Neuer Fire TV Cube im Test: Amazons Top-Streaminggerät fehlt der letzte Schliff
Der neue Fire TV Cube ist eindeutig ein gutes Streaminggerät. Restlos zufrieden sind wir aber nicht, weil neue Funktionen zum Teil unpraktisch realisiert wurden.
Der aktuelle Fire TV Cube liefert den größten Funktionsumfang aller bisherigen Fire-TV-Geräte von Amazon. Außerdem ist es das leistungsfähigste Modell aus der Fire-TV-Produktpalette. Zu den Hardware-Besonderheiten gehören ein HDMI-Eingang, ein USB-Anschluss, eine Ethernet-Buchse sowie Unterstützung für Wi-Fi 6E. Wir haben den neuen Fire TV Cube getestet und ihn vor allem mit dem Vorgängermodell verglichen.
- Neuer Fire TV Cube im Test: Amazons Top-Streaminggerät fehlt der letzte Schliff
- Neuer Fire TV Cube hat eine besondere Fernbedienung
- Neue Anschlüsse am Fire TV Cube mit Einschränkungen
- USB-Anschluss unterstützt nur zwei Dateisysteme
- Neuer Fire TV Cube - Verfügbarkeit und Fazit
Betrachten wir zunächst die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Modellen. Der neue Fire TV Cube wird bei Amazon als dritte Generation gezählt. In Deutschland kam die erste Generation des Fire TV Cube nie auf den Markt, es ging direkt mit der zweiten Generation (g+) los. Anders als bei den Fire-TV-Stick-Modellen sollte der Fire TV Cube nicht hinter dem Fernseher aufgestellt werden.
Denn das Cube-Gehäuse hat einen Infrarotsender, um eine möglichst komfortable Steuerung weiterer Geräte zu erlauben. Es lassen sich beliebige Fernseher, Soundbars oder Heimkinoanlagen über das Fire-TV-Gerät steuern, ohne dass mühsam Infrarotcodes angelernt werden müssen. Diese Steuerung gibt es zwar auch bei den meisten aktuellen Fire-TV-Modellen, allerdings muss hier bei Geräten mit Infrarotsteuerung darauf geachtet werden, dass die Fernbedienung so gehalten wird, dass ein Sichtkontakt zum zu steuernden Gerät vorhanden ist.
Fire TV Cube mit toller Gerätesteuerung
Dieses Problem umgeht der Fire TV Cube, indem die Infrarottechnik im Cube-Gehäuse verwendet wird. Sie strahlt in das gesamte Zimmer und daher müssen wir überhaupt nicht darauf achten, wie wir die Fernbedienung halten, um auch andere Infrarotgeräte zu steuern. Das bringt einen enormen Komfortsprung.
Leider legt Amazon beim neuen Fire TV Cube keine Infrarot-Verlängerung mehr bei, falls das Gerät in einem Schrank untergebracht wird. Sie müsste bei Bedarf als Zubehör dazugekauft werden, der dafür nötige Anschluss am Gerät ist weiterhin vorhanden.
Eine weitere Besonderheit des Fire TV Cube: Er lässt sich komplett auf Zuruf mit der Stimme steuern. Es gibt also nicht nur einen Alexa-Lautsprecher, sondern wir können uns bei Bedarf auch mit Sprachbefehlen durch die Oberfläche navigieren. Das bieten die Fire-TV-Stick-Modelle in diesem Umfang nicht. Wir haben den Eindruck, dass sich die Mikrofonleistung beim neuen Fire TV Cube etwas verbessert hat und es seltener passiert, dass Sprachbefehle nicht verstanden werden.
Die Sprachsteuerung haben wir ausführlich beim alten Fire TV Cube (g+) getestet und alles dort Gesagte gilt auch für das neue Modell. Ein weiterer Vorzug gegenüber den Fire TV Sticks: Die Cube-Modelle haben leistungsfähigere Prozessoren, dadurch reagiert die Oberfläche immer schnell und ohne Hänger. Im Vergleich zum Vorgängermodell reagiert der neue Fire TV Cube noch etwas schneller und flüssiger. Die Unterschiede sind nicht besonders groß, aber im direkten Vergleich ist es durchaus bemerkbar.
Neuer Fire TV Cube mit besseren Lautsprechern
Die Lautsprechertechnik wurde beim neuen Modell verbessert. Die Lautsprecher sind nicht mehr nach unten gerichtet, sondern strahlen nach vorne. Das bringt einen besseren Klang, allerdings kann der Fire TV Cube nicht eigenständig für die Musikwiedergabe mittels Alexa verwendet werden – das erlaubt Amazon nicht. Das galt auch schon beim alten Fire TV Cube, aber der bessere Lautsprecher des neuen Modells böte sich eigentlich dafür an.
Ärgerlicherweise gibt es auch am neuen Modell des Fire TV Cube keinen Aus-Schalter. Hier müssen wir auf eine schaltbare Steckdose setzen oder den Stecker ziehen, wenn wir das Gerät nicht immer am Strom haben wollen, nur weil ein paar Stunden am Tag etwas darüber geschaut wird. Im Stand-by liegt der Verbrauch des Fire TV Cube bei circa 4 Watt. Beim Einschalten braucht der neue Fire TV Cube zum Hochfahren 37 Sekunden – so lange braucht auch der Vorgänger.
Sideloading-Apps sind weiterhin möglich
Wir gehen in diesem Test nur am Rande auf die Fire-TV-Oberfläche (g+) und die neue Prime-Video-App ein, die es bei den Fire-TV-Geräten parallel zur übrigen Oberfläche gibt. Beides haben wir in gesonderten Tests ausführlich beschrieben. Weiterhin können Apps abseits von Amazons App-Shop per Sideloading auf dem Fire TV Cube installiert, aber nicht mittels Sprachbefehl gestartet werden. Mit der Fernbedienung lassen sich Sideloading-Apps hingegen problemlos über die Oberfläche starten.
Ärgerlich bleibt, dass Käufer des Fire TV Cube genau so viel Werbung bekommen wie Käufer eines Fire TV Sticks. Es gibt keine Möglichkeit, den Anteil an Werbung zu verringern. Auf dem Startbildschirm gibt es immer wieder Werbebanner für sehr unterschiedliche Produkte, gepaart mit Eigenwerbung von Amazon.
Viel Werbung im Abo von Prime Video
Außerdem ist es seit Jahren bei Prime Video üblich, dass vor der Wiedergabe von Filmen und Serien Werbespots für andere Prime-Video-Inhalte laufen. Ein vergleichbares Verhalten gibt es weder bei Netflix noch bei Disney+. Die Werbespots in Prime Video lassen sich zwar überspringen, aber es gibt keine Möglichkeit, die Amazon-Werbeblöcke ganz abzuschalten. Es ist ärgerlich, dass Kunden, die viel Geld für ein Streaminggerät zahlen, genauso viel Werbung rund um Prime Video ertragen müssen wie Käufer eines deutlich preisgünstigeren Fire TV Sticks.
Wir haben getestet, wie gut der Wechsel vom alten Fire TV Cube auf das neue Modell klappt. Diese Option wird bei der Einrichtung angeboten. Der Anfang war besonders einfach, wir mussten uns nur in einem Browser auf einer speziellen Webseite mit unserem Amazon-Konto anmelden und dort einen Code – und nicht mühsam Anmeldedaten mit der Fernbedienung – eingeben.
Die auf dem alten Fire TV Cube befindlichen Apps wurden auch auf dem neuen Modell installiert. Aber wir mussten uns bei allen Diensten erneut anmelden und zudem alle Einstellungen für die Gerätesteuerung nochmals vornehmen, obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich daran nichts ändert, wenn nur das Streaminggerät ausgetauscht wird. Unverständlicherweise mussten wir manuell einstellen, dass der Cube als Infrarotsender fungieren soll, damit eine möglichst bequeme Steuerung möglich ist. Wir fragen uns, warum diese Option nicht voreingestellt ist, denn so kann der Fire TV Cube einen seiner Vorzüge nicht ausspielen.
Der neue Fire TV Cube hat ein überarbeitetes Gehäuse erhalten und uns gefällt das neue Design deutlich besser als die Gestaltung des Vorgängermodells. Weiterhin gibt es die von Echo-Lautsprechern bekannten vier Knöpfe auf der Oberseite, also für die Lautstärkeregelung, der Mikrofonabschaltung sowie eine Taste, um Alexa auf Knopfdruck zu aktivieren. Beim neuen Modell gibt es wieder einen blauen LED-Bereich – sobald Alexa aktiv ist, leuchtet dieser. Wie beim Vorgänger wird auch beim neuen Modell kein HDMI-Kabel mitgeliefert.
Dafür gibt es eine spezielle Fernbeidienung für den neuen Fire TV Cube.
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