbarkeit und Fazit

Der neue Fire TV Cube(öffnet im neuen Fenster) kostet regulär 160 Euro und ist damit deutlich teurer als der Vorgänger, der regulär für 120 Euro zu haben ist. Derzeit gibt es den neuen Fire TV Cube anlässlich der Black-Friday-Woche zum Preis von 140 Euro. Der alte Fire TV Cube(öffnet im neuen Fenster) wird derzeit für 60 Euro angeboten - ein attraktiver Preis für diese Ausstattung. Amazon erklärte Golem.de auf Nachfrage, dass noch nicht entschieden sei, ob das bisherige Modell des Fire TV Cube langfristig weiterhin angeboten oder irgendwann vom neuen Modell ersetzt wird.

Die nur als Zubehör erhältliche Alexa-Sprachfernbedienung Pro kostet trotz Angebotswoche 40 Euro. Anders als beim alten Fire TV Cube wird keine IR-Verlängerung(öffnet im neuen Fenster) mehr beigelegt, die als Zubehör für 15 Euro angeboten wird. Wer die IR-Verlängerung braucht und die Pro-Fernbedienung nutzen will, landet bei einem regulären Kaufpreis von 215 Euro. Wie beim Vorgängermodell wird kein HDMI-Kabel beigelegt.

Fazit

Der neue Fire TV Cube ist ein sehr besonderes Gerät im Markt für Streaminggeräte mit einem großen Funktionsumfang. Es ist das einzige Gerät im Markt, das einen HDMI-Eingang besitzt. Das bringt den Vorteil, dass sich auch das HDMI-Gerät über eine Fernbedienung steuern lässt - falls es den passenden HDMI-Standard unterstützt.

Schade, dass Amazon dafür nicht als alternative Lösung eine Gerätesteuerung abseits von HDMI über Infrarot bereithält, um auch ältere DVD-Player über die Fire-TV-Fernbedienung steuern zu können. Ansonsten ist der HDMI-Eingang vor allem für die Zuspielung von Receivern gedacht. Für den Einsatz von Spielekonsolen gibt es eine zu große Verzögerung.

Im Unterschied zum Vorgängermodell hat der neue Fire TV Cube auch eine USB-Buchse, um darüber etwa Speichermedien anschließen zu können. Speziell dafür gibt es eine Media-Player-Software, die aber im Funktionsumfang viel zu stark eingeschränkt ist. Das Gleiche gilt für die USB-Buchse, an der sich USB-Festplatten nur betreiben lassen, wenn sie eine eigene Stromversorgung besitzen. Dabei werden auch nur die Dateisysteme NTFS sowie FAT32 unterstützt. Hier zeigt die Konkurrenz von Nokia und Roku Amazon, wie es besser geht.

Fire TV Cube nicht mit Pro-Fernbedienung verfügbar

Ärgerlich ist, dass es den neuen Fire TV Cube nicht auch optional mit der Alexa-Sprachfernbedienung Pro gibt. Diese würde viel besser zu einem Gerät mit diesem großen Funktionsumfang passen. Die mitgelieferte Fernbedienung wurde nochmals verändert und gefällt uns zwar gut, hat aber nicht den Komfort der Pro-Ausführung.

Wir begrüßen die Entscheidung, dass Amazon den Fire TV Cube mit Wi-Fi 6E und einem Ethernet-Anschluss versehen hat. Es bleibt aber unverständlich, warum der Ethernet-Anschluss maximal 100 MBit unterstützt und kein GBit-Port integriert wurde.

Der neue Fire TV Cube reagiert immer schnell und bei der Navigation auf der Oberfläche gibt es keine Hänger. Das gilt auch für das Vorgängermodell, das ebenfalls eine hohe Geschwindigkeit liefert. Ärgerlich bleibt aber die viele Werbung in der Fire-TV-Oberfläche und bei Prime Video.

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Beibehalten wurde die vorbildliche Gerätesteuerung, wobei wir die Entscheidung nicht nachvollziehen können, dass die IR-Verlängerung beim neuen Modell eingespart wurde. Ebenfalls gut gelöst ist bei beiden Modellen die umfangreiche Sprachsteuerung. Unverständlich finden wir Amazons Entscheidung, dass der Fire TV Cube von sich aus keine Musik auf Zuruf abspielen kann. Wie beim Vorgängermodell fehlt ein Aus-Schalter - das ist ärgerlich und in Zeiten steigender Energiekosten nicht zeitgemäß.

Der alte Fire TV Cube ist eine gute Alternative

Der Fire TV Cube ist mit Abstand das beste Streaminggerät, das es von Amazon gibt. Aber die meisten Verbesserungen haben zu viele Beschränkungen, das mindert den anvisierten Nutzen. Wer bereits den alten Fire TV Cube besitzt, braucht nur dann zum neuen Modell zu wechseln, wenn der HDMI-Eingang unbedingt benötigt wird und der USB-Anschluss mit den Einschränkungen sinnvoll genutzt werden kann. Wer beide Anschlüsse im Alltag nicht benötigt, kann getrost beim alten Fire TV Cube bleiben.

Und wer vor der Entscheidung steht, welcher Fire TV Cube angeschafft werden soll, muss abwägen, ob er die Besonderheiten des neuen Modells braucht oder ob ihm die Funktionen des Vorgängermodells genügen. Wer sich für das alte Modell entscheidet, erhält zu einem niedrigeren Preis ebenfalls ein leistungsfähiges Streaminggerät - und quasi als Bonus gibt es die IR-Verlängerung mit dazu.


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