Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Neue 3D-Modelle: Google Maps macht New York und San Francisco schöner

Für zwei US-Großstädte hat Google in seinen Diensten Maps und Earth neue 3D-Modelle und aktuelle Fotos freigeschaltet. Bekannte Wahrzeichen sind nun viel besser dargestellt. Ein Streifzug durch die Metropolen zeigt aber auch die Grenzen der Technik auf.
/ Nico Ernst
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Golden Gate Bridge ist 3D, die Autos sind Farbkleckse. (Bild: Google/Screenshot: Golem.de)
Die Golden Gate Bridge ist 3D, die Autos sind Farbkleckse. Bild: Google/Screenshot: Golem.de

Seit kurzem stellen Google Maps und Google Earth die Städte New York und San Francisco viel detaillierter dar – zumindest die touristisch interessanten Stadtkerne. Möglich wird das zum einen durch höher aufgelöste 3D-Modelle von Gelände und Bauwerken, zum anderen durch aktuellere Fotos.

Das bedingt aber auch, dass die Anforderungen an Rechenzeit und Bandbreite steigen. Bei Versuchen von Golem.de benötigte auch auf einem schnellen Windows-PC mit 50-MBit-Anbindung ans Internet das direkte Aufrufen einer Adresse bis zu 10 Sekunden, bis das Bild vollständig aufgebaut war. Dabei wurden jedes Mal mehrere Megabyte an Daten übertragen. Das gilt es beim Anklicken der folgenden Links zu beachten, die direkt zu den beschriebenen Orten führen.

Vor allem auf mobilen Geräten ist mit den neuen Maps schnell das Datenvolumen aufgebraucht. Die höher aufgelösten Karten sind nicht auf die Google-Apps beschränkt, sondern funktionieren mit jedem dafür geeigneten Browser.

In New York zeigt sich, dass Google nicht nur auf Schönheit, sondern auch auf Aktualität geachtet hat. So ist das erst vor kurzem fertiggestellte One World Trade Center, das früher als Freedom Tower bezeichnet wurde, auch von oben gut zu erkennen. Diese Perspektive(öffnet im neuen Fenster) auf das Bauwerk zeigt aber auch, wie groß die durch die Anschläge des 11. September 2001 in New York gerissene Lücke ist: Der neue Turm steht direkt neben der Gedenkstätte für das Attentat, welches die Grundrisse der beiden eingestürzten Zwillingstürme umfasst.

Neben neuen Wahrzeichen wurde von Google auch eines der ältesten von New York überarbeitet: Die Freiheitsstatue(öffnet im neuen Fenster) profitiert bei der Skulptur selbst und ihrem Sockel – welcher die Hälfte der Gesamthöhe ausmacht – vor allem von einem detaillierteren 3D-Modell. Als wohl häufig angesteuerter Ort haben sich die Kartographen hier sichtlich Mühe gegeben.

Gezielte Vektorisierung von Sehenswürdigkeiten

Je weiter man sich von solchen markanten Plätzen entfernt, desto geringer wird der Detailgrad der Vektormodelle. Im Falle der riesigen Stadt New York sind nicht einmal alle Stadteile als 3D-Ansicht verfügbar, was sich im Südteil von Brooklyn(öffnet im neuen Fenster) zeigt: Was dort heller dargestellt ist, kann noch dreidimensional angezeigt werden, die eher grüne Darstellung besteht nur aus Fotos. Mehrere Blocks zwischen Foster- und Flatbush-Avenue sind nicht vektorisiert.

Beim Sprung von der Ost- an die Westküste der USA sieht das besser aus: Das flächenmäßig kleinere San Francisco erscheint vollständig in skalierbaren Modellen nachgebildet, was sich auch im südlich angrenzenden Silicon Valley fortsetzt. Das überrascht nicht, befindet sich dort doch der größte Teil der Hightech-Branche der USA. Auch Google hat seinen Hauptsitz im Halbleitertal, genauer in Mountain View. In Maps zeigt sich, dass der Online-Riese sich auf die Fläche einer Kleinstadt(öffnet im neuen Fenster) ausgebreitet hat.

Nicht ganz so liebevoll wie das Google-HQ sind die Außenbezirke von San Francisco dargestellt, Fotos als Texturen für 3D-Modelle kommen hier an die Grenzen. Im Stadtteil Bernal Heights findet sich(öffnet im neuen Fenster) eine Szene, wie sie wohl auch der Künstler Salvador Dalí gemalt hätte: Die Straßen und Gebäude scheinen zu zerfließen, das Gelände sieht fast aus, als hätte wieder einmal ein Erdbeben die gefährdete Region heimgesucht.

Dass sich Google vor allem auf Sehenswürdigkeiten konzentriert, zeigt die Touristenattraktion des Pier 39(öffnet im neuen Fenster) am alten Hafen von San Francisco. Das dicht bebaute Pier ist haarklein dargestellt, schon einen Klick daneben, an einem der Yachthäfen, wirken die Boote(öffnet im neuen Fenster) , als hätte sie ein zu geringer Tessellationsgrad wie in einem Computerspiel verunstaltet.

Welche Städte Google als Nächstes besser vektorisiert, ist noch nicht bekannt. Wie groß die Unterschiede ausfallen können, lässt sich in Vorher-Nachher-Bildern bei Venturebeat(öffnet im neuen Fenster) sehen.


Relevante Themen