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Nicht alle Betriebe sind vorbereitet

Doch IT-Verantwortliche im Land plagen andere Fragen. Da nämlich auch in offiziellen Dokumenten aller möglichen Institutionen - von Behörden über Medien bis zu Unternehmen - nicht der gregorianische Kalender verwendet wird, sondern die Zeitrechnung der Kaiserären, müssen Informationssysteme auf den neuen Äranamen umgerüstet und aufs Jahr 1 zurückgestellt werden. Das ist deshalb ein besonderes Problem, weil Naruhitos Inthronisierung den ersten Ärawechsel seit 1989 markiert - also den ersten, seit Computer die Gesellschaft durchdrungen haben.

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Damit sich der Übergang nicht allzu rau auswirkt, hat die Regierung gegen den Widerstand konservativerer Traditionalisten beschlossen, den neuen Äranamen schon einen Monat im Voraus zu verkünden und nicht, wie früher, erst am Tag der Inthronisierung. Dennoch sind längst nicht alle Systeme gut vorbereitet. Laut einer Erhebung von Japans Wirtschaftsministerium hatte von gut 2.700 befragten Unternehmen im Februar ein Fünftel noch keine Systemerneuerungen in Angriff genommen. Ein Offizieller des Ministeriums, das vermehrt Informationsveranstaltungen zum Thema abgehalten hat, warnte diese Woche noch einmal: "Einigen Betrieben ist die Angelegenheit womöglich nicht ausreichend klar und sie wissen nicht, welche Probleme ihnen bevorstehen."

Umstellung kostet die Städte Millionen

Es kann teuer werden: Dateien etwa, die ab Mai dieses Jahres noch mit dem 31. Jahr der Ära Heisei datiert werden, obwohl schon das 1. Jahr von Reiwa begonnen hat, könnten verloren gehen. Bei der Umstellung selbst entstehen schon Probleme. Die Stadt Nagoya allein hat ihre Kosten für die Umrüstungen auf umgerechnet rund vier Millionen Euro geschätzt. In der Stadt Koga wurden durch die Umstellungsbemühungen versehentlich knapp 1.700 Wasserrechnungen gelöscht. Landesweit wurden zuletzt vor allem ältere Menschen von Betrügern per E-Mail kontaktiert mit der Aufforderung, ihre Daten herauszurücken, um alles auf die neue Zeitrechnung umzustellen.

Allerdings ist die Umstellung bei Einstellung auf eine Neudatierung eigentlich kein Hexenwerk. Vor allem größeren Unternehmen bereitet die Sache weniger Probleme. Der Lebensversicherer Meiji Yasuda Life etwa, der für die Policen seiner rund sieben Millionen Kunden den Äranamen für jede Datumsangabe benutzen muss, berichtete vor kurzem, dass er schon seit längerem einen Platzhalter für die neue Ära in seine Systeme eingebaut habe. Mit der Verkündung Anfang April, dass in Japan nun die Reiwa-Zeit anbricht, musste ein zuvor hypothetisch eingegebener Begriff nur durch diesen neuen ausgetauscht werden.

Viele der kleineren Betriebe und Gebietskörperschaften stehen dagegen unter Druck. Das Wirtschaftsministerium erklärt dies maßgeblich damit, dass viele Informationssysteme ohnehin völlig veraltet seien. Mehrere seien ungefähr so alt wie die nun endende Heisei-Ära - gut 30 Jahre. Im in vielerlei Hinsicht hochmodernen Japan überrascht so eine Diagnose beim näheren Hinsehen dennoch kaum: Es wird gern an Altem festgehalten. Überall im Land stehen Telefonzellen, Betriebe kommunizieren nicht selten auch per Fax und bis heute steht einer der weltweit größten CD-Läden im Zentrum von Tokio.

"Der Wechsel auf dem Thron kommt auch mit Herausforderungen", hat der öffentliche Rundfunk NHK diese Lage beschönigend kommentiert. Das Wirtschaftsministerium sieht im aktuellen Problem, das mit der Inthronisierung von Naruhito für diverse Betriebe entsteht, deshalb auch Potenzial für Generalüberholungen. Für solche Betriebe, die sich bis zum 1. Mai 2019 nicht auf die neue Zählung umstellen konnten, hat die Regierung zudem einen Tipp für den Geschäftsverkehr: Alle Dokumente sollten ausgedruckt und die Datumsangabe per Hand mit eigens für die neue Ära angefertigten Stempeln korrigiert werden. Medien berichteten dieser Tage, dass den Herstellern der Stempel schon das Gummi ausgehe.

 Neue Kaiserära in Japan: Das Jahr-1-Problem
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sevenacids 09. Mai 2019

Ich sehe da keinen Widerspruch. Wörtlich genommen ist verordneter Frieden kein Frieden...

robinx999 01. Mai 2019

So unrealistisch ist dies gar nicht. Hier mal ein Beispiel aus der Datenbank von...

treysis 01. Mai 2019

Als Kunde will ich das schon hören. Alles andere wäre ein versteckter Mangel.

PerilOS 30. Apr 2019

Naja einmal hat er es nachweislich. Nach der zweiten Atombombe hat die Regierung um...

Sharra 30. Apr 2019

Ich vermute mal schwer, dass viele einfach nicht bedacht haben, dass der Gottkaiser auch...


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