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Neue Adreno-X2: Qualcomms überarbeitete GPU schlägt AMD und Intel

Die Snapdragon X2 Elite sollen bei Spielen überzeugen, auch wenn sie nicht nativ laufen. Die ungewöhnliche neue GPU rechnet so schnell wie eine RTX 2070.
/ Johannes Hiltscher
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Wir konnten bereits auf Notebooks mit Snapdragon X2 Elite spielen. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Wir konnten bereits auf Notebooks mit Snapdragon X2 Elite spielen. Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de
Inhalt
  1. Neue Adreno-X2: Qualcomms überarbeitete GPU schlägt AMD und Intel
  2. Leistung einer RTX 2070 mit 15 Watt
  3. Weniger KI-Fokus, ungewöhnliche Architektur

Die Entscheidung für einen Mobilprozessor steht und fällt für viele Menschen mit dessen Leistung in Spielen. Die nächste Generation an Mobilprozessoren verspricht hier Beachtliches im kleinen Leistungsbudget und Qualcomms Snapdragon X2 Elite ist da keine Ausnahme. Dabei startet der ARM-Prozessor mit einem Nachteil: Native ARM-Spiele gibt es für die Windows-Plattform kaum.

Mit Binärübersetzung lässt sich die Befehlssatzbarriere zwar überwinden, problemlos funktioniert dennoch nicht jedes Spiel. Daher arbeitet bei Qualcomm ein Team, das nicht nur eigene Demos entwickelt, sondern auch Studios bei der Anpassung ihrer Titel unterstützt. Das Ergebnis: Zum Start des Snapdragon X2 Eilte sollen 90 Prozent der meistgespielten Titel auf den neuen Prozessoren laufen.

Das größte Problem bei der Kompatibilität sind nach Aussage von Qualcomm Kopierschutz- und Anti-Cheat-Mechanismen: Die nutzen üblicherweise Komponenten, die im Betriebssystemkern (Kernel) laufen. Sie müssen daher für Windows on ARM angepasst werden. Das sollen mittlerweile alle großen Entwickler solcher Mechanismen getan haben.

Dank leistungsfähiger GPU sollen die neuen Snapdragon die Konkurrenz von AMD und Intel in vielen Spielen schlagen. Bei einer Lab Tour konnten wir in San Diego einige Spiele auf Referenz-Notebooks testen, und das in nerdigem Ambiente: Qualcomms Game Developer arbeiten in einem Büro, das einem Star-Trek-Raumschiff nachempfunden ist – wir fragen uns nur, wie das Alien dort hin gekommen ist.

Ist die GPU am Limit, stört Binärübersetzung nicht

Hier erfahren wir auch Details zur Binärübersetzung: Der Leistungsverlust hierdurch soll in der Regel kaum spürbar sein. Übersetzt wird der x86-Code nur einmal, das Ergebnis wird gecached. Soweit vorhanden, werden native ARM-Bibliotheken (DLLs) verwendet, wodurch etwa die Grafikschnittstellen DirectX und Vulkan ohne Leistungsverlust ausgeführt werden.

Bei Spielen, die allein durch die Leistung der der GPU begrenzt sind, kann sie ihre Fähigkeiten voll ausspielen. Der Leistungsverlust durch die Binärübersetzung fällt dann nicht negativ ins Gewicht. Und die Leistung kann sich sehen lassen: Cyberpunk 2077 etwa läuft ohne KI-Upscaling oder Frame Generation flüssig in 1080p mit mittleren Details. Diese Einstellungen hat Qualcomm für alle Benchmarks gewählt. Daneben konnten wir mit Alien auch ein Spiel testen, das für ARM portiert wurde.

Hier haben sich die Qualcomm-Entwickler eine Lösung überlegt, mit der sich die ARM- und x86-Varianten als ein Paket ausliefern lassen. Ein Mikro-Loader erkennt zunächst die Plattform und startet dann das passende, native Programm. Das ist für Spieler und Plattformen bequem: Sie müssen nicht die passende Variante des Spiels für ihr System aussuchen, auf Plattformen wie Steam tauchen Spiele mit x86- und ARM-Unterstützung nur einmal auf. Im Vergleich zu Texturen und Modelldateien fallen die zusätzlichen Programmdateien kaum ins Gewicht.

Deutlich mehr Leistung als aktuelle AMD- und Intel-iGPUs

Die Unterschiede zwischen X2 Elite (X2E-88-100) und der Extreme-Variante (X2E-96-100) sind, obwohl Letzterer über 50 Prozent mehr Speicherbandbreite verfügt und höher taktet, bei den meisten Titeln erstaunlich gering. Umso markanter ist der Leistungszuwachs im Vergleich zum Vorgänger: Einige Titel sehen eine Steigerung der Bildrate um rund 50 Prozent, andere sogar eine Vervielfachung. Dabei ist die Adreno-GPU nicht einmal besonders leistungshungrig: Maximal 15 Watt soll sie in der größten Konfiguration aufnehmen.

In den meisten Spielen, für die Benchmark-Ergebnisse gezeigt wurden, sieht Qualcomm seine neue Adreno-GPU im X2E-96-100 deutlich vor AMDs Ryzen AI 9 HX370 und Intels aktuellem Spitzenmodell im Core Ultra 9 288V. An den Ryzen AI Max+ HX395 kommt sie aber nicht heran, und Intel hat für Panther Lake bereits eine deutlich leistungsfähigere iGPU angekündigt. 2026 wird also ein spannendes Jahr, was Notebook-SoCs angeht.

Möglich werden die Leistungssprünge im Vergleich zum Vorgänger nicht durch Treiberoptimierungen, sondern durch eine komplett überarbeitete Adreno-X2-GPU. Sie unterstützt das aktuelle Shader Model 6.8 von DirectX Ultimate 12.2 und Vulkan 1.4. Neben Raytracing sind Mesh Shading, Variable Rate Shading sowie Sampler Feedback nutzbar. Auch auf den Aufbau ging Qualcomm genauer ein.


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