Netzwerke: Warum 5G nicht das bessere Wi-Fi ist

5G ist mit großen Marketing-Versprechungen verbunden. Doch tatsächlich wird hier mit immensem technischem und finanziellem Aufwand überwiegend das umgesetzt, was Wi-Fi bereits kann - ohne dessen Probleme zu lösen.

Eine Analyse von Elektra Wagenrad veröffentlicht am
Verdrängen Mobilfunkmodems (links) künftig die WLAN-Geräte?
Verdrängen Mobilfunkmodems (links) künftig die WLAN-Geräte? (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die fünfte Mobilfunkgeneration ist unter dem Kürzel 5G in aller Munde, den Marketingstrategen sei Dank. 5G soll ein Rundumschlag werden und nicht nur den Markt für mobiles Internet, sondern auch das Internet der Dinge, Cloud Computing, Car-to-Car-Kommunikation, Rundfunk und Industrieautomation revolutionieren.

Egal, ob nur ein paar Bytes am Tag aus dem Gewächshaus gefunkt oder viele Gigabyte auf sehr kurze Entfernung gestreamt werden sollen: 5G ist angeblich immer die beste Lösung. Am liebsten wäre es der Mobilfunkindustrie wohl, die Gesellschaft würde in allen Bereichen auf ihre 5G-Dienste vertrauen.

5G eignet sich nicht für alles ...

Entsprechend groß sind die mit 5G verknüpften Hoffnungen. So hat zuletzt etwa der niedersächsische Landtag das Ende der Förderung für den digitalen Rundfunkstandard DAB+ beschlossen - mit dem Argument, dass die Versorgung mit digitalem Rundfunk auch mit 5G Broadcast zu bewerkstelligen sei. Für die 5G-Betreiber tut sich damit eine zusätzliche Einnahmequelle auf. Doch die großspurigen Versprechen sind von der angekündigten Technik und dem an wirtschaftlichem Erfolg orientierten Ausbau kaum einzuhalten.

Die Strategie, Funklöcher und lahme Basisstationen in dünn besiedelten Gebieten in Kauf zu nehmen, spart zwar auf der Betreiberseite Geld. Wenn jedoch in Funklöchern Unfälle passieren und Ersthelfer niemanden erreichen können, wie Anfang November in Brandenburg geschehen, kann das drastische Folgen haben. Die Idee, wichtige Rundfunkwarnungen im Krisenfall bald nur noch über Mobilfunknetze zu verbreiten, ist angesichts der Mobilfunkversorgung abwegig. Zumal 5G-Basisstationen stromhungrig sind: Bei einem Blackout fällt das 5G-Netz nach wenigen Stunden aus. Dann wäre es ohne analogen FM-Rundfunk unmöglich, die Öffentlichkeit zu informieren.

... vor allem nicht fürs vernetzte Fahren

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Ein weiteres Beispiel: Im Bereich des vernetzten Fahrens hat die Bundesregierung die EU-Pläne für den einheitlichen Einsatz des WLAN-Standards 802.11p zugunsten von 5G torpediert, obwohl die 5G-Technik für Ad-hoc-Kommunikation zwischen Endgeräten kaum geeignet ist. Schließlich wurde der Mobilfunk aufgrund seines ökonomischen Modells nicht für die unabhängige Kommunikation zwischen Endgeräten ohne Basisstationen entwickelt. Die Frage sei erlaubt: Will man sich ernsthaft gerade beim autonomen Fahren von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellen 5G-Mobilfunk-Basisstationen abhängig machen?

Sogar für die Internetversorgung zu Hause wird mitunter der Vorschlag ins Gespräch gebracht, man könne wegen 5G vielerorts gleich auf den weiteren Ausbau von Glasfaserleitungen in der letzten Meile verzichten. Dabei liefert für stationäre Anwendungen und die Basisstationen, die für die drahtlose Verbreitung von Informationen sorgen sollen, lediglich die Glasfaser langfristig eine skalierbare Bandbreite, die mit dem Bedarf wachsen kann. In Kabelschächten und -rohren lassen sich nachträglich zusätzliche Glasfaserkabel einschießen, sofern der Raum noch nicht ausgereizt ist. Kommunen und Betreiber, die hier an Platz sparen oder auf Baumaßnahmen verzichten, weil sie sich auf die Versprechen des Mobilfunks in der Zukunft verlassen, sparen am falschen Ende.

Derartige Skalierbarkeit kann die Ressource Funkspektrum nicht leisten. Das Funkspektrum existiert nur einmal. Bei einer lokalen Übernutzung behindern sich die Anwendungen gegenseitig. Bestenfalls durch stetige Verkleinerung der Funkzellen bei gleichzeitiger Vergrößerung ihrer Anzahl lässt sich die Kapazität drahtloser Datenübertragung höher skalieren.

Walter Haas, CTO von Huawei Deutschland, hat seine Einschätzung zu 5G übrigens so zusammengefasst: "Ich will den 5G-Hype etwas entmystifizieren. Es ist etwas moderner, besser und schneller. Doch ob es das 5G-Netz wird, was sich viele erträumen, ist fraglich."

Fraglich ist das in der Tat - und zwar auf mehreren Ebenen. Da ist zunächst das Versprechen hoher Datenraten.

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5G übernimmt das Wi-Fi-Konzept 
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hubby 16. Dez 2019

"Gewinne sicherlich, aber keineswegs Antennengewinne. Wie stellst du dir vor, soll solch...

UweFO 16. Dez 2019

Aber gewiß doch, D/E-Netz, WiFi, Bluetooth, DECT, TETRA, NFC, DAB, DVT, SAT, WiMAX etc...

bombinho 09. Dez 2019

Witzigerweise macht das sogar Sinn, da bei den Mobilgeraeten die Sendespannung erheblich...

tirox 09. Dez 2019

Darf ich vorstellen? Satoshi Nakamoto



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