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Neue Kaiserära in Japan:
Das Jahr-1-Problem

Wenn in Japan mit dem 1. Mai der Kaiser wechselt, ändert sich auch die Zeitrechnung: Die Kalender springen zurück auf das Jahr 1. Das beschäftigt nicht nur die Gesellschaft, sondern auch IT-Abteilungen. Es gibt Angst vor Bugs und Datenverlust.
/ Felix Lill
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Neuer Kaiser, neue Zeitrechnung: Nicht nur Pappkalender müssen auf die "Reiwa"-Zeit umgestellt werden. (Bild: Charly Triballeau/Kontributor/Getty Images)
Neuer Kaiser, neue Zeitrechnung: Nicht nur Pappkalender müssen auf die "Reiwa"-Zeit umgestellt werden. Bild: Charly Triballeau/Kontributor/Getty Images

Voller Freude müsste ganz Japan auf den nahenden Übergang blicken. Immerhin wird die Inthronisierung von Kaiser Naruhito am Mittwoch von einer Aneinanderreihung von Feiertagen begleitet. Angestellten beschert dies eineinhalb Wochen Freizeit, so dass auch diejenigen etwas davon haben, die sich für ihre Monarchie kaum interessieren. Hochzeitsplaner freuen sich über zahlreiche Buchungen, die Inlandstourismusbranche brummt vor Hotelanfragen(öffnet im neuen Fenster) . Doch nicht alle können es sich dieser Tage gutgehen lassen.

Vielerorts in Japan ist die Stimmung eine ganz andere. IT-Experten hauen in die Tasten, schwitzen, testen, verwerfen, testen erneut, schwitzen noch mehr. Während das Land nämlich an der Oberfläche den Übergang der ältesten ununterbrochenen Monarchie der Welt auf ihren nächsten Würdenträger feiert, wird im Hintergrund daran gearbeitet, dass genau dies nicht gleichzeitig zu einem Kollaps führt. Unter japanischen Programmierern geht die Angst vor einer Art neuem Y2K-Bug um, also jenem Computerproblem, das um die Jahrtausendwende wegen der anstehenden Datumsumstellungen auf diversen Rechnern einen Zusammenbruch befürchten ließ(öffnet im neuen Fenster) . Etwas Ähnliches ist nun in Japan Anlass zur Sorge.

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