Netzwerk: Wie Ausrüster Google Fiber und Facebooks Netzwerk sehen

Google Fiber behauptet, den Großteil seiner Netzausrüstung selbst zu bauen. Doch ein Branchenexperte von Huawei hat andere Informationen. Und auch Facebooks Darstellung der eigenen GByte-Netzansätze sieht er kritisch.

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Google Fiber in Austin
Google Fiber in Austin (Bild: Google Fiber)

Sind Google Fiber und Facebook innovativere Netzwerkausrüster als die etablierten Anbieter, weil sie ihre Technik selbst bauen? In den USA ist Google Fiber ein bekannter Fiber-To-The-Home-Betreiber. "Wir entwickeln weiterhin das meiste unserer Netzwerkausrüstung selbst", sagte Google-Fiber-Sprecherin Kelly Mason Golem.de auf Anfrage. Und Facebook hat in diesem Jahr auf der Entwicklerkonferenz F8 günstiges selbstgebautes, aber experimentelles GBit-Wi-Fi vorgestellt.

Inhalt:
  1. Netzwerk: Wie Ausrüster Google Fiber und Facebooks Netzwerk sehen
  2. Einfach an den Parametern gespielt

Michael Lemke, Senior Technology Expert bei dem Ausrüster Huawei, sieht beides skeptisch. Er finde es "ein wenig verblüffend", dass Google Fiber behaupte, seine Netzwerkausrüstung und die Endgeräte für das Netzwerk weitgehend selbst herzustellen. Er habe andere Informationen. Bei einem Treffen des IT-Branchenverbands Bitkom-Kreis - Digital City am 19. April 2016 habe er von einem Vertreter "eines auch in Deutschland aktiven Festnetzinfrastrukturanbieters" die Aussage gehört: "Ja, wir sind zusammen mit Google, und wir sind deren Lieferant."

Nachgefragt bei Nokia

Es gibt in Deutschland nur drei große Netzwerkausrüster: Huawei, Ericsson und Nokia. Ericsson ist kein Festnetzausrüster. Wir haben daher Nokia gefragt, wie sich die Netzwerkausrüstung von Google Fiber und Facebook von der langjähriger Player in dem Segment wie Nokia oder Huawei unterscheidet.

Nokia-Sprecher Bernhard Fuckert antwortete Golem.de, dass er die Vorgehensweise anderer Unternehmen nicht bewerten könne. "Was ich sagen kann, ist, dass Konnektivität eines der wichtigsten Themen unserer Zeit ist und dass wir bei Nokia - gerade nach dem Zusammenschluss mit Alcatel-Lucent - über eine der leistungsfähigsten 'Innovationsmaschinen' in diesem Bereich verfügen. Auch wir entwickeln - und haben bereits Funktechnologie für dicht besiedelte Städte entwickelt, für Fußball- und andere Stadien sowie andere Orte mit extrem hoher Personendichte."

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Solche Lösungen kämen zum Beispiel in Mekka zum Einsatz. Auch Nokia forsche im Zentimeter- und Millimeterwellenbereich und habe bereits Prototypen gezeigt. Das Unternehmen kenne das Problem, dass Zentimeter- und Millimeterwellen kaum durch Gegenstände kommen, und arbeite an Lösungen. Die Nachfrage von Golem.de, ob Nokia der Ausrüster von Google Fiber sei, beantwortete Fuckert nicht.

Auch Anne Rommel, Sprecherin der Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institute, Expertin für Funktechnologie, wollte sich auf Anfrage von Golem.de nicht zur Arbeitsweise von anderen Unternehmen äußern.

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