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Neue Art Filme zu drehen: Netflix zeigt verbessertes Greenscreen-Verfahren

Mit einem neuen Ansatz will Netflix das Filmemachen revolutionieren. Durch das Magenta-Greenscreen-Verfahren sollen realistischere Effekte einfacher umsetzbar werden.
/ Ingo Pakalski
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So sieht das Magenta-Greenscreen-Verfahren im Einsatz aus. (Bild: Netflix)
So sieht das Magenta-Greenscreen-Verfahren im Einsatz aus. Bild: Netflix

Netflix hat ein verändertes Greenscreen-Verfahren entwickelt. Im Unterschied zur klassischen Greenscreen-Methode werden die Schauspieler zusätzlich in magentafarbenes Licht getaucht. Mit diesem Ansatz soll künstliche Intelligenz (KI) in der Lage sein, einen Teil der Arbeit der Nachproduktion zu erledigen, die sich bisher nicht automatisieren ließ.

Im Filmgeschäft wird seit Jahrzehnten mit der Greenscreen-Technik gearbeitet. Dabei agieren die Akteure im Studio vor einem grünen Hintergrund, der sich in der Nachproduktion vergleichsweise unkompliziert austauschen lässt. Die Charaktere im Film können so vor einen beliebigen Hintergrund gesetzt werden.

Diese Technik hat allerdings Nachteile: Bei feinen Details wie Haaren und bei transparenten Objekten wird es schwierig. Außerdem ist es kompliziert, wenn Akteure vor der Kamera etwa Kleidung in einer ähnlichen Farbe wie der Hintergrund tragen. Auf Basis dieser Erfahrungen entwickelte Netflix die Magenta-Greenscreen-Technik, die in einem wissenschaftlichen Papier(öffnet im neuen Fenster) beschrieben wird.

So arbeitet das neue Magenta-Greenscreen-Verfahren

Während der Hintergrund in diesem Szenario grün beleuchtet wird, müssen die Akteure mit einer Mischung aus Rot und Blau hell angestrahlt werden. Der Vordergrund wird also in einen Magenta-Farbton getaucht. Das erzeugt einen starken Farbkontrast und soll damit die Nachbearbeitung erleichtern. Netflix nutzt dabei die Arbeitsweise digitaler Kameras, die für jedes aufgenommene Pixel einen Rot-, Grün- und Blauwert ermitteln.

Damit steigt der Aufwand, eine optimale Beleuchtung hinzubekommen. Für die Akteure im Film kann es außerdem unangenehm sein, ständig mit Magenta beleuchtet zu werden. In der Nachproduktion lassen sich die jeweiligen Farbkanäle besonders einfach voneinander trennen. Die oben geschilderten Probleme beim Austauschen des Hintergrunds sollen nicht mehr vorkommen.

Dafür ergeben sich neue Schwierigkeiten: In der Nachproduktion eines Films müssen die Akteure wieder in ein normales Licht gesetzt werden. Hierbei setzt Netflix auf KI-Technik, die den Grünkanal des Vordergrunds mit einem maschinellen Lernverfahren wiederherstellt. Dabei wird das System mit Szenen der Schauspieler trainiert, die normal beleuchtet werden und die dann der Referenzwert für die KI sind.


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