Neue Adreno-X2:Qualcomms überarbeitete GPU schlägt AMD und Intel
Die Snapdragon X2 Elite sollen bei Spielen überzeugen, auch wenn sie nicht nativ laufen. Die ungewöhnliche neue GPU rechnet so schnell wie eine RTX 2070.
Die Entscheidung für einen Mobilprozessor steht und fällt für viele Menschen mit dessen Leistung in Spielen. Die nächste Generation an Mobilprozessoren verspricht hier Beachtliches im kleinen Leistungsbudget und Qualcomms Snapdragon X2 Elite ist da keine Ausnahme. Dabei startet der ARM-Prozessor mit einem Nachteil: Native ARM-Spiele gibt es für die Windows-Plattform kaum.
Mit Binärübersetzung lässt sich die Befehlssatzbarriere zwar überwinden, problemlos funktioniert dennoch nicht jedes Spiel. Daher arbeitet bei Qualcomm ein Team, das nicht nur eigene Demos entwickelt, sondern auch Studios bei der Anpassung ihrer Titel unterstützt. Das Ergebnis: Zum Start des Snapdragon X2 Eilte sollen 90 Prozent der meistgespielten Titel auf den neuen Prozessoren laufen.
Das größte Problem bei der Kompatibilität sind nach Aussage von Qualcomm Kopierschutz- und Anti-Cheat-Mechanismen: Die nutzen üblicherweise Komponenten, die im Betriebssystemkern (Kernel) laufen. Sie müssen daher für Windows on ARM angepasst werden. Das sollen mittlerweile alle großen Entwickler solcher Mechanismen getan haben.
Dank leistungsfähiger GPU sollen die neuen Snapdragon die Konkurrenz von AMD und Intel in vielen Spielen schlagen. Bei einer Lab Tour konnten wir in San Diego einige Spiele auf Referenz-Notebooks testen, und das in nerdigem Ambiente: Qualcomms Game Developer arbeiten in einem Büro, das einem Star-Trek-Raumschiff nachempfunden ist – wir fragen uns nur, wie das Alien dort hin gekommen ist.
Bild 1/15: Qualcomms Spieleentwickler haben das vermutlich schickste Büro. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 2/15: An fünf Laptops konnten wir Spiele testen. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 3/15: Auch bei x86-Spielen läuft ein Großteil des Codes - genauer gesagt mindestens alle Windows-Bibliotheken - mit nativem ARM-Code. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 4/15: Die ganz grobe Zusammenfassung: Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller, sondern auch effizienter als der Vorgänger. (Bild: Qualcomm)
Bild 5/15: Den Aufbau der iGPU hat Qualcomm mit Adreno X2 deutlich verändert - sie ist modularer geworden. (Bild: Qualcomm)
Bild 6/15: Die Adreno X2 mit vier Slices im Überblick (Bild: Qualcomm)
Bild 7/15: Die Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller als ihr Vorgänger, ... (Bild: Qualcomm)
Bild 8/15: ... sondern schlägt meist auch aktuelle iGPUs von AMD und Intel. (Bild: Qualcomm)
Bild 9/15: Bei Gesamtleistung und Effizienz hat Adreno X2 zugelegt. (Bild: Qualcomm)
Bild 10/15: Aktuelle Features werden unterstützt. (Bild: Qualcomm)
Bild 11/15: Die Ray Tracing Unit kann jetzt eigenständig Bounding-Box-Hierarchien durchlaufen. (Bild: Qualcomm)
Bild 12/15: Einen eingebauten Framebuffer gibt es sonst nirgends. (Bild: Qualcomm)
Bild 13/15: Mit Adreno X2 hat Qualcomm Schwachstellen des Vorgängers beseitigt. (Bild: Qualcomm)
Bild 14/15: Qualcomm setzt weiter auf verhältnismäßig große Work Groups. (Bild: Qualcomm)
Bild 15/15: Die Recheneinheiten haben einige neue Features bekommen. (Bild: Qualcomm)
Ist die GPU am Limit, stört Binärübersetzung nicht
Hier erfahren wir auch Details zur Binärübersetzung: Der Leistungsverlust hierdurch soll in der Regel kaum spürbar sein. Übersetzt wird der x86-Code nur einmal, das Ergebnis wird gecached. Soweit vorhanden, werden native ARM-Bibliotheken (DLLs) verwendet, wodurch etwa die Grafikschnittstellen DirectX und Vulkan ohne Leistungsverlust ausgeführt werden.
Bild 1/15: Qualcomms Spieleentwickler haben das vermutlich schickste Büro. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 2/15: An fünf Laptops konnten wir Spiele testen. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 3/15: Auch bei x86-Spielen läuft ein Großteil des Codes - genauer gesagt mindestens alle Windows-Bibliotheken - mit nativem ARM-Code. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 4/15: Die ganz grobe Zusammenfassung: Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller, sondern auch effizienter als der Vorgänger. (Bild: Qualcomm)
Bild 5/15: Den Aufbau der iGPU hat Qualcomm mit Adreno X2 deutlich verändert - sie ist modularer geworden. (Bild: Qualcomm)
Bild 6/15: Die Adreno X2 mit vier Slices im Überblick (Bild: Qualcomm)
Bild 7/15: Die Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller als ihr Vorgänger, ... (Bild: Qualcomm)
Bild 8/15: ... sondern schlägt meist auch aktuelle iGPUs von AMD und Intel. (Bild: Qualcomm)
Bild 9/15: Bei Gesamtleistung und Effizienz hat Adreno X2 zugelegt. (Bild: Qualcomm)
Bild 10/15: Aktuelle Features werden unterstützt. (Bild: Qualcomm)
Bild 11/15: Die Ray Tracing Unit kann jetzt eigenständig Bounding-Box-Hierarchien durchlaufen. (Bild: Qualcomm)
Bild 12/15: Einen eingebauten Framebuffer gibt es sonst nirgends. (Bild: Qualcomm)
Bild 13/15: Mit Adreno X2 hat Qualcomm Schwachstellen des Vorgängers beseitigt. (Bild: Qualcomm)
Bild 14/15: Qualcomm setzt weiter auf verhältnismäßig große Work Groups. (Bild: Qualcomm)
Bild 15/15: Die Recheneinheiten haben einige neue Features bekommen. (Bild: Qualcomm)
Bei Spielen, die allein durch die Leistung der der GPU begrenzt sind, kann sie ihre Fähigkeiten voll ausspielen. Der Leistungsverlust durch die Binärübersetzung fällt dann nicht negativ ins Gewicht. Und die Leistung kann sich sehen lassen: Cyberpunk 2077 etwa läuft ohne KI-Upscaling oder Frame Generation flüssig in 1080p mit mittleren Details. Diese Einstellungen hat Qualcomm für alle Benchmarks gewählt. Daneben konnten wir mit Alien auch ein Spiel testen, das für ARM portiert wurde.
Hier haben sich die Qualcomm-Entwickler eine Lösung überlegt, mit der sich die ARM- und x86-Varianten als ein Paket ausliefern lassen. Ein Mikro-Loader erkennt zunächst die Plattform und startet dann das passende, native Programm. Das ist für Spieler und Plattformen bequem: Sie müssen nicht die passende Variante des Spiels für ihr System aussuchen, auf Plattformen wie Steam tauchen Spiele mit x86- und ARM-Unterstützung nur einmal auf. Im Vergleich zu Texturen und Modelldateien fallen die zusätzlichen Programmdateien kaum ins Gewicht.
Deutlich mehr Leistung als aktuelle AMD- und Intel-iGPUs
Die Unterschiede zwischen X2 Elite (X2E-88-100) und der Extreme-Variante (X2E-96-100) sind, obwohl Letzterer über 50 Prozent mehr Speicherbandbreite verfügt und höher taktet, bei den meisten Titeln erstaunlich gering. Umso markanter ist der Leistungszuwachs im Vergleich zum Vorgänger: Einige Titel sehen eine Steigerung der Bildrate um rund 50 Prozent, andere sogar eine Vervielfachung. Dabei ist die Adreno-GPU nicht einmal besonders leistungshungrig: Maximal 15 Watt soll sie in der größten Konfiguration aufnehmen.
In den meisten Spielen, für die Benchmark-Ergebnisse gezeigt wurden, sieht Qualcomm seine neue Adreno-GPU im X2E-96-100 deutlich vor AMDs Ryzen AI 9 HX370 und Intels aktuellem Spitzenmodell im Core Ultra 9 288V. An den Ryzen AI Max+ HX395 kommt sie aber nicht heran, und Intel hat für Panther Lake bereits eine deutlich leistungsfähigere iGPU angekündigt. 2026 wird also ein spannendes Jahr, was Notebook-SoCs angeht.
Bild 1/15: Qualcomms Spieleentwickler haben das vermutlich schickste Büro. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 2/15: An fünf Laptops konnten wir Spiele testen. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 3/15: Auch bei x86-Spielen läuft ein Großteil des Codes - genauer gesagt mindestens alle Windows-Bibliotheken - mit nativem ARM-Code. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Bild 4/15: Die ganz grobe Zusammenfassung: Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller, sondern auch effizienter als der Vorgänger. (Bild: Qualcomm)
Bild 5/15: Den Aufbau der iGPU hat Qualcomm mit Adreno X2 deutlich verändert - sie ist modularer geworden. (Bild: Qualcomm)
Bild 6/15: Die Adreno X2 mit vier Slices im Überblick (Bild: Qualcomm)
Bild 7/15: Die Adreno X2 rendert nicht nur deutlich schneller als ihr Vorgänger, ... (Bild: Qualcomm)
Bild 8/15: ... sondern schlägt meist auch aktuelle iGPUs von AMD und Intel. (Bild: Qualcomm)
Bild 9/15: Bei Gesamtleistung und Effizienz hat Adreno X2 zugelegt. (Bild: Qualcomm)
Bild 10/15: Aktuelle Features werden unterstützt. (Bild: Qualcomm)
Bild 11/15: Die Ray Tracing Unit kann jetzt eigenständig Bounding-Box-Hierarchien durchlaufen. (Bild: Qualcomm)
Bild 12/15: Einen eingebauten Framebuffer gibt es sonst nirgends. (Bild: Qualcomm)
Bild 13/15: Mit Adreno X2 hat Qualcomm Schwachstellen des Vorgängers beseitigt. (Bild: Qualcomm)
Bild 14/15: Qualcomm setzt weiter auf verhältnismäßig große Work Groups. (Bild: Qualcomm)
Bild 15/15: Die Recheneinheiten haben einige neue Features bekommen. (Bild: Qualcomm)
Möglich werden die Leistungssprünge im Vergleich zum Vorgänger nicht durch Treiberoptimierungen, sondern durch eine komplett überarbeitete Adreno-X2-GPU. Sie unterstützt das aktuelle Shader Model 6.8 von DirectX Ultimate 12.2 und Vulkan 1.4. Neben Raytracing sind Mesh Shading, Variable Rate Shading sowie Sampler Feedback nutzbar. Auch auf den Aufbau ging Qualcomm genauer ein.