Neue Generation: Ukrainische KI-Drohnen zeigen verbesserte Trefferquoten

Als ukrainische Streitkräfte Anfang 2024 erste KI-gestützte Angriffsdrohnen einsetzten, waren die Erwartungen hoch – die Ergebnisse jedoch ernüchternd. Die Systeme basierten auf kommerzieller Bilderkennungssoftware wie Yolo und liefen auf günstigen Prozessoren. Sie sollten Ziele automatisch erfassen und elektronische Störsignale umgehen können.
In der Realität versagten die Systeme jedoch regelmäßig. Die schwachen Prozessoren konnten schnell wechselnde Szenen nicht verarbeiten, bewegliche Ziele wurden nicht zuverlässig erfasst. FPV-Piloten griffen lieber zu glasfaseroptischen Verbindungen, die gegen Funkstörungen immun sind, wie Forbes berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Hundert Firmen arbeiten an der Lösung
Seit 2025 hat sich das Blatt gewendet. Rund hundert ukrainische Unternehmen arbeiten laut der Initiative Brave1 an verbesserten KI-Systemen. Einer der sichtbarsten Akteure ist The Fourth Law (TFL), das im Juli 2025 an die Öffentlichkeit trat.
Das TFL-1-Autonomiemodul(öffnet im neuen Fenster) kann für etwa 150 Dollar zu bestehenden FPV-Drohnen hinzugefügt werden – eine Kostensteigerung von nur 20 Prozent. Das System erfasst Ziele aus 500 Metern Entfernung. In Zusammenarbeit mit Vryiy(öffnet im neuen Fenster) entstand das Modell Vyriy-10-TFL-1(öffnet im neuen Fenster) für 448 Dollar.
Von 10 auf 90 Prozent Trefferquote
Frühere FPV-Drohnen erreichten je nach Störsignalen, Wetter und Pilotenausbildung Trefferquoten zwischen 10 und 70 Prozent. Anfänger erzielten etwa 20 Prozent Treffer, erfahrene Piloten 70 bis 80 Prozent, heißt es bei Forbes.
Die neuen KI-Systeme erreichen nach ukrainischen Angaben Quoten um 80 Prozent. Militarnyi berichtete von über 90 Prozent beim Lupinis-10-TFL-1 Modell(öffnet im neuen Fenster) . Der Hersteller Auterion gab sogar an, bei frühen Einsätzen eine hundertprozentige Trefferquote erreicht zu haben.
Widerstand bei Piloten
Trotz der Erfolge gibt es Vorbehalte. Andriy Chulyk, CEO von Sine Technology, spricht von Widerständen: FPV-Piloten zögern, die Kontrolle an Maschinen abzugeben – besonders nach den negativen Erfahrungen mit frühen Systemen.
Das ePoints-System von Brave1 versucht gegenzusteuern und bietet Bonuspunkte für erfolgreiche KI-gestützte Angriffe.
Die nächste Generation
Wie Forbes berichtet, haben die Drohnensteuerungen seit Ende Oktober 2025 eine neue Benutzeroberfläche, die anzeigt, wenn eine Drohne ein Ziel erfasst hat. Die KI markiert inzwischen auch Schwachstellen an Zielen und kann menschliche Formen erkennen.