Neue Manga-Adaption auf Prime Video: Ein atemberaubender Einstieg in die Welt von Ghost in the Shell
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Ghost in the Shell(öffnet im neuen Fenster) gibt es seit fast 40 Jahren. Mit einer Prime-Video-Serie, die heute (7. Juli) startet, gibt es nun einen Neustart, der Beachtung verdient.
Wenn Akira der Vater aller Anime-Filme ist, dann ist Ghost in the Shell die Mutter. Der von Masamune Shirow entwickelte Manga(öffnet im neuen Fenster) debütierte 1989 und wurde 1995 als Film umgesetzt.
Die Geschichte spielt in unserer nahen Zukunft, im Jahr 2029. In dieser Zukunft ist es normal, sich einzelne Körperteile durch künstliche Komponenten ersetzen zu lassen – diese Bestandteile sprengen die Grenzen des Fleisches und des Geistes.
Einige Menschen besitzen einen falschen Körper, genannt Shell, ein Rest an ursprünglichen Gehirnzellen definieren den Ghost. Sie machen die Identität und Persönlichkeit des Individuums aus.
Ein Computerhacker namens Puppenspieler bedroht die Menschen, da er in der Lage ist, die Firewalls der Ghosts zu überwinden und sie zu verändern. Majorin Motoko Kusanagi vom japanischen Geheimdienst Sektion 9 ist ebenfalls betroffen und versucht, den Cyberverbrecher aufzuspüren.
Das Ghost-in-the-Shell-Universum
Es gibt zwei Versionen des Films. Die zweite aus dem Jahr 2008 ist allerdings keine Fortsetzung von 1995, sondern der Klassiker in neuem Gewand. Hier wurden einige Szenen neu gezeichnet, andere mit moderner Computeranimation aufgepeppt – selbst farblich gibt es große Unterschiede. Wo die Originalversion eher grünlich ist, dominiert hier ein bräunliches Flair. Welche Fassung die bessere ist? Darüber streiten die Fans seit Jahren.
Ghost in the Shell ist kein Solitär, im Lauf der Jahre wurde das Universum dieses Films immer weiter ausgebaut; vieles davon kann man bei Prime Video sehen. 2004 kam das Sequel, 2015 The New Movie. Darüber hinaus gibt es einige Serien, die sich dieser Welt angenommen haben, unter anderem Ghost in the Shell: Stand Alone Complex. Auch US-amerikanische Filmemacher sprangen mit einem großen Film auf, der Film aus dem Jahr 2017 mit Scarlett Johansson war jedoch ein Flop.
Die neue Serie
Nun gibt es einen neuerlichen Versuch aus Japan. Ein kleiner Unterschied, der direkt auffällt: Diesmal gibt es den Artikel "The" vor Ghost in the Shell. Davon abgesehen handelt es sich bei der von Science Saru produzierten Serie um eine neue Adaption des originalen Mangas.
Der Unterschied zum ursprünglichen Film liegt in der Länge und der Art der Umsetzung. Die Serie bietet einen ganz anderen Look. Wo der Originalfilm auf einen härteren, realistischeren Look setzte, entschied man sich bei der neuen Adaption für einen Animationsstil, der dem Aussehen des Mangas näherkommt. Klassisch von Hand gezeichnet, erscheint The Ghost in the Shell dabei wie eine gänzlich alternative Version der Geschichte.
Diese wird in der neuen Serie – analog zum originalen Film – nahe an der Vorlage erzählt. Die Serie hat aber mehr Raum zur Entfaltung, die auch genutzt wird, um ein Element des Mangas einzubringen, das beim Film völlig außen vor war: Humor. Natürlich ist The Ghost in the Shell keine Comedy, aber es gibt eben doch Momente mit Humor, und den spielt die Serie auch aus.
Obwohl die ursprüngliche Geschichte nahezu 40 Jahre alt ist, ist sie heute fast aktueller als damals. Es geht um die ewige Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein, umso mehr in einer Welt, in der Mensch und Technologie immer mehr miteinander verschmelzen.
Der Mensch und die Technologie
Wie sieht unsere Beziehung zu einer Technologie aus, die sich immer mehr ihren Weg in unser Leben bahnt? Wie steht es um die menschliche Identität in einer Welt, in der Menschen sich per Interface mit Netzwerken verbinden?
Das wird nicht als Warnung, wohl aber als wichtiges Thema definiert. Davon abgesehen ist The Ghost in the Shell aber einfach auch eine atemberaubende Cyperpunk-Story.
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