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Vorsprung nur als Versprechen

Zudem ist unklar, ob sich eine Nothalte-Funktion mit Spurwechsel ohne hochauflösendes Kartenmaterial in sicherer Weise realisieren lässt. Beim Staupiloten des A8 sind solche Karten, wie sie der teilweise zu Audi gehörende Kartendienst Here liefern soll, noch nicht erforderlich. Das Auto orientiert sich an den Fahrbahnmarkierungen und den "mitschwimmenden" Fahrzeugen der Umgebung. Eine Internetverbindung ist erst recht nicht nötig. Möglicherweise erlauben die Zulassungsbehörden bei einem reinen Staupiloten aber auch den Nothalt auf der gerade befahrenen Spur.

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Der Staupilot des A8 ist daher zunächst ein Versprechen, mit dem die Marke ihren Slogan "Vorsprung durch Technik" unterstreichen will. Dieser Vorsprung wäre mit der Zulassung des Staupiloten in der Tat vorhanden. Allerdings ist der nächste Sprung zu einem richtigen Autobahnpiloten noch sehr groß und es ist gut möglich, dass andere Hersteller oder sogar Zulieferer wie Bosch oder Delphi diesen Schritt zuerst gehen.

Neues Multimedia-Panel

Ganz überflüssig ist die AI-Taste, falls sie überhaupt eingebaut ist, beim neuen A8 jedoch nicht. Hiermit lässt sich zum Beispiel der Parkpilot starten, der den Wagen automatisch in eine Parklücke bugsiert. Solche Funktionen sind bereits erlaubt, wenn die Geschwindigkeit geringer ist als zwölf Kilometer pro Stunde. Auch dafür ist der Laserscanner erforderlich.

Während der Staupilot nur ein Versprechen ist, verfügt der A8 zumindest in anderer Hinsicht über nutzbare neue Funktionen. Dazu zählen unter anderem zwei separate Touchscreens in der Mittelkonsole, mit der sich die Systeme für Unterhaltung und Navigation steuern lassen. Anders als Tesla hat sich Audi dafür entschieden, keinen durchgängigen großen Bildschirm zu installieren. Der Grund: Der stärker geneigte untere Bildschirm soll es dem Fahrer besser ermöglichen, ein Tastaturfeld zu bedienen oder mit dem Finger beispielsweise ein Fahrtziel direkt aufzuschreiben. Das funktionierte beim Ausprobieren ganz gut. Die einzelnen Buchstaben können dabei problemlos übereinander geschrieben werden, so dass der Fahrer nicht auf den Bildschirm schauen muss. Eine Spracherkennung steht ebenfalls zur Verfügung.

Plugin-Hybrid mit induktivem Laden

Der erste vollelektrische Audi, der Q6 E-Tron, soll bekanntlich erst 2018 auf den Markt kommen. Der neue A8 ist hingegen ein Mild-Hybrid auf 48-Volt-Basis. Ein sogenannter Riemen-Starter-Generator (RSG) arbeitet dabei als Elektromotor oder als Lichtmaschine. Wenn die Zielgeschwindigkeit erreicht wurde, wird zwischen 30 und 160 Kilometer pro Stunde die Verbrennung bis zu 40 Sekunden lang abgeschaltet. Ein Plugin-Hybrid ist ebenfalls verfügbar. Dessen Batterie lässt sich zu Hause auch induktiv über eine Ladeplatte unter dem Motor laden.

Die nächsten ein bis zwei Jahre werden zeigen, ob und wie der Staupilot tatsächlich in der Praxis genutzt werden kann. Offen ist zudem, ob die Kunden bereit sind, für den Staupiloten den erforderlichen Aufpreis gegenüber einem Stauassistenten zu zahlen. Zumal letzterer sich nicht nur auf der Autobahn nutzen lässt. Die Höhe des Aufpreises für den Staupiloten steht jedoch noch nicht fest. Der neue A8 kostet in der Standardversion schon mehr als 90.000 Euro.

Daimler wartet ab

Von der Zulassung des Staupiloten dürfte zudem abhängen, ob und wie die Konkurrenz mit hochautomatisierten Funktionen nachzieht. Nach Angaben von Daimler ist auch die neue S-Klasse "an vielen Stellen bereits Level 3 ready ausgelegt". Ein Firmensprecher ergänzte auf Anfrage von Golem.de: "Nur wenn am Ende im Kontext von Technik, Kosten, Gesetz und Funktion ein ausreichender Kundennutzen dargestellt werden kann, halten wir eine Einführung der Funktionen in Summe für sinnvoll."

Die Hersteller sind somit prinzipiell bereit für erste hochautomatisierte Funktionen. Nun muss sich zeigen, ob Zulassungsbehörden und Kunden diesen neuen Weg mitgehen wollen.

 Nachträgliche Aktivierung unklar
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