Neue Studie: Fast jede zweite Person wurde schon im Netz beleidigt

Die gemeinnützige Organisation Hateaid hat die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu Hass im Internet veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Mehr als 3.000 Internetnutzer in Deutschland ab 16 Jahren wurden im Oktober und November 2023 zu ihren Erfahrungen mit Hass im Internet und den daraus folgenden Konsequenzen befragt.
Aus der Umfrage geht hervor, dass fast jede zweite Person im Internet schon einmal beleidigt wurde (49 Prozent). 41 Prozent der Nutzer erlebten bereits, dass Unwahrheiten über sie verbreitet wurden. Ein Viertel gab an, mit körperlicher Gewalt bedroht worden zu sein, 13 Prozent mit sexualisierter Gewalt.
Einige Personengruppen sind stärker von Hass im Internet betroffen als andere: So liegt der Anteil der Betroffenen bei Frauen zwischen 16 und 24 Jahren mit 30 Prozent höher als bei Männern im gleichen Alter (22 Prozent).
Bedrohungen führen zu Rückzug von Diskussionen
Auch bei der sexuellen Orientierung lassen sich Unterschiede beobachten: Unter den Befragten, die von Hass im Internet betroffen sind, gaben 28 Prozent an, homosexuell zu sein, 36 Prozent sind bisexuell. 13 Prozent antworteten, dass sie heterosexuell sind.
30 Prozent der Betroffenen gaben an, einen sichtbaren Migrationshintergrund zu haben. 57 Prozent der Befragten bekennen sich aus Angst im Netz seltener zu ihrer eigenen politischen Meinung, 55 Prozent beteiligen sich weniger an Diskussionen. 76 Prozent sind besorgt, dass der Hass im Internet zu mehr Gewalt im Alltag führt. 86 Prozent finden, dass soziale Netzwerke mehr Verantwortung übernehmen müssten, um Hass einzudämmen.
Die Herausgeber der Studie sind neben Hateaid das NETTZ - eine Vernetzungsstelle gegen Hassrede -, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und die Neuen deutschen Medienmacher als Teil des Kompetenznetzwerks gegen Hass im Netz. Zu den Forderungen der Herausgeber gehört ein besserer Schutz von Betroffenen, eine finanzielle Verantwortung der sozialen Netzwerke sowie eine Stärkung der Medienkompetenz und der politischen Bildung.



