Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Neue Pauschalgebühr: Temu und Co. dürften sich auf neue EU-Zollregel einstellen

Neue EU-Zollregeln sollen Billigimporte aus China eindämmen. Doch große Onlinehändler werden wohl ihre Lieferketten anpassen.
/ Tobias Költzsch und dpa
13 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Zahl der Pakete von Temu und Co. nimmt seit Jahren zu. (Bild: Nikos Pekiaridis via Reuters Connect)
Die Zahl der Pakete von Temu und Co. nimmt seit Jahren zu. Bild: Nikos Pekiaridis via Reuters Connect

Die neuen EU-Zollregeln für Billigimporte aus China dürften den Boom von Onlineplattformen wie Temu oder Shein kaum bremsen. Für den Luftfrachtstandort Leipzig/Halle erwartet die DHL Group allenfalls kurzfristige Auswirkungen. Größere Onlinehändler werden ihre Waren wohl künftig verstärkt gesammelt in die Europäische Union einführen, dort verzollen und anschließend innerhalb Europas weiterverteilen, teilte das Unternehmen auf Anfrage der dpa (Deutsche Presse-Agentur) mit.

Seit dem 1. Juli gilt auch für Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten im Wert von unter 150 Euro eine pauschale Zollgebühr von drei Euro je Warengruppe. Die Abschaffung der Zollfreigrenze soll mehr Chancengleichheit im europäischen Handel ermöglichen und den Wettbewerb mit europäischen Anbietern stärken.

Dass asiatische Shoppingplattformen ihren Marktanteil weiter ausbauen, zeigen aktuelle Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Im zweiten Quartal 2026 entfielen 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze in Deutschland auf Temu, Shein und Ali Express – so viel wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerten die Plattformen ihre Umsätze um mehr als 20 Prozent. Nach Angaben der DHL Group setzen einige größere Onlinehändler bereits auf das neue Logistikmodell mit den gesammelten größeren Sendungen.

Flughafen Leipzig/Halle rechnet nur kurzfristig mit Rückgängen

Am Flughafen Leipzig/Halle spielt der Onlinehandel aus China eine zunehmende Rolle. Kurzfristig rechnet der Flughafen mit einem Rückgang des Frachtvolumens im unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Mittelfristig dürften sich die Lieferketten jedoch anpassen.

Der Handelsverband Deutschland begrüßte die neue Zollgebühr als "ein sinnvolles Signal für mehr Chancengleichheit im europäischen Handel". Sie allein werde jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangten. "Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen", sagte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.


Relevante Themen