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Neue Technik: Bosch verkündet Durchbruch für saubereren Diesel

Für Bosch ist die Dieseltechnik ein wichtiger Umsatzbringer. Daher will das Unternehmen mit einer neuen Entwicklung die Stickoxidemissionen entscheidend senken, um weiterhin Dieselkomponenten verkaufen zu können.
/ Friedhelm Greis
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Bosch will nur noch Produkte entwickeln, die "im normalen, täglichen Einsatz menschliches Leben bestmöglich schützen". (Bild: Fabrizio Bensch/Reuters)
Bosch will nur noch Produkte entwickeln, die "im normalen, täglichen Einsatz menschliches Leben bestmöglich schützen". Bild: Fabrizio Bensch/Reuters

Der Stuttgarter Bosch-Konzern will mit einer neuartigen Abgasbehandlung den Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselmotoren deutlich senken. "Mit der neuesten Bosch-Technik wird der Diesel emissionsarm und bleibt bezahlbar", sagte der Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Mittwoch in Renningen. Damit würden selbst die von 2020 an geltenden Grenzwerte für Stickoxidemissionen deutlich unterboten. "Der Diesel hat Zukunft. Heute wollen wir die Debatte um das Ende des Diesels endgültig ad acta legen", sagte Denner.

Der Mitteilung zufolge(öffnet im neuen Fenster) sollen von 2020 an maximal 120 Milligramm Stickoxidausstoß pro Kilometer im Realbetrieb (Real Driving Emissions/RDE) erlaubt sein. Die neue Dieseltechnik könne den Ausstoß hingegen auf 13 Milligramm pro Kilometer bei gesetzlich genormten RDE-Fahrten senken. Selbst bei Stadtfahrten lägen die Werte der Bosch-Testfahrzeuge bei durchschnittlich nur noch 40 Milligramm pro Kilometer. Die Emissionen könnten nun in allen Fahrsituationen unter dem Grenzwert bleiben. Das sei unabhängig davon, "ob der Fahrer stark beschleunigt oder langsam fährt, ob es draußen Minusgrade hat oder Sommerhitze, ob die Messung auf der Autobahn oder im zähfließenden Stadtverkehr stattfindet", hieß es weiter.

Kombination aus neuen Verfahren

Erreicht werden die niedrigeren Emissionen laut Bosch durch "eine Kombination aus ausgeklügelter Einspritztechnik, neu entwickeltem Luftsystem und intelligentem Temperaturmanagement". Die verwendeten Turbolader sollen schneller ansprechen als bisher. Mit einer aktiven Regelung der Abgastemperatur soll die Abgasanlage so warm bleiben, "dass sie in einem stabilen Temperaturbereich arbeitet und die Emissionen auf niedrigem Niveau bleiben". Zusätzliche Bauteile, die die Kosten erhöhen würden, seien nicht erforderlich.

Bosch hat mit der Entwicklung einer Software für die Dieselsteuerung selbst dazu beigetragen, dass Hersteller wie VW oder Audi die Abgaswerte ihrer Autos manipulieren konnten. Durch die Prüfstanderkennung war es möglich, die Abgasnachbehandlung in vielen Situationen zu deaktivieren und damit auch den Verbrauch von Harnstoff stark zu senken.

Produktentwicklungskodex vorgestellt

Nun gelobt das Unternehmen Besserung und stellte am Mittwoch einen "Produktentwicklungskodex" vor. Demnach ist der Einbau von Funktionen verboten, die Testzyklen automatisch erkennen. Zudem dürfen Bosch-Produkte nicht für Testsituationen optimiert werden. Ebenfalls sollen "Bosch-Produkte im normalen, täglichen Einsatz menschliches Leben bestmöglich schützen und Umwelt sowie Ressourcen bestmöglich schonen".

Einem Bericht von Spiegel Online zufolge(öffnet im neuen Fenster) soll es aber nicht möglich sein, bereits verkaufte Autos mit der neuen Technik nachzurüsten. Serienautos mit dieser Art von Abgasreinigung könnten in etwa zwei Jahren auf die Straße kommen. Der verantwortliche Systementwickler bei Bosch, Andreas Kufferath, habe erklärt, dass in den vergangenen vier Jahren rund hundert Ingenieure an diesen und zahlreichen anderen Details gearbeitet haben, um die nun erzielte Schadstoffreduzierung zu realisieren.

Angesichts drohender Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge in stark belasteten Innenstädten sagte Bosch-Chef Denner: "Der Diesel wird seinen Platz im urbanen Verkehr behalten, ob für Handwerker oder Pendler." Denner forderte in diesem Zusammenhang, für den Klimaschutz die Kohlendioxid-Belastungen des Straßenverkehrs transparenter zu machen. Dazu müssten künftig auch der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß unter Realbedingungen auf der Straße gemessen werden.


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