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Netzwerk: Nokia kauft Alcatel-Lucent für 15,6 Milliarden Euro

Nokia und Alcatel-Lucent verschmelzen zu einem Unternehmen und wollen so Druck auf Huawei machen. Die Aufsichtsräte beider Firmen haben der Übernahme zugestimmt.

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Alcatel-Lucent Chef Michel Combes (links) und Nokia Chief Executive Rajeev Suri.
Alcatel-Lucent Chef Michel Combes (links) und Nokia Chief Executive Rajeev Suri. (Bild: Philippe Wojazer/ Reuters)

Nokia wird ein Angebot für den Konkurrenten Alcatel-Lucent über 15,6 Milliarden Euro in eigenen Aktien vorlegen. Der Netzwerkausrüster werde seinen Hauptsitz in Finnland behalten und eine "starke Präsenz" in Frankreich haben, teilten die Partner am 15. April 2015 mit.

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Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben dem Angebot bereits zugestimmt. Die Übernahme soll im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden. Danach werden die Alcatel-Lucent-Aktionäre 33,5 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen besitzen. Nokia-Chef Rajeev Suri wird das neue Unternehmen führen. Ein Vize-Aufsichtsratschef für Nokia wird von Alcatel-Lucent benannt werden. Nokia hatte Ende vergangenen Jahres 54.600 Beschäftigte im Netzwerk-Bereich, Alcatel-Lucent hatte rund 50.000 Mitarbeiter. Das dürfte sich durch kommende Entlassungswellen ändern.

Die Unternehmen hatten nach Medienberichten zuvor bereits Gespräche über einen Zusammenschluss bestätigt. Bei den Berichten ging es jedoch nur um eine Übernahme der Mobilfunksparte von Alcatel-Lucent. Seit Januar 2015 fänden Treffen auf Managementebene und von Alcatel-Lucent Chef Michel Combes und Nokia Chief Executive Rajeev Suri statt. Frankreichs Präsident François Hollande hatte sich am 14. April kurzfristig mit Suri und Combes getroffen. Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Es ist ein guter Deal für Alcatel-Lucent, weil es ein Deal für die Zukunft ist". Das Unternehmen könne gegen die wachsende Konkurrenz chinesischer Anbieter nicht allein bestehen.

Marktführer sind Huawei und Ericsson

Nokia und Alcatel-Lucent konkurrieren mit den beiden Marktführern, dem chinesischen Konzern Huawei und Ericsson aus Schweden. Nokia-Chef Rajeev Suri hatte früher wegen des hohen Konkurrenzdrucks, offenbar besonders durch Huawei, eine Konsolidierung der Branche angekündigt.

Alcatel-Lucent ist aus einem Zusammenschluss der französischen Alcatel mit Lucent Technologies aus den USA entstanden. Alcatel ist traditionell relativ stark in Nordamerika, eine Region, in der Nokia erst kürzlich begonnen hat, durch Verträge mit Sprint einen größeren Marktanteil aufzubauen. "Wir werden eine starke Präsenz in allen Teilen der Welt haben, darunter auch führende Positionen in den Vereinigten Staaten und China", sagte Suri über die Fusion.

Nokia ist nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft hauptsächlich ein Netzwerkausrüster. Der Konzern bestätigte heute auch, dass alle Optionen für seinen Kartendienst Here geprüft werden. Nach unbestätigten Medienberichten gab es bereits Gespräche mit Uber und Interesse einer Gruppe deutscher Autohersteller.



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