Neue Europazentrale: LG will Europageschäft von Deutschland aus stärken
Der Elektronikhersteller LG will in Europa stärker auftreten. Dabei soll Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Die Südkoreaner verlegen derzeit ihre Europa-Firmenzentrale in den Raum Frankfurt. Der Umzug ist eine große Herausforderung.
Durch den Umzug seiner Europazentrale von London in das Rhein-Main-Gebiet will der südkoreanische Elektronikhersteller LG seine Geschäftsaktivitäten auf dem Kontinent stärker bündeln. Mit der Verlegung verfolge das Unternehmen eine Strategie, "alles unter ein Dach zu bringen", sagte der für Personalfragen zuständige Vizepräsident bei LG Electronics, Oliver Grohmann. Deutschland habe einen größeren "Strategiewert" als Großbritannien.
LG ist in Deutschland noch kein starker Name
Den Umzug nach Eschborn bei Frankfurt am Main beschrieb der Deutsche als eine große Herausforderung für das Unternehmen. LG habe in Deutschland keinen starken Namen wie in Südkorea oder auch in den USA. "Wir müssen uns die Reputation erarbeiten, wir sind im Markt noch nicht bekannt genug", sagte er.
In der Nähe des größten deutschen Flughafens sind weitere südkoreanische Konzerne wie der LG-Rivale Samsung sowie die Autohersteller Hyundai und Kia vertreten. LG ist die Nummer zwei der südkoreanischen Elektronikhersteller hinter Samsung. Die neue Europa-Fimenzentrale wird auch der Sitz der deutschen LG-Niederlassung, die bisher in Ratingen angesiedelt ist. Beschlossen wurde der Umzug im Frühjahr als Folge der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen.
"Deutschland hat für die ganze Produktpalette von LG ein großes Potenzial, es liegt im Herzen Europas", sagte Grohmann, der seit August 2015 als Personaler bei LG tätig ist. "Wir würden gerne unsere Aktivitäten in Zukunft bündeln."
LG setzt auf Elektroautos
Als weitere Gründe für den Umzug nach Deutschland nannte LG eine "herausragende" Infrastruktur, einen starken Konsumentenmarkt und Wachstumsmöglichkeiten bei industriellen Anwendungen wie Solar, Licht oder Autoteilen. Auto-Komponenten einschließlich Displays und Batterien würden für LG immer wichtiger, sagte ein Firmensprecher. "Unser größer Fokus richtet sich auf Elektroautos." LG ist hinter Samsung die Nummer zwei im weltweiten Markt für TV-Geräte. Zudem stellt das Unternehmen auch Smartphones, Kühlschränke und andere Haushaltsgeräte her.
Der Umzug ist den Angaben von LG zufolge noch im Gange, er soll bis Frühjahr 2017 abgeschlossen werden, die ersten Mitarbeiter sollen Ende 2016 in die neue Zentrale einziehen. Derzeit sucht das Unternehmen in Europa und darüber hinaus noch Mitarbeiter. In der neuen Europazentrale sollen bis zu 500 Menschen arbeiten. Die räumliche Nähe der Mitarbeiter, nur über vier Stockwerke an einem Standort verteilt, solle die Kommunikation und den kulturellen Austausch der Mitarbeiter untereinander fördern.
LG hatte Grohmann, der zuvor bei Lufthansa und Daimler gearbeitet hat, vor mehr als einem Jahr ins Boot geholt. Er ist unter anderem für die 40.000 Mitarbeiter von LG im Ausland zuständig, in ganz Europa sind es rund 5.000. In Südkorea arbeiten noch einmal etwa 40.000 Menschen für das Unternehmen.
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