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Neue Bildschirmtechnik: Bei Micro-LED-Displays ist Samsung ehrlich

Display Week 2018
Nach LED-, QLED- nun auch Micro-LED-Fernseher? Geht es nach den Experten der Display Week, stimmt das dieses Mal. Die Micro-LED-Technik ist echt und kein Marketing.
/ Andreas Sebayang
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The Wall auf der CES 2018 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
The Wall auf der CES 2018 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

In diesem wie auch im vergangenen Jahr wurde auf der Display Week gerne über das Marketing des Mischkonzerns Samsung gelästert. Nach LED-TV und QLED-TV kommt dieses Jahr aber kein dritter Fall dazu, den die Forscher für spitze Bemerkungen für ihre Vorträge nutzen können. The Wall ist tatsächlich ein Micro-LED- oder µLED-Display, wie wir auf der Display Week anerkennen müssen. Wir erinnern uns: LED-Fernseher von Samsung haben mit LED-Displays eigentlich nichts zu tun. Und QLED-Fernseher haben gar keine QLEDs, sondern einen QDEF genannten Filter mit Quantenpunkten im Panel, sind also eigentlich QD-LC-Displays, üblicherweise mit LED-Beleuchtung. Samsungs Marketing ist gerne kreativ.

Samsungs The Wall braucht hingegen keine grenzwertige Kreativität zur Vermarktung. Die LEDs sind tatsächlich klein, wie etwa Ioannis Kymissis von der Columbia-Universität anerkennend sagte. Er hielt auf der Display Week einen vierstündigen Einführungskurs in die Micro-LED-Thematik. 0,84 mm beträgt der Abstand zwischen den Pixeln (Pixel Pitch), die damit eine auf den Platz bezogen relativ hohe Auflösung bieten können und zudem prinzipbedingt sehr lichtstark sind. In der Regel schaffen LEDs Helligkeiten im Bereich mehrerer Millionen Candela je Quadratmeter, die dann auf eine größere Fläche über Linsen und Lichtleiter verteilt werden.

Samsung The Wall angesehen
Samsung The Wall angesehen (00:42)

Sonys Micro-LED-Display Cledis(öffnet im neuen Fenster) ist hingegen ein Grenzfall. 1,25 mm Pixel Pitch bietet das Display. Laut Kymissis nennt man in der Branche 1 Millimeter als Grenze, das wäre damit eher ein Mini-LED-Display. Allerdings hat Sony auch kein großes Marketing bezogen auf die Technik betrieben, obwohl Sony bereits 2012 ein erstes Display auf Fernseherniveau zeigen konnte. Sony hält sich aber ohnehin eher zurück, wenn es um Displaytechniken geht. Der einstige OLED-Pionier nennt seine Technik Crystal LED, nur der volle Name des Produkts, Crystal Light Emitting Diode Integrated Structure, deutet auf die Basistechnik hin.

Neben QLED und OLED ist die Micro-LED-Technik eines der groß diskutierten Themen der diesjährigen Display Week. Offenbar steht die Technik kurz vor dem Durchbruch und die Teilnehmer warten gespannt auf weitere Beispiele.


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