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Neue Kaiserära in Japan: Das Jahr-1-Problem

Wenn in Japan mit dem 1. Mai der Kaiser wechselt, ändert sich auch die Zeitrechnung: Die Kalender springen zurück auf das Jahr 1. Das beschäftigt nicht nur die Gesellschaft, sondern auch IT-Abteilungen. Es gibt Angst vor Bugs und Datenverlust.

Artikel von Felix Lill veröffentlicht am
Neuer Kaiser, neue Zeitrechnung: Nicht nur Pappkalender müssen auf die "Reiwa"-Zeit umgestellt werden.
Neuer Kaiser, neue Zeitrechnung: Nicht nur Pappkalender müssen auf die "Reiwa"-Zeit umgestellt werden. (Bild: Charly Triballeau/Kontributor/Getty Images)

Voller Freude müsste ganz Japan auf den nahenden Übergang blicken. Immerhin wird die Inthronisierung von Kaiser Naruhito am Mittwoch von einer Aneinanderreihung von Feiertagen begleitet. Angestellten beschert dies eineinhalb Wochen Freizeit, so dass auch diejenigen etwas davon haben, die sich für ihre Monarchie kaum interessieren. Hochzeitsplaner freuen sich über zahlreiche Buchungen, die Inlandstourismusbranche brummt vor Hotelanfragen. Doch nicht alle können es sich dieser Tage gutgehen lassen.

Inhalt:
  1. Neue Kaiserära in Japan: Das Jahr-1-Problem
  2. Nicht alle Betriebe sind vorbereitet

Vielerorts in Japan ist die Stimmung eine ganz andere. IT-Experten hauen in die Tasten, schwitzen, testen, verwerfen, testen erneut, schwitzen noch mehr. Während das Land nämlich an der Oberfläche den Übergang der ältesten ununterbrochenen Monarchie der Welt auf ihren nächsten Würdenträger feiert, wird im Hintergrund daran gearbeitet, dass genau dies nicht gleichzeitig zu einem Kollaps führt. Unter japanischen Programmierern geht die Angst vor einer Art neuem Y2K-Bug um, also jenem Computerproblem, das um die Jahrtausendwende wegen der anstehenden Datumsumstellungen auf diversen Rechnern einen Zusammenbruch befürchten ließ. Etwas Ähnliches ist nun in Japan Anlass zur Sorge.

Neue Ära trägt den Titel "Verordneter Frieden"

Die Gefahr kommt durch das Festhalten an Tradition. Seit rund 1.400 Jahren wird in Japan jede Kaiserregentschaft mit einer neuen Herrschaftsdevise begleitet. Der Begriff dabei ist nicht nur namensgebend für den Kaiser selbst, sondern für die gesamte Zeitrechnung im Land. So ist die Ära des noch bis zum 30. April 2019 amtierenden Akihito mit Heisei betitelt (Deutsch: Frieden überall, 1989-2019), an dessen Vater Hirohito erinnert man sich als Showa-Kaiser (Erleuchteter Frieden, 1926-1989). Wenn Naruhito am 1. Mai 2019 den Thron besteigt, wird das Jahr 1 der Reiwa-Ära eingeläutet.

Der Name Reiwa, der sich einerseits mit Guter Frieden, vor allem aber auch mit Verordneter Frieden übersetzen lässt, wird von Kritikern auch als nationalistisch angesehen. Schließlich will der seit 2012 regierende Premierminister Shinzo Abe, der durch ein von seiner Regierung berufenes Expertengremium die Namensfindung maßgeblich beeinflusst hat, Japans pazifistische Verfassung umschreiben. So soll dem Land seit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg erstmals das Recht zurückgegeben werden, Krieg zu führen. Gegner Abes erkennen im ersten Teil des Äranamens Reiwa dessen manchmal harschen Politikstil und eben auch seine politischen Visionen wieder.

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Nicht alle Betriebe sind vorbereitet 
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sevenacids 09. Mai 2019

Ich sehe da keinen Widerspruch. Wörtlich genommen ist verordneter Frieden kein Frieden...

robinx999 01. Mai 2019

So unrealistisch ist dies gar nicht. Hier mal ein Beispiel aus der Datenbank von...

treysis 01. Mai 2019

Als Kunde will ich das schon hören. Alles andere wäre ein versteckter Mangel.

PerilOS 30. Apr 2019

Naja einmal hat er es nachweislich. Nach der zweiten Atombombe hat die Regierung um...

Sharra 30. Apr 2019

Ich vermute mal schwer, dass viele einfach nicht bedacht haben, dass der Gottkaiser auch...


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