Neue Rennspiele: Forza 5, Drive Club und Gran Turismo 6 angespielt

Rennspiele verkaufen Konsolen – kein Wunder, dass sowohl Microsoft für die Xbox One als auch Sony für die Playstation 4 großen Wert darauf legen, dass vom Start weg teure Autos über Hochgeschwindigkeitspisten sausen können. Zwei der drei von uns ausprobierten Spiele waren auf der E3 2013 mit Lenkrad spielbar. Sie wollen einem Simulationsanspruch gerecht werden und heißen Forza Motorsport 5 und Gran Turismo 6 . Drive Club wird zwar ebenfalls mit Lenkrad steuerbar sein, das Fahrgefühl ist aber weniger realistisch.

Drive Club entsteht bei den Evolution Studios für die Playstation 4 . Den Fokus richten die Entwickler auf den Onlinemodus. Spieler schließen sich einem Drive Club an oder erstellen ihren eigenen samt individuellem Logo. Auf der Strecke gilt es, so viel Fame wie möglich für das eigene Team zu sammeln. Fame-Punkte gibt es für schnelle Rundenzeiten, sauber gefahrene Streckenabschnitte, eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit oder spektakuläre, lange Drifts.
Auf der E3 konnten wir uns einem von zwei Teams anschließen: "Spoiler Alert" oder "All Torque, No Traction". Beiden Teams stand ein eigener Fuhrpark zur Verfügung. "Spoiler Alert"-Fahrer durften beispielsweise den Vernon GT Hennessey fahren, beim rivalisierenden Team stand der Pagani Huayra in der Garage. Gefahren wurde in Kinloch, Schottland.















Das Fahrgefühl war bereits sehr ausgewogen. Wir spielten Drive Club in der Version "Alpha 35% finished". Zusätzlich zu einer Cockpitperspektive, Motorhaubensicht, zwei Außenkameras sowie der Stoßstangenkamera bietet das Spiel eine weitere, äußerst gut spielbare Kameraperspektive. Sie versetzt Spieler knapp vor das virtuelle Lenkrad hinter die Windschutzscheibe. Wir empfanden die Perspektive als einen gelungenen Kompromiss: Sie ist gut spielbar, das Cockpitflair wird aber nicht komplett aufgegeben.
Playstation Eye für Playstation 4 in Drive Club ausprobiert
Auf der Messe hat uns Drive Club nicht losgelassen, bis wir zumindest in einer Disziplin eine Bestmarke gesetzt hatten. Jedes Mal, wenn ein für Fame-Punkte deklarierter Abschnitt auf der Strecke angefahren wird, sucht das Spiel einen auf ähnlichem Niveau fahrenden Gegenspieler, den es zu überbieten gilt. Das sorgt für gesunde Motivation. Auf einem externen Monitor wurden die Highscores aller Journalisten für Fame-Punkte und Bestzeiten angezeigt. Die dazugehörigen Spielerfotos wurden von der neuen Playstation-Eye-Kamera gemacht.















Der Ersteindruck der Kamera war äußerst ernüchternd. Die Bildqualität ist vergleichbar mit der der aktuellen Playstation-3-Kamera. Die höhere Auflösung macht sich zwar positiv bemerkbar, dennoch waren die im Schummerlicht geschossenen Bilder stark verrauscht. Auf die neue Bewegungs- und Tiefenerkennung der neuen Kamera muss das zwar keine negative Auswirkung haben, wir hatten dennoch eine bessere Bildqualität erwartet.
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Drive Club soll in einer Variante für Playstation-Plus-Mitglieder zum Start der Playstation 4 ohne Mehrkosten verfügbar sein. Diese Version wird das komplette Grundgerüst für die Erstellung und Verwaltung der Drive Clubs sowie fünf Strecken enthalten. Weitere Kurse und Autos sind aktuell als Erweiterung geplant. Inwieweit diese kostenpflichtig werden und für wen, steht noch nicht fest. Das Rennspiel soll nach Angaben der Entwickler über die Jahre aber stetig wachsen.
Gran Turismo 6
Gran Turismo 6 stand auf der E3 2013 deutlich im Schatten von Drive Club und Forza 5. So mussten Spieler selten länger als fünf Minuten anstehen, um in eins der GT6-Cockpits zu steigen. Wir drehten unsere ersten Runden im Rennspiel von Polyphony Digital auf dem renovierten Kurs von Silverstone.

Das bewährte Fahrgefühl ermöglichte uns einen leichten Einstieg und früh zackige Rundenzeiten. Optisch ist verglichen mit dem Vorgänger kein großer Qualitätssprung zu erwarten. Wir empfinden ihn in etwa so wie anno 2007 von Gran Turismo 3 auf Teil 4. Das dynamische Grafiksystem von GT5 ist auch in GT6 aktiv. Je nach gewählter Perspektive, der Anzahl der Autos sowie der Strecke fällt das PS3-typische Kantenflimmern mehr oder minder negativ ins Gewicht.















In den Replays glänzt das PS3-Spiel dann mit zugeschaltetem Antialiasing und ein paar Filtereffekten. Auch bei den Kamerawinkeln waren die Entwickler einfallsreich, da macht auch das Zusehen Spaß.
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Über 1.200 Autos sollen sich auf der Blu-ray-Disc oder in der Digital-Copy-Version von Gran Turismo 6 befinden. 500 davon werden besonders schick ausgearbeitet, bekommen ein detailliertes Cockpit und ein realistischeres Fahrgefühl. Nacht- sowie Regenrennen und Boxenstopps sind für die fertige Version angekündigt, die im Dezember 2013 für die Playstation 3 erscheinen soll. Danach wollen sich die Entwickler um eine Fassung für die Playstation 4 kümmern.
Forza Motorsport 5
Forza Motorsport 5 soll ein Starttitel für die Xbox One werden. Auf der E3 2013 beeindruckt das Rennspiel in erster Linie durch seine Optik. Forza 5 läuft in Full-HD-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde. Slowdowns konnten wir beim Anspielen nicht feststellen, hier und da jedoch sichtbare Pop-ups. Positiv fiel uns das schicke Antialiasing auf, das die Kurse und Autos aufhübscht. Die Supersportwagen sammeln nun auch einigen Schmutz auf der Strecke auf und haben hier und da mal einen optischen Verarbeitungsfehler, zum Beispiel Kratzer im Lack oder den Felgen. Diese Unregelmäßigkeiten fallen zwar nur selten auf, erhöhen aber den Realismusgrad.

Allgemein gilt für Forza 5 das Prinzip: größer, schöner, besser. Der Umfang wird durch die Einführung der Indycarserie sowie zahlreiche neue Autos wie den McLaren P1 erweitert. Die Solokampagne soll sich wie im Vorgänger immer am vom Spieler gewählten Auto orientieren und wieder in Saisons eingeteilt werden. Diese Information stimmte uns nicht glücklich, da gerade die späteren Saisonjahre in Forza 4 zur Pflichtübung verkamen, die einfach nur länger dauerten als in den ersten Jahren der Karriere.
Microsoft versucht dieser Langeweile-Falle im Solomodus entgegenzuwirken, indem die künstliche Intelligenz der Rivalen auf der Strecke durch Cloud-Computing stetig erneuert und verfeinert wird. Auf der Messe wurde diesem Verfahren der Name Drivatar gegeben. Ganz neu ist die Idee aber nicht. Im Endeffekt wird wie beim iOS- und Android-Rennspiel Real Racing 3 von Electronic Arts das eigene Fahrverhalten ausgewertet und in die Cloud hochgeladen, wo es anderen Fahrern weltweit zur Verfügung steht. Auf der Xbox One und Microsofts Serverfarmen könnte das aber besser und effizienter funktionieren als bei Publisher Electronic Arts. In Real Racing 3 bemerkten wir nämlich relativ selten intelligent agierende Gegner.
Mehr Rumble, mehr Realismus?
Durch die zwei zusätzlichen Rumblemotoren in den analogen Schultertasten des Xbox-One-Controllers werden mehr Simulationsaspekte des Fahrgefühls an den Spieler weitergeleitet. Realistischer fühlt es sich dadurch zwar nicht an, wir empfanden das zusätzliche Feedback beim Driften jedoch hilfreich, da nun leichter zu spüren ist, welcher Reifen Grip verliert. Variierende Widerstände beim Gasgeben oder Bremsen werden nicht simuliert.















Die Demo auf der E3 schickte uns in die tschechische Hauptstadt Prag bei strahlendem Sonnenschein. Wetterwechsel oder Regenrennen wie sie Gran Turismo 6 bieten will, sind nicht geplant. Auch zum Thema simulierte Boxenstopps wollte man uns noch keine Auskunft geben.