Surface Headphones: Guter Klang, schwaches ANC

Das Kopfhörermodell Surface Headphones sitzt angenehm auf den Ohren, im direkten Vergleich fühlt sich der Sony WH-1000XM3 noch angenehmer an, die Ohrmuscheln sitzen noch besser. Klanglich überzeugt der Microsoft-Kopfhörer. Der Bass ist intensiv, die Höhen sind klar und deutlich. Im Mittenbereich schwächelt das Microsoft-Modell und verursacht einen bedeckteren Klang. Klanglich gefällt uns die Sony-Konkurrenz aber noch besser.

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Bei der ANC-Funktion versagt Microsoft leider völlig. Während einer Fahrt in der Berliner S-Bahn ist es unter Sonys Kopfhörer fast unheimlich ruhig, die Microsoft-Konkurrenz klingt kaum anders als ganz ohne Kopfhörer. In Büroumgebungen konzentriert zu arbeiten, ohne dabei von Musik beschallt zu werden, ist mit Microsofts Kopfhörer nicht möglich. Alle Gespräche sind weiterhin klar zu hören, ebenso andere Nebengeräusche wie die Anschläge von Tastaturen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der ANC ein lautes Rauschen erzeugt. Es übertönt sogar die Klangkulisse in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer Microsofts Kopfhörer bei Spaziergängen nutzt, hört immer das Pfeifen des Windes, Windgeräusche lassen sich nicht abstellen. Auch der Hear-through-Modus ist eine Enttäuschung. Hier werden die Umgebungsgeräusche auf die Kopfhörer übertragen. Das ist zwar tatsächlich so, aber der Hintergrundlärm ist stärker zu hören als ohne Kopfhörer.

Sehr kurze Akkulaufzeit

Eine Enttäuschung ist auch die Akkulaufzeit. Die von Microsoft versprochenen 15 Stunden sind schon wenig im Vergleich zu den 23 Stunden des Bose-Kopfhörers oder den 24 bis 28 Stunden der Sony-Konkurrenz. Real schafft Microsofts Kopfhörer mit aktiviertem ANC sogar nur 14 Stunden. Das weiß das Gerät sogar besser als der Hersteller: Beim Einschalten sagt der Kopfhörer uns bei vollem Akku, dass die Laufzeit 14 Stunden betrage. Aufgeladen ist der Kopfhörer in knapp zwei Stunden - ein üblicher Wert. Erfreulicherweise kann er während des Aufladens weiterverwendet werden.

  • Links oben Boses Quiet Comfort 35 II, rechts oben Sonys WH-1000XM3, links unten Jabras Elite 85h, rechts unten Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links Jabras Elite 85h, rechts Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Elite 85h haben eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ohrpolster der Elite 85h tragen sich angenehm. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bügel beim Elite 85h knarzen leicht beim Aufsetzen und Absetzen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones haben eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones haben ein Drehrad. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ohrpolster der Surface Headphones tragen sich angenehm. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten zur Musik- und Telefonsteuerung befinden sich unter einer Gewebeoberfläche und sind sehr gut zu erfühlen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones lassen sich nicht zusammenfalten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die linke Tasche für die Elite 85h ist kleiner als die auf der rechten Seite befindliche Tasche der Surface Headphones. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links liegen die Elite 85h in der Tasche, rechts liegen die Surface Headphones in der Tasche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Alle Ansagen erfolgen auf Wunsch in deutscher Sprache, sind aber sehr leise und in einer S-Bahn selbst bei ausgeschalteter Musik kaum zu verstehen. Die Ohrmuscheln des Kopfhörers können nur in eine Richtung gedreht und damit nicht platzsparend transportiert werden; die Tasche ist viel größer als bei der Konkurrenz, deren Kopfhörer sich zusammenfalten lässt. Unangenehm fällt uns ein penetranter Kunststoffgeruch auf, der auch nach einigen Wochen nicht verflogen ist.

Keine Smartphone-Apps für Käufer in Deutschland

Microsoft behandelt Käufer in Deutschland wie Kunden zweiter Klasse. Die in den USA verfügbaren Smartphone-Apps zur Konfiguration und Aktualisierung des Kopfhörers werden deutschen Kunden vorenthalten. Er lässt sich daher nur mit einem Windows-10-Gerät anpassen und vor allem aktualisieren. Unsere Frage nach dem Grund hat Microsoft nicht beantwortet.

Die Surface-Headphones-App enttäuscht uns ebenfalls, das Design ist misslungen. Die App zeigt den eingestellten ANC-Level nur an, eine Veränderung ist nicht möglich. Als Pluspunkt sehen wir den Equalizer, mit dem wir den Klang verändern können - erfreulicherweise merkt sich der Kopfhörer die Einstellung, wenn er ausgeschaltet wird.

Die Ohrerkennung pausiert die Musik automatisch, sobald der Kopfhörer abgesetzt wird. Sitzt er wieder auf den Ohren, läuft die Musik weiter. Mit Android- und iOS-Apps klappt das gut, auf einem Windows-10-Rechner funktioniert es nicht. Eine Abschaltung der Ohrerkennung sieht Microsoft nicht vor. Der Microsoft-Kopfhörer unterstützt Bluetooth 4.2 und kann problemlos parallel mit zwei Geräten verwendet werden.

Praktisches Drehrad für die Lautstärke

Eine grandiose Idee hat Microsoft für die Lautstärkeregelung gehabt. Der Kopfhörer hat zwei Tasten zum Ein- und Ausschalten sowie zum Stummschalten des Mikrofons. Anrufer können uns gut verstehen, wenn wir damit telefonieren. Auf beiden Seiten der Ohrmuschel gibt es jeweils ein Drehrad. Rechts können wir damit schnell die Lautstärke verändern, erfreulicherweise auch bei eingestecktem Klinkenkabel.

  • Links oben Boses Quiet Comfort 35 II, rechts oben Sonys WH-1000XM3, links unten Jabras Elite 85h, rechts unten Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links Jabras Elite 85h, rechts Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Elite 85h haben eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ohrpolster der Elite 85h tragen sich angenehm. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bügel beim Elite 85h knarzen leicht beim Aufsetzen und Absetzen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones haben eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones haben ein Drehrad. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ohrpolster der Surface Headphones tragen sich angenehm. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten zur Musik- und Telefonsteuerung befinden sich unter einer Gewebeoberfläche und sind sehr gut zu erfühlen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Microsofts Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Surface Headphones lassen sich nicht zusammenfalten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jabras Elite 85h (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die linke Tasche für die Elite 85h ist kleiner als die auf der rechten Seite befindliche Tasche der Surface Headphones. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links liegen die Elite 85h in der Tasche, rechts liegen die Surface Headphones in der Tasche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Surface Headphones (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Drehrad an der linken Ohrmuschel steuert ANC und den Hear-through-Modus. So genial ein Drehrad für die Lautstärkeregelung ist, so unsinnig ist es für diesen Zweck. Der Kopfhörer hat zwölf ANC-Stufen, aber in Anbetracht der schwachen ANC-Leistung nutzen wir ohnehin immer das Maximum. Drehen wir in die andere Richtung bis zum Ende, schaltet sich der Hear-through-Betrieb ein, eine unpraktische Art der Aktivierung. Wer nur den ANC abschalten will, muss von dieser Position ganz leicht wieder zurückdrehen - fast ein Kunststück, das zu treffen, denn es fehlen fühlbare Raster oder sonstige Signalisierungen.

Schlechte Sensorfeldsteuerung

Die Musik- und Anrufsteuerung erfolgt über Sensorfelder, die es auf beiden Seiten der Hörmuscheln gibt. Dabei hat Microsoft einen groben Fehler gemacht: Einmaliges Tippen pausiert die Wiedergabe oder setzt sie fort. Halten wir die Hand auf das Sensorfeld, aktiviert sich der digitale Assistent auf dem Smartphone. Wenn wir den Kopfhörer vom Kopf nehmen oder aufsetzen, müssen wir darauf achten, bloß nicht eines der Sensorfelder zu berühren, um keine ungewollte Aktion auszulösen.

Bei der Musikwiedergabe führt ein Doppeltipp dazu, ein Lied weiter zu springen. Mit einem dreifachen Tippen wird das laufende Lied von vorn abgespielt. Dabei ist es vor allem Zufall, was beim dreifachen Tippen so passiert. Bei falschem Timing wird es als Pause und Titelsprung nach vorne interpretiert.

Beim Klang schneidet der Microsoft-Kopfhörer gut ab, und die Lautstärkeregelung mittels Drehrad ist sehr praktisch. Umso unpraktischer ist die übrige Bedienung des Surface Headphones, auch weil Käufer in Deutschland von Microsoft keine Smartphone-App bekommen. Im ANC-Bereich ist das Ergebnis enttäuschend, und die Akkulaufzeit gehört mit zu dem Schwächsten im Bereich von Oberklasse-AND-Kopfhörern.

Jetzt setzen wir alle Hoffnung in den Elite 85h von Jabra.

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 Neue ANC-Kopfhörer im Vergleichstest: Der Rest der Welt gegen Sony und BoseJabra-Kopfhörer mit perfekter Steuerung 
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Eisboer 27. Mai 2019

Scheint mir eine sehr persönliche Geschichte bei dir zu sein. Von deinem Fehler habe ich...

Unix_Linux 24. Mai 2019

ich weiss nicht ob das funktioniert aber, versuch doch mal den kopfhörer aufzumachen und...

Zuckerbäckerlein 24. Mai 2019

Ich persönlich werde es künftig von Qualität und Service abhängig machen. Der beste...

schnitzel128 23. Mai 2019

Vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich habe die Denon Kopfhörer hier vor mir, genauso wie...

Eisboer 23. Mai 2019

Ja, natürlich. Wie bei jedem Kopfhörer ever, da sie ja direkt auf dem Kopf anliegen. Ich...



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