Neue Verträge zum HBO-Abo Max: Sky zieht Harry-Potter-Klage gegen Warner zurück

Sky hat eine Klage rund um die kommende Harry-Potter-Serie gegen Warner Bros. Discovery zurückgezogen. Im Gegenzug haben beide Unternehmen ein neues Vertriebsabkommen rund um das HBO-Abo Max abgeschlossen. Nach Berichten von Deadline(öffnet im neuen Fenster) und The Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster) erfolgte das Ende des Rechtsstreits einvernehmlich.
Sky und Warner ließen über die jeweiligen Anwälte mitteilen, dass die Einstellung des Rechtsstreits freiwillig erfolgt sei. Beide Unternehmen tragen jeweils die bisher entstandenen Prozesskosten.
Sky reichte im Herbst 2024 an einem Bundesgericht in New York Klage gegen Warner ein und warf dem Hollywood-Studio vor, gegen laufende Verträge verstoßen zu haben. Dabei geht es um eine Vereinbarung, wonach Sky das Recht eingeräumt wird, sich pro Jahr an der Produktion von vier HBO-Serien zu beteiligen.
Darum ging es im Rechtsstreit
Sky bezieht sich auf den Vertrag von 2021 mit Warner und gibt an, dass dieser Vertragsbestandteil in den vergangenen Jahren nicht eingehalten worden und dadurch ein Schaden von Hunderten von Millionen US-Dollar entstanden sei. An der geplanten Serie zu Harry Potter wolle sich Sky als Produzent beteiligen, was Warner nicht habe zulassen wollen, heißt es in der Klageschrift.
Im Vertrag sei außerdem geregelt, dass Sky eine koproduzierte Serie exklusiv über die Sky-Plattformen der jeweiligen Länder vertreiben dürfe. In einer Stellungnahme erklärte Warner im Herbst 2024, dass die Klage ein "unbegründeter Versuch von Sky" sei, ein "Druckmittel" in den Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen zu haben. Denn Sky hat ein großes Interesse, auch dann noch Inhalte von Warner zu erhalten, wenn Max in weiteren Ländern Europas startet.
"Wir wissen, dass die HBO-Serien für Sky von entscheidender Bedeutung sind, was sich darin zeigt, dass Sky seit über einem Jahr versucht, einen Weg zu finden, unsere Verträge zu verlängern" , sagte ein Warner-Sprecher seinerzeit. Die Klage mache deutlich, "dass Sky sich große Sorgen um die Lebensfähigkeit seines Unternehmens macht, wenn es unsere preisgekrönten Inhalte verlieren würde" .
Warner und Sky haben einen neuen Vertrag
Denn Warner will ab 2026 das eigene HBO-Streamingabo Max in Deutschland und anderen europäischen Ländern starten, in denen die Warner- und HBO-Inhalte bislang unter anderem über Sky-Dienste zu sehen sind.
Parallel mit dem Rückzug der Klage schlossen die beiden Unternehmen eine neue Vertriebsvereinbarung. Zumindest in Großbritannien und Irland wird Sky das mit Werbung versehene HBO-Abo Max ab Anfang 2026 als Teil eines Pakets auf nicht-exklusiver Basis auf den dortigen Markt bringen. Warner will das Max-Abo Anfang 2026 in Großbritannien und Irland auf den Markt bringen.
Auch für die USA hat Warner mit dem Sky-Mutterkonzern Comcast Vertriebsvereinbarungen getroffen, um weiterhin die Inhalte des Hollywood-Studios auf den eigenen Plattformen zeigen zu können. Finanzielle Einzelheiten der Verträge wurden nicht bekannt gegeben und auch die Laufzeit der Vereinbarungen wurde geheim gehalten.
Sky-Situation in Deutschland ab 2026 noch unklar
Zum Deutschlandstart von Max ist nach Warner-Angaben noch nicht entschieden, ob Sky ab 2026 Zugriff auf die Inhalte von Warner und HBO behalten wird. Aus Sicht von Warner wäre auch eine Kooperation mit Amazon denkbar.
Sky konnte in den vergangenen Jahren immer weniger Filme und Serien exklusiv zeigen, weil sich Konkurrenten wie Disney oder Netflix darauf konzentrieren, neue Inhalte vor allem im eigenen Abo anzubieten und nicht länger an Sky zu lizenzieren. Vor dem Marktstart von Disney+ liefen Star-Wars- oder Marvel-Blockbuster nach der Kinoauswertung zuerst bei Sky. Das ist seit einigen Jahren nicht mehr der Fall.



