Neue Gaskraftwerke: Kritik an Zeitverschwendung bei neuer Kraftwerksstrategie

Das Bundeswirtschaftsministerium(öffnet im neuen Fenster) hat die Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission zur Förderung neuer Kraftwerkskapazitäten bekanntgegeben. Darin heißt es, dass noch in diesem Jahr mit der Ausschreibung von 12 Gigawatt (GW) steuerbarer Kapazität begonnen werden kann. Die Zahl wurde in der vergangenen Woche bekannt , nun ist sie offiziell.
Von den 12 GW sollen 10 GW ein Langzeitkriterium erfüllen, das nach dem Stand der Technik nur Gaskraftwerke realistisch erfüllen können. 2 GW werden offener ausgeschrieben, da sie nur einige Stunden am Stück ihre Leistung erreichen müssen.
Geplant ist der Netzbetrieb bis spätestens 2031. Eine emissionsfreie Umrüstung muss zudem bis 2045 erfolgen. Gefördert werden diejenigen Vorhaben, die mit der geringsten staatlichen Unterstützung auskommen.
Plan für neue Kraftwerke komplett gekippt
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte kurz nach Amtsantritt einen schnellen Zubau von Kraftwerken gefordert. Mindestens 20 GW an neuen Gaskraftwerken sollten errichtet werden, um den absehbaren Wegfall der verbliebenen Kohlekraftwerke zu kompensieren. Außerdem sollen die schnell reagierenden Kraftwerke die Leistungsschwankungen der erneuerbaren Energien ausgleichen und in Zeiten ohne Wind und Sonne stabil Strom ins Netz einspeisen.
Allerdings existierte eine solche Einigung mit der EU-Kommission, die staatliche Eingriffe in einen offenen Markt genehmigen muss, bereits. 2024 unter dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck gab es bereits die Verständigung(öffnet im neuen Fenster) , 10 GW Kraftwerksleistung zu fördern. Die geplanten Gaskraftwerke hätten dann bis spätestens 2040 auf Wasserstoff umgestellt werden sollen.
Auch so wird es teuer
Auch der Zubau der nun grundsätzlich genehmigten Kapazität von 12 GW dürfte teuer werden . Mindestens 15 Cent pro Kilowattstunde kostet die Verstromung von Erdgas.
Hinzu kommt Geld, das die Betreiber erhalten, wenn die Kraftwerke lediglich bereitgehalten werden. Völlig unklar ist zudem, wie teuer die später vereinbarte Umrüstung auf Wasserstoff sein wird, da insbesondere die Verfügbarkeit des Brennstoffs noch nicht gesichert ist.
Die Kritik an den Kosten, die bereits 2024 geäußert wurde, bleibt also bestehen. Hinzu kommt jetzt noch der Vorwurf der Zeitverschwendung. Die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) zitiert den Energiepolitiker Michael Kellner (Grüne) mit den Worten: "Die Ministerin hat wertvolle Zeit vertändelt. Mit Habecks Kraftwerksstrategie wäre sie schneller gewesen."
Immerhin sinken parallel die Preise für Solarzellen, Windkraftanlagen und Stromspeicher. 2025 stieg die verfügbare Kapazität in Netzspeichern und E-Autos um 25 Prozent auf zusammen 154 Gigawattstunden(öffnet im neuen Fenster) .



