Netzwerkstudie: Nur Netflix verstopft das Netz

Nur ein großer Anbieter verursacht Datenstau im amerikanischen Breitbandnetz. Eine Priorisierung von Videotraffic würde wenig Abhilfe bringen, sagt das MIT.

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Bis zu 18 Stunden täglich verstopft Netflix das Netz.
Bis zu 18 Stunden täglich verstopft Netflix das Netz. (Bild: MIT/Screenshot: Golem.de)

Vorläufige Ergebnisse einer Studie zum Internettraffic in den USA deuten auf wenige Probleme beim Datenaustausch zwischen den Internetprovidern hin. Wie aus der Untersuchung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hervorgeht, gilt dies jedoch nicht, wenn das Videostreamportal Netflix ins Spiel kommt. Peering-Verbindungen, die Netflix-Daten transportierten, seien an 18 Stunden am Tag überlastet. Diese Probleme verschwänden schnell, wenn neue Interconnection-Links zwischen den Netzwerken geschaltet würden. Dies war zuletzt bei dem umstrittenen Deal zwischen Netflix und dem Kabelnetzbetreiber Comcast der Fall.

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Netflix soll zu Spitzenzeiten mehr als 30 Prozent des Downstream-Volumens in den USA verursachen. Von Netflix abgesehen, konnte die Studie nur wenige weitere Anzeichen für Datenstau finden. Typischerweise fänden sich bei den Netzbetreibern nur zwei bis drei Verbindungen, die täglich ein bis zwei Stunden überlastet seien. Die Probleme träten vor allem bei teuren Verbindungen auf, wie beispielsweise bei Überseeleitungen.

Die Forscher leiten aus der Studie eine Reihe von Empfehlungen ab. So erscheine es merkwürdig, wenn Netzwerkprovider auf der einen Seite miteinander peerten, auf der anderen Seite nicht dafür sorgten, genug Kapazitäten für den Datenaustausch bereitzustellen. Das Problem mit dem Netflix-Traffic sollte sich daher im Laufe der Zeit lösen lassen. "Wir fänden es in der Tat überraschend, wenn Datenstau bei Peering-Verbindungen weitverbreitet wäre", schreiben die Forscher.

Priorisierung wenig sinnvoll

Andererseits sei es wenig sinnvoll, über die Priorisierung von Videotraffic zu reden, wenn die Verbindungen nicht verstopft seien. Für eine Verbindung, die nicht chronisch überlastet sei, bestünden die einzigen begründbaren Vorteile von Priorisierung darin, Jitter-Effekte bei jittersensiblem Datenverkehr während kurzeitiger Überlastungen zu reduzieren und die Folgen von unerwartetem Traffic-Zuwachs abzuschwächen. Verbindungsprobleme beim Endnutzer hätten zudem oft andere Ursachen als Überlastungen im Kern des Netzwerkes. Dazu zählten überlastete Server, Probleme beim Heimnetzwerk (vor allem WLAN), sowie Probleme beim Zugang zur "letzten Meile". Den eigentlichen Flaschenhals bei der Verbindung stelle meist der Server des Inhalteanbieters sowie der Zugang zur "letzten Meile" dar.

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Letztere These wird auch von einer Untersuchung der US-Regulierungsbehörde FCC unterstützt. Aus der jährlichen Messung der Breitbandverbindungen geht hervor, dass vor allem DSL-Anbieter weiter hinter den versprochenen Übertragungsraten herhinken. Alle Internet-Provider, mit Ausnahme von Verizon DSL, Century Link, Frontier DSL und Windstream, erreichten ein Ergebnis von mindestens 90 Prozent der angegebenen Übertragungsraten oder besser. Die vier Provider nutzen noch DSL-Technik.

Glasfaseranbieter erreichen im Schnitt sogar 113 Prozent der angegebenen Geschwindigkeiten beim Download und 114 Prozent beim Upload. Auch die Kabelnetzbetreiber schnitten in der Untersuchung gut ab und erreichten durchschnittlich 102 Prozent der angegebenen Geschwindigkeiten. Am besten schnitten Satellitenverbindungen ab. Dort lagen die Verbindungen durchschnittlich 38 Prozent über den in der Werbung versprochenen Werten.

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lisgoem8 20. Aug 2014

Die Cloud lebt auch viel vom Upload. Und der ist oft nach wie vor leider viel zu lahm...

Bill S. Preston 24. Jun 2014

:-)))) Katzenbilder!! ymmd

wmayer 24. Jun 2014

Bei den Telefonminuten hast du eine Einzelauflistung nach Rufnummer. Wird dann auch immer...

MasterKeule 24. Jun 2014

Kein Text



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