Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Neuer Ballsaal: Telekom-Tochter T-Mobile US bei Spendengala für Trump

US-Präsident Donald Trump will im Weißen Haus einen kugelsicheren Ballsaal einrichten. Techfirmen haben dazu ihre Vertreter zu einer Spendengala entsandt.
/ Achim Sawall
10 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Trump zeigt bei der Spendengala ein weiteres Bauprojekt in Washington. (Bild: Kevin Dietsch/Getty Images)
Trump zeigt bei der Spendengala ein weiteres Bauprojekt in Washington. Bild: Kevin Dietsch/Getty Images

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US hat sich in dieser Woche an einer Spendengala von US-Präsident Donald Trump beteiligt, bei der es um den Bau eines neuen Ballsaals im Weißen Haus im Wert von 250 Millionen US-Dollar ging. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsvertretern.

Zu den Tech-Unternehmen, die laut Angaben des Weißen Hauses Vertreter entsandten, gehörten neben T-Mobile US auch Amazon, Apple, Google, HP, Meta Platforms, Palantir Technologies, Micron Technology und das Stablecoin-Unternehmen Tether.

Das Dinner fand am 15. Oktober 2025 im East Room des Weißen Hauses statt. "Geschäftsführer haben im Laufe der Geschichte dazu beigetragen, das Weiße Haus zu etwas Besonderem zu machen, und nichts von dieser Größenordnung ist jemals zuvor geschehen" , sagte Trump zu Beginn der Veranstaltung.

Ungnade durch Trump-Regierung droht

Mit solchen Einladungen betreibt die Trump-Regierung indirekte Machtpolitik: "Jedes Unternehmen, das zu diesem Abendessen eingeladen ist und entweder nicht erscheint oder nicht spendet, weiß, dass es bei der Trump-Regierung in Ungnade fallen wird" , sagte Claire Finkelstein, Juraprofessorin an der University of Pennsylvania und Fakultätsdirektorin des Center for Ethics and the Rule of Law.

Der neue Ballsaal des Weißen Hauses soll nach Angaben von Regierungsvertretern mindestens 8.400 Quadratmeter Fläche mit einer Kapazität von über 650 Sitzplätzen bieten. Die Räumlichkeiten sollen soll zeitgemäß mit kugelsicheren Fenstern ausgestattet sein.

Der US-Präsident wird mittlerweile selbst von hochrangigen Vertetern des politischen Washington als "Faschist" bezeichnet, etwa von der die Demokratin Kamala Harris oder John Kelly, dem ehemaligen Stabschef im Weißen Haus. Fünf Millionen Menschen beteiligten sich in den USA im Mai an Protesten gegen die Regierung, für das kommende Wochenende sind erneute Demonstrationen angekündigt.

Die zunehmende Unterstützung einer solchen Regierung durch die Telekom, deren größter Einzelaktionär die Bundesrepublik Deutschland und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind, gilt in der deutschen Telco-Branche als ein politischer Dammbruch.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrats (Chairman of the Board) von T-Mobile US ist Telekom-Chef Tim Höttges. Der amtierende Chief Executive Officer von T-Mobile US, Mike Sievert, wird zum 1. November 2025 von Srini Gopalan abgelöst, der zuvor Deutschland-Chef der Telekom war.

Die Telekom hat eine Anfrage von Golem zum Umfang ihrer Spenden für den Ballsaal nicht beantwortet.

Nachtrag vom 23. Oktober 2025, 18:14 Uhr

T-Mobile US hat die Ausgaben für das Trump-Projekt bestätigt. "Mit dieser Investition unterstützen wir die Modernisierung des Weißen Hauses" , teilte T-Mobile dem Handelsblatt mit. Die Spende sei eine "Ehre" . Das Unternehmen wollte sich auf Nachfrage nicht zur konkreten Höhe der Spendensumme äußern.


Relevante Themen