Neue Linux-Distribution: BlendOS soll das Distro-Hopping beenden

Die Linux-Distro BlendOS mixt und matcht Arch, Ubuntu und Fedora, deren Paketmanager und Desktopumgebungen und macht dadurch Distro-Hopping unnötig.

Artikel veröffentlicht am ,
Wie viele Pinguine? Alle Pinguine! blendOS will sie alle zusammenbringen.
Wie viele Pinguine? Alle Pinguine! blendOS will sie alle zusammenbringen. (Bild: Andrew Wilkinson via flickr/CC-BY-SA 2.0)

Die neue Linux-Distribution BlendOS ist für alle gemacht, die sich bisher nicht entscheiden konnten und so ständig die Distribution wechselten. Dazu nimmt es drei der beliebteren Distributionen - Ubuntu, Arch Linux und Fedora - und bringt sie zu einem Mix zusammen. Entsprechend selbstbewusst wird die Distribution auf der BlendOS-Webseite mit dem Wahlspruch "Eine nahtlose Mischung aus allen Linux-Distributionen" ausgestattet.

Die meisten neuen Distributionen von Linux werden nach einem simplen Schema erschaffen. Man nimmt eine der großen Distributionen, tauscht das Desktop-Environment aus, ändert vielleicht den Paketmanager oder das App-Repository, packt noch eine hübsche Theme und ein Logo dazu und fertig ist das Ding. Allerdings gibt es von diesen Dingern bereits Hunderte und die überwältigende Mehrheit ist tot - oder eben zumindest so gut wie tot.

Die Genialität versteckt sich in der Tiefe

Auf den ersten Blick beschreibt sich BlendOS als ein Mix aus Ubuntu, Arch und Fedora. Schaut man etwas tiefer, offenbart sich, dass es ein Arch-Linux mit Gnome-Desktop auf Wayland ist und auch Arch-typisch den Packagemanager pacman mitzubringen scheint. Dass man auf Arch auch einen anderen Desktop installieren kann, ist nicht ungewöhnlich, schließlich bringt Arch selbst gar keinen mit.

Ungewöhnlich aber ist, dass sich aus pacman heraus direkt die Paketmanager von Ubuntu und Fedora, apt beziehungsweise dnf, als Distrobox/Podman-Container installieren lassen. Wobei aber auch gesagt werden muss, dass pacman selbst auch in einem Arch-Container läuft. Denn der eigentliche Paketmanager von BlendOS ist das extra dafür entwickelte Blend. So ausgestattet, lassen sich schon mal alle Apps der gemixten und gematchen Distros benutzen, frei durcheinander, in einem Terminal. Und Flatpack-Unterstützung gibt es noch oben drauf - wenn auch die Deinstallation aus der GUI von letzteren noch nicht klappt.

Und dann sind da noch ...

Aber das Mixen und Matchen geht noch ein Stück tiefer. Mit dem distroeigenen Paketmanager Blend ist es möglich, jede der drei Distributionen mit Gome oder Mate als separate eigenständige Session zu verwenden.

Zukünftig sollen bei BlendOS noch weitere Distros dazukommen - Debian ist schon als "soon to come" angekündigt. Und es soll auch weitere Desktop-Environments geben, aber welche da als nächstes dran sind, muss noch spekuliert werden.

BlendOS ist nicht der erste Distro-Mischer

Auch vor BlendOS gab es schon Bestrebungen, Linux-Distributionen miteinander zu vermischen. Bedrock Linux ist so ein Beispiel. Aber während Bedrock die Distros tief im eigentlichen Kern zusammenmischte (mit durchaus manchmal kurios-interessanten Ergebnissen und Nebenwirkungen), scheint bei BlendOS eher ein Host-zu-Container-Verhältnis vorzuliegen, Distrobox/Podman-Container sind jedenfalls in allen Ecken und Enden zu finden. Und Kernstück scheint der Paketmanager Blend zu sein, mit dem es gelingen soll, das alles unter Kontrolle zu behalten.

Beeindruckend auch, dass hinter BlendOS der erst 13 Jahre alte, oft als Linux-Wunderkind bezeichnete Rudra Saraswat steht, der auch Projekt-Leader bei Ubuntu Unity, Ubuntu Web, UbuntuEd und Gamebuntu ist, nachdem er sich zunächst damit hervorgetan hatte, Unity - das eigentlich nach 2017 nicht mehr unterstützt werden sollte - wieder auferstehen zu lassen und dabei mit seinen Programmierfähigkeiten beeindruckte.

Der Vollständigkeit halber gibt es auch noch ein paar BlendOS-Fakten am Rande: Als Arch-Linux basiertes Betriebssystem erbt es von diesem die Rolling Updates, es ist ein Immutable-Linux und die Installation ist einfach zu bewältigen, da der Installer von Crystal Linux dafür adaptiert wurde.

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Lixht 01. Feb 2023

Achso ja ich soll jedesmal die Tastenkombi drücken, ein ständiges Einblenden ist ja...

blubberlutsch 01. Feb 2023

Da ist auch noch Windows und MacOS mit drin :)

Gunah 01. Feb 2023

herrlich, wusste doch dass es jemand verlinkt :D

Mangnoppa 31. Jan 2023

Dann hast du dich sicherlich einfach an pacman gewöhnt. Ich komme aus der Debian-Welt...



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