Neue Snowden-Dokumente: NSA lobte Deutschlands "wesentliche" Hilfe im Irak-Krieg

Das Portal The Intercept veröffentlicht eine neue Serie von internen Dokumenten des US-Geheimdienstes NSA. Darin wird Deutschlands Rolle im Irak-Krieg und ein besonderes deutsches Gemüse gelobt.

Artikel veröffentlicht am ,
Trotz großer Proteste gegen den Irak-Krieg soll Deutschland "wesentliche" Hilfe geleistet haben.
Trotz großer Proteste gegen den Irak-Krieg soll Deutschland "wesentliche" Hilfe geleistet haben. (Bild: Kurt Vinion/Getty Images)

Das Enthüllungsportal The Intercept gewährt mit neuen Veröffentlichungen aus dem Fundus von Whistleblower Edward Snowden einen Einblick in die alltägliche Arbeit des US-Geheimdienstes NSA. Dabei handelt es sich um einen internen Newsletter der Abteilung Technische Aufklärung (Signals Intelligence Directorate, SID). Die nun veröffentlichten 166 Dokumente von SIDToday stammen aus dem Zeitraum von März 2003 bis Juni 2003. Wichtige Themen sind dabei die Rolle der NSA im Irak-Krieg, im Krieg gegen den Terror, aber auch persönliche Berichte von den Erlebnissen in den NSA-Posten im Ausland.

Zu den veröffentlichten Dokumenten gehört auch ein "Frontbericht" des damaligen NSA-Brigadegenerals Richard P. Zahner über den Irak-Krieg. In seinem Vortrag im "vollgepackten" Friedman-Auditorium in Fort Meade am 6. Juni 2003 bedankte sich der General zunächst bei allen NSA-Mitarbeitern, die während des Krieges erfolgreich ihre Spionageziele "im Rest der Welt" verfolgt hätten. Dann sprach er "von der Bedeutung der Koalitionsstreitkräfte und bemerkte, dass die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Deutschlands wesentlich zum siegreichen Ausgang beigetragen habe".

Deutschland kein Mitglied der Koalition der Willigen

Diese Einschätzung überrascht, denn Deutschland gehörte - anders als die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar - ausdrücklich nicht zur sogenannten Koalition der Willigen, die die USA bei ihrem völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak unterstützt hatte. Die damalige Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich geweigert, die USA mit Bundeswehrsoldaten zu unterstützen. Allerdings gewährte sie dem Nato-Partner unter anderem Überflugrechte und bewachte die US-Kasernen in Deutschland. Aus dem NSA-Dokument geht nicht hervor, ob Zahner sich detaillierter über die Hilfe Deutschlands im Krieg äußerte. Während des Krieges sollen sich zwei BND-Agenten in Bagdad aufgehalten haben.

In zwei anderen Dokumenten äußern sich NSA-Mitarbeiter voll des Lobes über ihr europäisches Gastland. Besonders gut gefällt ihnen an Deutschland, dass man innerhalb weniger Stunden viele interessante Orte in Europa erreichen kann. Ein Mitarbeiter des European Technical Center (ETC) in Wiesbaden war zudem vom kulinarischen Angebot im Rheinland sehr angetan. "Einen guten Wein findet man gleich um die Ecke, einen sehr guten Riesling gibt's nur wenige Meter entfernt." Selbst das Essen in Deutschland gefiel dem NSA-Mitarbeiter sehr gut, "ein wahres Vergnügen außer für die konservativsten Geschmäcker". Er empfiehlt den "süßen, weißen Spargel" sowie die Erdbeeren als regionale Spezialitäten. Sein Resümee: "Es würde nur das Offensichtliche bestätigen, dass mir das Leben in Deutschland ohne Ende gefallen hat."

Weitere Enthüllungen folgen

The Intercept kündigte an, Dokumente von SIDToday "in großen Chargen" aus den Jahren 2003 bis 2012 veröffentlichen zu wollen. Die Dokumente wurden von der Redaktion sowohl technisch als auch inhaltlich aufbereitet. So wurden die Dateien von HTML in PDF konvertiert, zudem enthalten sie in geringem Umfang auch Schwärzungen. Diese betreffen vor allem die Namen von Agenten.

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DrWatson 18. Mai 2016

Zitat:"Wenn ich mir ansehe, gegen welche Länder derzeitig Embargos geführt werden,deckt...

Sarkastius 18. Mai 2016

es ging am Ende ja auch nicht um die Abschaffung einer Diktatur sondern um Destabilisierung.

Dwalinn 18. Mai 2016

Das hast du zwar recht aber der "grüne Spargel" macht weniger Aufwand und wird daher...

CaseyJones 17. Mai 2016

Not sure if sarcasm, or just really stupid.



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