Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Neue Verfilmung von Mortal Kombat: Brutaler denn je

Kämpfe im Mortal Kombat sind drastisch. Im neuen Film trägt man dem mit äußerst brutalen Szenen Rechnung. Aber kann er auch sonst was?
/ Peter Osteried
88 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Lewis Tan spielt Cole Young in Mortal Kombat (Bild: Mark Rogers /Warner Bros.)
Lewis Tan spielt Cole Young in Mortal Kombat Bild: Mark Rogers /Warner Bros.

Achtung! Wer absolut gar nichts über die Handlung von Mortal Kombat wissen möchte, bevor er den Film selbst schaut, sollte nicht weiterlesen.

In den USA ist der neue Mortal Kombat zeitgleich im Kino und beim Streaming-Dienst HBO Max gestartet. Hierzulande hielt Warner Bros. ebenfalls lange an einem Kinostart fest, hat nun jedoch der Realität ins Auge geblickt, dass die Kinos wohl auch im Mai nicht öffnen werden. Darum wird der Film in Deutschland ab dem 13. Mai als Video-on-Demand über verschiedene Plattformen angeboten (und nicht exklusiv über Sky, wie zuvor noch bei Wonder Woman 1984).

Die Geschichte

Es ist nicht die erste Verfilmung von Mortal Kombat, das als Spiel in den frühen 90ern groß wurde. Der erste Film kam bereits 1995 heraus(öffnet im neuen Fenster), ein Sequel folgte zwei Jahre später. Das blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück, so dass ein geplanter dritter Teil nie Wirklichkeit wurde. Stattdessen gab es Ende der 1990er Jahre noch eine halbgare Fernsehserie(öffnet im neuen Fenster).

Die Mythologie der Kampfspiele war dabei immer nur der Aufhänger: Ein großes Turnier zwischen Outworld und Erdenreich wird abgehalten. Haben die Krieger von Outworld zehn Turniere in Folge gewonnen, ist ihnen die Invasion der Erde erlaubt.

Der neue Film beginnt damit, dass das Erdenreich bereits neun Turniere verloren hat. Damit ist für den bösen Gott Shang Tsung das Ziel zum Greifen nah. Der die Erde schützende Gott Lord Raiden will das unbedingt verhindern, doch die Entscheidung dieses Mortal Kombats findet nicht in der Arena statt. Denn Shang Tsung schickt seine Leute los, um die Champions der Erde noch dort zu töten, und so zu verhindern, dass sie den Mortal Kombat gewinnen können.

Zu diesen Champions gehört auch Cole, seines Zeichens Nachfahre eines der größten Kämpfer aller Zeiten. Cole weiß nichts von seiner Bestimmung. Erst als ihn der Killer Subzero mit seinen Eiskräften töten will und er von dem Ex-Soldaten Jax gerettet wird, erfährt er von Jax' Freundin Sonya Blade vom Mortal Kombat. Zusammen mit dem zwielichtigen Kano finden sie schließlich Raiden und die Vorbereitung auf den Kampf der Kämpfe beginnt.

Anzeige

Mortal Kombat 1 & 2 Film Collection Limited Steelbook [Blu-ray]

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Kein Turnier bei Mortal Kombat?

Die größte Überraschung des Films ist sicherlich, dass es hier gar kein Turnier gibt. Denn der Film ist, wenn man so will, das Prequel zum kommenden Turnier. Das ist gar keine schlechte Idee, wurde jüngst doch auch bekannt, dass Warner Bros. gleich vier Fortsetzungen plant(öffnet im neuen Fenster).

Mortal Kombat (2021) – Trailer
Mortal Kombat (2021) – Trailer (01:59)

Dennoch enthält der Film alles, was von einem Mortal-Kombat-Film erwartet wird: Ob in einer Arena oder auf der Straße – was hier zählt, sind beinharte Fights, geniale Choreographien und coole Effekte. All das bietet Mortal Kombat im Übermaß.

Dünne Story

Die Geschichte ist natürlich mager, aber das war sie auch schon bei früheren Filmen. Ehrlich gesagt, erwartet hier niemand einen Ausbund an Originalität. Die Geschichte muss als Katalysator für die Action dienen. Dafür ist sie mehr als ausreichend.

Nur wenn geredet wird, stellt sich ein bisschen Leerlauf ein. Wirklich lange hält der aber nie an. Der nächste Kampf kommt immer recht flott und die bekannten Figuren der Games dürfen stets die Sprüche ablassen, die zu ihrem Markenzeichen geworden sind.

Die größte charakterliche Entwicklung, die die Figuren durchmachen, ist, dass sie ihr Arcana finden müssen, ihre innere Stärke, das, was sie zu einem Champion macht. Im Post-Superhelden-Zeitalter würde man sagen: Die Helden müssen ihre Superkraft finden.

Überhaupt mutet der gesamte Film wie ein Superheldenmovie an. Zum Beispiel, weil eine Figur wie Cole gar nicht weiß, wer sie ist und erst zu jenem schlagkräftigen Helden werden muss, der im Mortal Kombat antreten kann.

In Mortal Kombat spritzt das Blut und es fliegen die Eingeweide

Am meisten Spaß macht der von dem Australier Josh Lawson gespielte Kano, der mit seiner rotzigen Art die Lacher und die Sympathien auf seiner Seite hat. Er ist ein pöbelnder Prolet, ein Typ, der lieber zuhaut, als zu reden. Ein Gauner durch und durch, aber irgendwie liebenswert.

Entsprechend ist seine Entwicklung auch die größte in diesem Film, wenn sie auch nicht ganz so verläuft, wie es Unkundige des Spiels vielleicht erwarten würden. Turnier hin oder her, der Film punktet bei der Charakterisierung der Figuren. Sie sind so, wie Gamer sie sich erwarten und erhoffen.

Keine Jugendfreigabe in Deutschland

In den USA ist der Film haarscharf am gefürchteten NC-17-Rating vorbeigeschrammt, das einen Kinoeinsatz praktisch unmöglich gemacht hätte. Hierzulande hat der Film von der FSK ''Keine Jugendfreigabe'' bekommen(öffnet im neuen Fenster). Das überrascht nicht, denn die Kämpfe sind wirklich heftig. Dagegen ist alles, was im Originalfilm aus dem Jahr 1995 zu sehen war, reinstes Kasperle-Theater.

Hier spritzt das Blut, hier fliegen die Eingeweide, hier wird gehäckselt und geschnetzelt. Kurz gesagt: Die Kämpfe enden brutal, sie enden drastisch, und sie enden mit reichlich Splatter. Nötig wäre der nicht gewesen, er schadet aber auch nicht, zumal es die Dynamik der Fights durchaus vorgibt, dass am Ende einer von beiden Kämpfern ganz bestimmt nicht mehr aufsteht.

Die Rollen in Mortal Kombat wurden nicht mit Stars besetzt. Auf relative Newcomer zu setzen, ist jedoch nicht die schlechteste Idee, weil die Figuren dann im Vordergrund stehen. Ein klein wenig billig erscheint das aber schon auch, da dadurch natürlich das Budget gesenkt werden konnte.

Die bekanntesten Gesichter sind Hiroyuki Sanada (Last Samurai) und Mehcad Brooks (Jimmy Olsen in der Supergirl-Serie), der für diesen Film offenkundig ganz lange in der Mucki-Bude war. Die Schauspieler sind in ihren Rollen aber durchweg gut. Andererseits: Große Herausforderungen müssen sie nicht meistern – davon abgesehen, dass sie in Action gut aussehen müssen.

Anzeige

Mortal Kombat 1 & 2 Film Collection Limited Steelbook [Blu-ray]

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Mortal Kombat stellt Gamer und Non-Gamer zufrieden

Wer eine ausgeklügelte Geschichte erwartet, ist hier fehl am Platz. Aber ganz ehrlich: Wer sieht sich Mortal Kombat an und würde das erwarten?

Nein, was hier zählt, sind die vielen Kämpfe, die ausgesprochen originell, dynamisch und knackig inszeniert sind. Bei der Action haut Mortal Kombat voll rein, immer unterlegt von jener basslastigen Musik, die an den Score des Originalfilms aus dem Jahr 1995 denken lässt.

Im Nachspann gibt es dann auch das, was man bei der Musik erwartet – den Mortal-Kombat-Schrei(öffnet im neuen Fenster). Alles in allem ist es ein sehr unterhaltsamer, flotter Film, dem das Kunststück gelingt, Gamer und Non-Gamer zufriedenzustellen.


Relevante Themen