Neue Firmenstrategie: Mercedes setzt ab 2025 voll auf Elektroautos

Mercedes-Benz forciert den Wandel zur Elektromobilität. Acht Gigafabriken für Akkus und drei Elektroauto-Plattformen sind geplant.

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Der EQS ist das neue vollelektrische Topmodell von Mercedes-Benz.
Der EQS ist das neue vollelektrische Topmodell von Mercedes-Benz. (Bild: Mercedes-Benz)

Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz setzt verstärkt auf Elektromobilität und will vom Jahr 2025 an alle neuen Fahrzeugarchitekturen nur noch elektrisch anbieten. "Der Wendepunkt rückt näher, und wir werden bereit sein, wenn die Märkte bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig auf Elektroautos umstellen", sagte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius laut Pressemitteilung vom 22. Juli 2021.

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Statt "Electric first" will der Konzern auf "Electric only" setzen. Allerdings nur dort, "wo es die Marktbedingungen zulassen". Dabei soll China eine Schlüsselrolle spielen.

Källenius verzichtet damit auf ein konkretes Datum für den weltweiten Ausstieg aus der Verbrennerproduktion. Dies wird von Klimaschützern gefordert. Darüber hinaus will der Konzern weiterhin in Verbrennermodelle und Plugin-Hybride investieren. Die Ausgaben dafür sollen allerdings bis 2026 um 80 Prozent im Vergleich zu 2019 sinken.

Der Mitteilung zufolge will Mercedes im Jahr 2025 drei vollelektrische Architekturen einführen. Dabei decke MB.EA "alle mittelgroßen und großen Pkw ab" und werde als skalierbares modulares System die Basis des künftigen Elektroauto-Portfolios bilden.

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Die Plattform AMG.EA werde auf "Spitzenleistung" ausgelegt und richte sich an "die Bedürfnisse der technologieaffinen und leistungsorientierten Kunden von Mercedes-AMG". Auf der Plattform Van.EA sollen elektrische Vans und leichte Nutzfahrzeuge basieren.

200 Gigawattstunden Batteriekapazität benötigt

Der Autohersteller rechnet mit einem jährlichen Bedarf von 200 GWh an Batteriekapazität. Das entspricht zwei Millionen Fahrzeugen mit einem Akku von 100 kWh.

Für die Produktion will Mercedes-Benz "gemeinsam mit Partnern weltweit acht Gigafabriken zur Zellproduktion zu errichten". Diese Kapazitäten ergänzten das bereits geplante Netzwerk von neun Werken zur Produktion von Batteriesystemen. "Der Anteil der Batteriekosten am Fahrzeug wird voraussichtlich deutlich sinken", schreibt der Konzern.

Auch in Europa sollen Batteriezellen produziert werden. "Bei der Feststofftechnologie ist Mercedes-Benz in Gesprächen mit Partnern, um Batterien mit noch höherer Energiedichte und Sicherheit zu entwickeln", heißt es weiter. Bis zum Jahr 2023 will das Unternehmen eine Recyclingfabrik für Batterien im badischen Kuppenheim bauen. Das hänge jedoch noch von den Gesprächen mit den Behörden ab.

Axialflussmotoren als neuer Antrieb

Der Konzern will zwischen 2022 und 2030 mehr als 40 Milliarden Euro in batterieelektrische Fahrzeuge investieren. Ein erstes Entwicklungsziel ist dabei der Vision EQXX. Dieses Elektroauto soll eine reale Reichweite von mehr als 1.000 km erzielen und einen einstelligen Verbrauchswert für Kilowattstunden pro 100 Kilometer bei normaler Geschwindigkeit auf der Autobahn erreichen. Die Entwickler machen demnach "große Fortschritte bei diesem Projekt". Die Weltpremiere sei für das kommende Jahr geplant.

Der Mitteilung zufolge hat Mercedes-Benz den britischen Elektromotorenspezialisten Yasa übernommen. Dies ermögliche "Zugang zu einzigartiger Technologie im Bereich Axialflussmotoren und Expertise für die Entwicklung von Ultra-High-Performance-Axialflussmotoren". Bei solchen Motoren verläuft der magnetische Fluss parallel zur Drehachse. Sie sollen effizienter als herkömmliche Elektromotoren sein und weniger Rohstoffe benötigen.

Gleiche Renditen wie bei Verbrennern möglich

Den Investoren verspricht Firmenchef Källenius trotz des Umstiegs auf die Elektromobilität vergleichbare Renditen. Das gelte selbst dann, wenn bis zum Jahr 2025 der Anteil an verkauften Elektroautos oder Plugin-Hybriden schon bei 50 Prozent liege.

Dabei will Mercedes pro Fahrzeug den Nettoumsatz steigern, "zum Beispiel durch einen höheren Anteil von High-End-Elektrofahrzeugen, etwa von Mercedes-Maybach und Mercedes-AMG". Auch werde "eine noch direktere Kontrolle über Preise und Verkäufe angestrebt".

Zusätzliche Einnahmen erhofft sich Källenius durch digitale Dienstleistungen. "Auf dieser Basis prognostiziert Mercedes-Benz für die vollelektrische Welt ähnliche Renditen wie im Zeitalter des Verbrennungsmotors", heißt es.

Entlassungen von Mitarbeitern sind mit der Transformation zur E-Mobilität offenbar nicht verbunden. Das Unternehmen setze "auf umfangreiche Qualifizierungs- und Umschulungsprogramme, natürliche Fluktuation und Abfindungsangebote". Für die Entwicklung des künftigen Betriebssystems MB.OS würden weltweit 3.000 neue Arbeitsplätze für Softwareengineering geschaffen.

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Bondra81 23. Jul 2021 / Themenstart

Sagt wer? Bei mir hier wird gar nichts gebaut. Bekommen es ja seit Jahren nicht hin...

Trollversteher 23. Jul 2021 / Themenstart

Das sollte doch wohl hoffentlich dem TE, und nicht "sigii" gelten...

xSureface 23. Jul 2021 / Themenstart

Ganz Klar C: Für solche Einsatzzwecke wird die Brennstoffzelle ihr Einsatz finden. Sowie...

Gamma Ray Burst 22. Jul 2021 / Themenstart

Ja, ab 2030 werden maximal 10% aller Autos in Benutzung eAutos sein. Also vielleicht 200...

GuidoSH 22. Jul 2021 / Themenstart

Noch schlimmer. Der strategisch völlig unfähige Ole Källenius hat noch vor 9 Monaten mit...

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