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Neue VDE-Norm 4105: Balkonkraftwerke als permanente Stromerzeuger

Solange die Einspeiseleistung begrenzt bleibt, könnte ein Balkonkraftwerk im Zusammenspiel mit einem Speicher rund um die Uhr Strom liefern. Theoretisch.
/ Mario Petzold
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Wie viele Solarmodule ein Balkonkraftwerk nutzt, ist für den Berieb der Anlage nicht mehr entscheidend. (Bild: AFP via Getty Images/Tobias Schwarz)
Wie viele Solarmodule ein Balkonkraftwerk nutzt, ist für den Berieb der Anlage nicht mehr entscheidend. Bild: AFP via Getty Images/Tobias Schwarz
Inhalt
  1. Neue VDE-Norm 4105: Balkonkraftwerke als permanente Stromerzeuger
  2. Stromnetzentlastung durch die Hintertür

Weil in der Norm VDE AR-N 4105 2026:03 keine Begrenzung der Erzeugungsleistung mehr angegeben ist, könnte jede Privatperson allein durch die Meldung im Marktstammdatenregister(öffnet im neuen Fenster) eine Anlage betreiben, die bis zu 19 Kilowattstunden (kWh) pro Tag einspeisen kann, fast 7.000 kWh im Jahr. Die einzige Bedingung ist, dass der Wechselrichter nicht mehr als 800 Voltampere, gleichbedeutend mit 800 Watt, ins Hausnetz einspeist.

Oder andersherum: An ein simples Balkonkraftwerk lassen sich dank der jüngsten Normanpassung so viele Solarmodule wie gewünscht anschließen, die gleichzeitig noch einen Akkuspeicher aufladen. Mit einem solchen Aufbau könnte der Wechselrichter stets mit voller Leistung einspeisen und einen erheblichen Teil des Eigenverbrauchs übernehmen, solange der sichere Betrieb gewährleistet ist.

Ein paar Vorschriften bleiben jedoch zu beachten. Mehr als 7.000 Watt Leistung sollte die gesamte Anlage nicht überschreiten, weil spätestens dann auch eine intelligente Messeinrichtung nötig wird. Und eine Einspeisesteckdose oder ein fester Anschluss, jeweils gesetzt von einem Elektrofachbetrieb, muss für die Einspeisung genutzt werden.

Gleichmäßige Einspeisung, keine Spitzen mehr

Wobei 7.000 Watt als Spitzenleistung zwar theoretisch möglich sind, praktisch aber Unsinn. Eine so leistungsstarke Anlage würde im Sommer Strom erzeugen, den ein vermutlich riesiger Akkumulator erst im Winter einspeisen könnte. Schuld ist hier die Begrenzung beim Wechselrichter.

Allerdings spielt es laut der Norm keine Rolle, woher die Leistung stammt. Neben Solarzellen könnten das ein kleines Windrad, eine Kraft-Wärme-Kopplung oder ein winziges Wasserkraftwerk sein. Mit Blick auf die Anschaffungskosten dürften jedoch nur Photovoltaik und Stromspeicher in Kombination effektiv zur Senkung der Stromkosten beitragen. Insbesondere Windräder an Gebäuden sind teuer und liefern nur einen Bruchteil der theoretisch möglichen Leistung.


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