Neue VDE-Leitlinie: Glasfaserkabel bergen keine innere Brandgefahr
Eine neue technische VDE-Leitlinie stellt klar, dass Glasfaserkabel keine intrinsische Brandgefahr bergen. Das gab der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) am 9. Februar 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . "Bislang waren Glasfasern in der Muster-Richtlinie über brandschutzrechtliche Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR) so zu behandeln, als ob sie wie elektrische Kabel eine intrinsische Brandgefahr bergen." Wegen dieser "technisch falschen Festlegung" war eine Installation in Fluchtwegen nur mit einem Brandschutzkanal erlaubt, was teuer und aufwendig ist.
Alternativ wurden Steigebereiche für Elektro-, Sanitär oder Lüftungsleitungen genutzt, was aber nicht in allen Gebäuden möglich ist. Die neue MLAR-Version besagt, dass Glasfasern mit Gebäudeklassifikation in einem Metallkanal oder als Klebefasern in Fluchtwegen verlegt werden können, erklärte Thomas Sentko, Normungsmanager Breitband, Glasfaser- und Steckverbinder-Technologie im VDE.
Deutsche-Telekom-Sprecherin Nicole Schmidt sagte Golem dazu: "Wir befürworten, dass die Brandschutzverordnungen überprüft und angepasst werden. Denn von Glasfaserkabeln, die nur Licht leiten, geht keine Gefahr einer Selbstzündung aus. Anders als dies bei Stromkabeln der Fall ist. Mit beispielsweise modernen Klebekabeln könnte man das Verlegen von Glasfasern in Gebäuden deutlich einfacher machen und damit auch schneller die Anschlüsse bereitstellen."
Bürokratie ist damit noch nicht fertig
Doch bevor die VDE-Leitlinie 0800-730 praktisch umgesetzt werden kann, müssen die Landesbrandschutzverordnungen jeweils noch angepasst werden.
Hintergrund ist auch, dass die Telekom sich dafür einsetzt , dass ein transparentes biegsames Glasfaserkabel von Huawei für den Glasfaserausbau in Treppenhäusern zugelassen wird. Es handelt sich um Kabel, die von der Rolle direkt an die Wand geklebt werden können und damit optisch wenig auffallen. Die Glasfaser ist dabei flexibel und kann auch um Ecken geführt werden. Huawei ist derzeit offenbar der einzige Hersteller für ein solches Kabel, das etwa in denkmalgeschützten Treppenhäusern ohne Bohren mit einer Heißklebepistole oder selbstklebend verlegt werden kann. Ein Netzbetreiber in Deutschland setzt das Produkt schon ein .
Weitere bürokratische Hürden
Sven Knapp, Hauptstadtbüroleiter beim Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), sagte Golem: "Es braucht dennoch weiterhin eine gewisse Flexibilität, um den Anforderungen unterschiedlicher Gebäudetypen gerecht zu werden. Damit die Leitlinie zügig Wirkung entfaltet, sollten rechtliche Vorgaben, die noch auf älteren Standards basieren, nun schnell angepasst werden – auch auf Länderebene."
Zudem sollten die nationalen Mindeststandards, die der Gesetzgeber auf Basis der Gigabitinfrastrukturverordnung der EU (GIA) festlegen muss, zu den Vorgaben der VDE-Leitlinie passen. Verbände der Telekommunikations-, Wohnungs- und Elektrobranche – darunter auch Breko und VDE – hätten hierfür bereits einen gemeinsamen Vorschlag vorgelegt, den das Bundesdigitalministerium übernehmen solle, erklärte Knapp.
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