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Durchaus ein Verkaufsargument: Mein Router hat mehr Antennen als deiner.
Durchaus ein Verkaufsargument: Mein Router hat mehr Antennen als deiner. (Bild: D-Link)

Routerhersteller verschleiern die tatsächlich nutzbaren Bandbreiten vor ihren Kunden

Dass es so schwierig ist, die angegebenen Geschwindigkeiten zu durchschauen, liegt daran, dass so viele Faktoren darauf Einfluss haben. Die Modulationsdichte, die Anzahl der Streams, die Kanalbreite, das Schutzintervall und die Kodierrate beeinflussen die Geschwindigkeit ab der Antenne. Dazu kommen Details wie die Frequenz, die Leistung, die Gebäudestruktur und auch die Entfernung. Eine bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen, ist also äußerst komplex. Einen Überblick bietet eine Tabelle von Cisco, die aber nicht vollständig ist.

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Die Bruttogeschwindigkeit hat zudem wenig mit der real erreichbaren Geschwindigkeit zu tun. Der Einfachheit halber beschäftigen wir uns in dem Artikel aber mit den Bruttogeschwindigkeiten, da die Nettogeschwindigkeiten ausgemessen werden müssten.

Ein Beispiel dafür, wie Kunden bei der Darstellung der Router-Geschwindigkeit verwirrt werden, ist Asus. Das taiwanesische Unternehmen suggeriert mit seinem neuen AC3200-Router eine Bandbreite von 3,2 GBit/s brutto über das WLAN. Der zu Wave 1 gehörende und trotzdem aktuelle Router wäre damit schneller als die schnellsten Wave-2-Geräte. Die volle Bandbreite kann aber beim Einzelanwender mit einem Gerät gar nicht ankommen, da sie rechnerisch nur durch die Addition dreier Werte für drei Endgeräte zustande kommt. Der Router hat drei Funkeinheiten: 802.11n + 802.11ac-Radio1 + 802.11ac-Radio2. Zusammengenommen ergeben sie tatsächlich 3.200 MBit/s brutto in einer 3x3-Konfiguration.

Eigentlich sollten rechnerisch nur 3.050 MBit/s möglich sein. Asus erreicht den höheren Wert durch eine proprietäre Modulationsdichte, die wir später genauer betrachten. Diese Rechenweise ist keine Erfindung von Asus, zeigt aber, wie weit das Wettrüsten mittlerweile geht, seitdem Routerhersteller unterschiedliche Frequenzbänder einfach aufaddieren und ihre Router etwa statt "802.11n mit 300 MBit/s Dualband" N600 oder N750 nennen.

Und die nächste Generation dieser Broadcom-basierten Router kündigt sich bereits an. D-Link plant, mit dem DIR-895L AC5300 einen MU-MIMO-WLAN-Router auf den Markt zu bringen, der zur Wave 2 gehört und stolze 5.330 MBit/s durch die Luft befördert - natürlich auch hier durch die Addition der Brandbreiten dreier WLAN-Funkeinheiten und den Einsatz proprietärer Erweiterungen.

Auch Linksys' EA8500 gehört zur neuen Wave-2-Hardware, ermöglicht "AC2600" durch ebenfalls fragwürdige Addition und großzügiges Runden. eigentlich müsste er AC2533 heißen. Trotzdem ist dieser Router im WLAN schneller als Asus' AC3200-Router. Warum das so ist? Eine der Additionskomponenten von Linksys erreicht 1.733 MBit/s. Bei Asus ist die größte Additionskomponente nur 1.300 MBit/s schnell. Die Verwirrung für den Kunden ist damit perfekt: 1.700 ist zwar schneller als 1.300, aber 3.200 ist langsamer als 2.600.

Keine Zahlenspielereien bei den Profis

Wie unsinnig das ist, zeigt ein Blick ins Profilager. Bereits die Xirrus-Access-Points, die schon länger auf dem Markt sind, treiben das Kombinieren von Funkeinheiten auf die Spitze. Xirrus nutzt das allerdings nicht für die Vermarktung. In einem einzigen Access Point der 6000er-Serie stecken sehr viele Funkeinheiten. Schon jetzt könnte Xirrus das Gerät als AC7200 vermarkten und wäre damit nominal schneller als alle anderen genannten Router. Tatsächlich ist der Xirrus-Access-Point aus Endgerätesicht eben nicht schneller.

Bullshit-Bingo statt Transparenz

Hier zeigt sich, dass das Marketing klar das Ziel hat, den Kunden an der Nase herumzuführen, und dass ein Wettstreit darüber entstanden ist, welcher Routerhersteller seine tatsächliche, praxisrelevante Leistung am besten verschleiert. Auch wenn wir hier beispielhaft Asus und Linksys nennen: Ein großer Teil der Branche im Geschäft der Endkundenrouter treibt dieses Spiel. Einige löbliche Ausnahmen sind das Berliner Unternehmen AVM und Apple, die zumindest im WLAN-Bereich weder um die besten Zahlen wetteifern noch darum, besonders schnell neue Geräte auf den Markt zu bringen.

Das reine Marketing ist aber nicht das einzige Problem der neuen Router-Generation. Wer sich mit Netzwerktechnik auskennt, weiß, dass hier Bruttodatenraten propagiert werden, die auch netto nicht mit bezahlbarer Technik aus dem Gerät zu bringen sind.

 Neue WLAN-Router-Generation: Hohe Bandbreiten mit zweifelhaftem NutzenDas Ethernet kommt nicht mehr mit 

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mich 07. Aug 2015

Ich hab doch gar nicht behauptet, die Unterschiede zwischen 2,4 und 5GHz lägen an was...

WaldiBVB 05. Aug 2015

Eine ziemlich arrogante Sichtweise. Ich habe in den letzten Monaten viel rumprobiert um...

as (Golem.de) 28. Jul 2015

Hallo, Das ist ja leider ein internationales Problem. Nur weil hier ein Artikel erscheint...

GeeGee 23. Jul 2015

Der Unifi AP AC hat ein Dual Radio für 2,4 und 5 GHz und 3x3x3 Mimo mit bis zu 80MHz...

Gucky 23. Jul 2015

Das ist keine Drohne... das ist ganz und klar eine Spinne die an der Wand hängen wird und...



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    RichardEb | 21:28

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