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Neue Staffel von Futurama: Planet Express liefert wieder

Futurama trotzt jeder Einstellung, jetzt läuft Staffel 11 bei Disney+ . Es kommen quasi alle wichtigen Themen unserer Zeit vor – inklusive eines gigantischen Nasen-Teststäbchens.
/ Peter Osteried
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Zehn Jahre nach ihrer letzten Einstellung kehrt Futurama zurück! (Bild: Disney+)
Zehn Jahre nach ihrer letzten Einstellung kehrt Futurama zurück! Bild: Disney+

Als bekannt wurde, dass der US-Streamingsender Hulu eine neue Staffel von Futurama bestellt hat, hat Serienschöpfer Matt Groening(öffnet im neuen Fenster) das so kommentiert: "Es ist mir eine große Ehre, einmal mehr die triumphale Rückkehr von Futurama ankündigen zu dürfen, bis wir wieder abrupt eingestellt werden."

Ganz Unrecht hat Groening damit nicht, Futurama scheint mehrere Leben zu haben, wie eine Katze. Gestartet ist die Serie 1999 bei dem US-Network Fox, wo Groenings Die Simpsons erfolgreich läuft (und mittlerweile um die 35. und 36. Staffel(öffnet im neuen Fenster) verlängert wurde).

Futurama hatte es immer schwerer – vielleicht auch, weil die Serie sehr viel erwachsener ist als die um die chaotische Familie aus Springfield. Futurama ist vor allem eine Satire auf unsere moderne Gesellschaft – und das gesehen durch die Augen eines Typen, der einer von uns ist: des Pizzaboten Fry.

Ihn verschlägt es vom Jahr 1999 ins Jahr 3000, wo vieles anders ist als 1999. Manches ist aber auch ähnlich: dass neue Technik ihre Tücken hat und man ihr erstmal per se misstraut. Wo andere Science-Fiction-Serien von einer perfekten technologischen Zukunft erzählen, hakt es bei Futurama an allen Ecken und Enden – so wie im echten Leben.

Die Serie wurde nach nur vier Staffeln eingestellt, sie hätte eine kleine Kultshow bleiben können; beliebt und verehrt von Fans, aber nicht mehr. Dann begann das DVD-Zeitalter und die Staffelboxen verkauften sich so gut, dass 20th Century Fox von Groening Futurama-Filme bestellte, die für die exklusive DVD-Auswertung(öffnet im neuen Fenster) gedacht waren.

Die vielen Leben von Futurama

Danach griff Comedy Central(öffnet im neuen Fenster) die Serie auf und produzierte sie weiter, bis 2013 wieder einmal Schluss war. Die Serie erhielt ein Ende, mit dem die Fans zufrieden sein konnten, weil es recht kreativ auf die ewige Frage einging, ob Fry und die einäugige Leela jemals zueinander finden würden.

Irgendwie dachte man, dass es das endgültig gewesen sei. Jetzt kommt Futurama aber bei Hulu wieder, beziehungsweise hierzulande bei Disney+, dem Hulu gehört. Eine neue Staffel mit 20 Folgen wurde bestellt, die ersten zehn werden ab heute (24. Juli; wöchentlich eine Folge) präsentiert.

Und wieder ein Zeitsprung

Die Serie war immer schon am besten, wenn sie kommentierte, was sich in unserer Gegenwart so tut. Da Futurama bislang im Jahr 3000 spielte, beginnt die neue Staffel mit einer mehr oder minder gelungenen Erfindung von Professor Farnsworth, die die Figuren in die Zukunft transportiert – ins Jahr 3023.

Ebenso wie in der echten Welt hat sich auch in der Futurama-Welt in den vergangenen zehn Jahren viel getan. Die Serie spiegelt wider, was die Autoren – und uns alle – im vergangenen Jahrzehnt beschäftigt hat.

Schöne neue Welt

Futurama wird dabei auch ein bisschen meta, wenn es etwa um einen Streamingdienst der Zukunft geht: Die Leute von Planet Express gucken am liebsten Fulu. Die Serie kommentiert aber nicht nur das veränderte Sehverhalten des Publikums, sondern befasst sich auch mit dem Goldrauschgefühl, das mit Kryptowährungen einherging – musikalisch wird hier der Wilde Westen zitiert.

Aber das ist nicht alles. Planet Express droht, aus dem Geschäft gedrängt zu werden. Bislang hat man gut davon gelebt, Güter von einem Planeten zum nächsten zu bringen, aber jetzt wird die Existenz durch Momazon bedroht, das nicht nur mit (zu) intelligenten Smart-Home-Assistenten aufwartet, sondern auch mit Drohnen extrem schnelle Lieferungen machen kann.

Damit kann der betagte Planet Express nicht konkurrieren. Auch amüsant: ein Algorithmus, der weiß, was Kunden kaufen wollen, bevor diese selbst auch nur die geringste Idee haben.

In der neuen Staffel wird es zudem um eine Pandemie gehen – inklusive eines gigantischen Teststäbchens für die Nase – und selbst Dune wird mit einer sandwurmartigen Kreatur zitiert.

Zehn Jahre nach der bislang letzten Folge haben die Serienmacher nichts verlernt. Sie sind auf den Punkt, zeigen sich als aufmerksame Beobachter unserer Welt und denken in der Welt von Futurama weiter, was das alles heißen könnte.

Darüber hinaus ist die Serie aber auch das, was sie immer war: nicht nur witzig, sondern auch um ernsthafte Themen bemüht und – noch wichtiger – mit einem emotionalen Kern, der dem albernen Chaos, das um ihn herrscht, immer trotzt.

Nur für Fans?

Das Tolle an der Serie ist, dass sie extrem einsteigerfreundlich ist. Es tauchen Figuren alter Staffeln auf, vergangene Ereignisse werden referenziert – aber immer auf eine Weise, die auch Neueinsteiger mitnimmt.

Man wird direkt in die Welt von Futurama hineingezogen und fühlt sich wohl – egal, ob man Fan der ersten Stunde ist, der die alten Folgen mitsprechen kann, oder jemand, der Fry, Leela, Bender, Professor Farnsworth, Linda, Hermes Conrad, Morbo, Amy Wong und Dr. Zoidberg gerade erst kennenlernt.

Die Zukunft sieht wieder rosig aus. Bis die Show eingestellt wird. Aber irgendwann kommt sie dann eh wieder zurück. Ganz bestimmt.


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