Ein gänzlich anderer Look
Die Serie ist visuell atemberaubend und wirkt in ihrer Art eher wie die für den Heimkinomarkt produzierten Animes der Neunzigerjahre denn als Fernsehproduktionen späterer Dekaden. Dabei wird der klassische Zeichentrick mit 3D-Technik kombiniert, die bei Maschinen und Robotern besonders zum Einsatz kommt. Die Serie wirkt greifbarer als viele andere Animes. Zugleich bietet sie einen optischen Bruch mit dem Film. Der ist insofern wichtig, weil es der Serie erlaubt, auf eigenen Beinen zu stehen.
Viel Exposition
Am Anfang gibt es viel Erklärung. Die ist nötig, um in die Welt von The Ghost in the Shell hineinzukommen. Aber es hätte sicherlich Möglichkeiten gegeben, das in einer flüssigeren Form darzubieten – und nicht als großen Info-Dump, der einen geradewegs erschlägt.
Die Welt, die die Serie erschafft, ist faszinierend, denn sie hat ein klares Retrofeeling, verzichtet auf Touchscreens oder Hologramme und zeigt stattdessen Technologien, die aus heutiger Sicht längst ausgestorben sind, beispielsweise CD-Laufwerke. Damit erschafft The Ghost in the Shell ein zeitlich ambivalentes Setting: Die Serie erzählt von einer Zukunft, die zwar längst überholt erscheint, die aber mit den großen Narrativen – den Ghosts und den Shells – eben doch weit über die Gegenwart hinausgeht.
Die Serie nutzt den größeren Rahmen, den sie hat, um noch weitere, tiefergehende Themen zu streifen, seien es die Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte oder die amerikanische Intervention im Mittleren Osten. Vor allem geht es aber natürlich um das bestimmende Thema unserer Zeit: die künstliche Intelligenz.
So gibt es schon in den ersten Folgen Momente, in denen Figuren darüber sprechen, wie Maschinen die Jobs von Menschen obsolet machen und der Wert des menschlichen Verstandes untergraben wird. Die Serie ist hier aktueller, als der Manga oder der erste Film es sein konnte, weil die Realität die Fiktion ein Stück weit eingeholt hat.
Grundsätzlich wird dieselbe Geschichte wie im ersten Film erzählt. Wer diese Geschichte kompakt aufnehmen möchte, ist auch weiterhin mit dem Film gut bedient. Wer aber noch nie in die Welt von The Ghost in the Shell eingedrungen ist, für den stellt die neue Serie auf jeden Fall einen guten Startpunkt dar.
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