Neue Außenbeleuchtung: Mercedes erhält türkises Licht für autonomes Fahren
Verkehrsteilnehmer sollen künftig von außen erkennen können, ob ein Mercedes im Selbstfahrmodus unterwegs ist. In den USA ist das schon möglich.
Der Autohersteller Mercedes-Benz darf für seine selbstfahrenden Autos in den USA künftig eine neue Signalfarbe verwenden. "Die Markierungslichter können die Akzeptanz und die Sicherheit erhöhen, da ein automatisierter Fahrmodus damit auch von außen klar erkennbar ist", teilte das Unternehmen am 19. Dezember 2023 mit. Die Markierungslichter für automatisiertes Fahren werden demnach in die Front- und Heckleuchten sowie in die beiden Außenspiegel integriert und in Kalifornien eine türkisfarbene Beleuchtung aufweisen.
Bislang sehen die internationalen Zulassungsregeln keine von außen erkennbare Anzeige für selbstfahrende Autos vor. Zwar verlangte die französische Regierung in einer Sitzung der zuständigen UN-ECE-Arbeitsgruppe im April 2018 (PDF), dass die Polizei klar erkennen müsse, ob sich ein Fahrzeug im automatisierten Modus befinde. Doch damit konnte sich Frankreich in den Verhandlungen nicht durchsetzen.
Bislang gibt es nur wenig Hersteller, die eine Serienzulassung für hochautomatisiertes Fahren nach Stufe 3 erhalten haben. Dazu zählen Mercedes-Benz seit 2022 mit dem Drive Pilot und seit neuestem auch BMW mit dem Personal Pilot. Bei beiden Systemen dienen türkisfarbene LEDs und Lichtbänder dazu, im Fahrzeuginnern den autonomen Modus anzuzeigen.
Bußgelder könnten verhindert werden
Wenn das System im Stau aktiviert ist, dürfen sich die Fahrer vom Verkehrsgeschehen abwenden und einer Nebentätigkeit nachgehen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, dass der hochautomatisierte Modus von außen erkennbar ist. Denn sonst drohen unberechtigte Bußgelder, wenn die Polizei beispielsweise einen Fahrer erkennt, der während der Fahrt mit dem Smartphone in der Hand telefoniert. "Je mehr automatisiert fahrende Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, desto wichtiger werden die Kommunikation und Interaktion zwischen dem Fahrzeug und seiner Umgebung", sagte Entwicklungsvorstand Markus Schäfer.
Video: Drive Pilot von Mercedes-Benz im Praxistest [4:29]
Internationaler Standard gefordert
Mercedes-Benz hat der Mitteilung zufolge für den US-Bundesstaat Kalifornien zunächst eine auf zwei Jahre befristete Ausnahmegenehmigung für Entwicklungsfahrzeuge erhalten. Im benachbarten Nevada sei hingegen der Einsatz in Serienfahrzeugen vom Modelljahr 2026 an erlaubt. Zudem sei die Genehmigung unbefristet gültig, bis die Gesetzeslage den regulären Betrieb zulasse.
Darüber hinaus will sich der Hersteller weltweit dafür einsetzen, "die Farbe Türkis zur Visualisierung des automatisierten Fahrzustandes zu standardisieren". Bislang existiere dafür international kein einheitlicher Rahmen. Kalifornien und Nevada hätten mit den nun erteilten Ausnahmegenehmigungen "den ersten wichtigen Schritt gemacht".