Hoher Anteil von Plug-in-Hybriden möglich
Das hängt unter anderem davon ab, inwieweit der CO 2 -Ausstoß von Plug-in-Hybriden und Pkw mit Range-Extendern in die Flottenwerte einbezogen wird.
Der Geschäftsführer Deutschland des Thinktanks T&E, Sebastian Bock, rechnete dazu vor(öffnet im neuen Fenster) : "Eine Reduzierung um 90 Prozent bedeutet, dass die Autohersteller bis 2035 ein Emissionsziel von 11 g/km für ihre gesamte Flotte erreichen müssten." Unter der Annahme, dass Plug-in-Hybride bis dahin offizielle Emissionen von 25 g/km hätten und dass der Nutzwertfaktor so abgeschwächt werde, wie es die Autoindustrie und die deutsche Regierung forderten, könnten die Hersteller bis zu 46 Prozent Plug-in-Hybride verkaufen und trotzdem ihre Ziele erreichen.
Bock verwies in diesem Zusammenhang auf Analysen von T&E , wonach Plug-in-Hybride im Durchschnitt nur 19 Prozent weniger CO2 pro km ausstoßen als Benzin- und Dieselautos.
VDA kündigt Widerstand an
Die geplanten Vorgaben bedeuten, dass die Autoindustrie die Emissionen dieser neu zugelassenen Fahrzeuge kompensieren müsste. Da reine Verbrenner oder Mildhybride zu einem hohen Flottenverbrauch führen, dürften die Hersteller wenig Interesse daran haben, solche Fahrzeuge noch anzubieten.
Der VDA kündigte Widerstand gegen die Pläne an. "Im weiteren Prozess kommt nun insbesondere dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten die wichtige Rolle zu, den Vorschlag der Kommission entscheidend zu verändern. Wir wissen, dass es hier eine andere Sicht auf den Handlungsbedarf gibt, der durch die deutsche Bundesregierung und den EVP-Fraktionsvorsitzenden [Manfred Weber] zuletzt noch einmal deutlich gemacht wurde. Die beabsichtigte technologische Öffnung muss im weiteren Verfahren auch tatsächlich praktisch ermöglicht werden."
Regierung will Vorschläge prüfen
Die Bundesregierung begrüßte grundsätzlich die Vorschläge. Es sei gut, dass die EU-Kommission "nach dem klaren Signal der Bundesregierung" die Regulierung öffne, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und fügte hinzu: "Mehr Technologieoffenheit und mehr Flexibilität sind richtige Schritte – um Klimaziele, Marktrealitäten, Unternehmen und Arbeitsplätze besser zusammenzubringen."
Die Vorschläge der EU-Kommission würden nun geprüft. Zentral sei Technologieoffenheit, zudem dürfe es nicht mehr Bürokratie geben. "Neue gesetzliche Quoten für Fahrzeugtypen in Dienstwagenflotten lehnen wir weiter ab. Es darf hier nicht zu einer Überforderung des deutschen Mittelstands führen – nicht durch Quoten und auch nicht durch zu viel Bürokratie" , sagte Merz. Es brauche vielmehr Innovationen und Flexibilität.