Suche
Anzeige

Alternative DANE

Oftmals wird das DANE-Protokoll als mögliche Alternative zum System der Zertifizierungsstellen ins Gespräch gebracht. DANE sichert die Echtheit von Zertifikaten über DNS-Einträge ab, die wiederum mit DNSSEC signiert sind. Doch bei DANE gibt es noch sehr viele Fragezeichen. Zunächst einmal ist es so, dass DNSSEC seit vielen Jahren propagiert wird, aber praktisch eingesetzt wird es nahezu überhaupt nicht.

Anzeige

Viele Fragen beim praktischen Einsatz von DANE sind zudem völlig ungeklärt. Die Verifikation der DNSSEC-Signaturen wird von einem DNS-Resolver durchgeführt. Doch DNS-Resolver werden bisher in aller Regel nur von Providern betrieben und nicht von Nutzern. Die Abfrage der DNS-Resolver findet weiterhin ungeschützt statt.

Damit DANE sinnvoll funktioniert, müssten Nutzer eigene DNS-Server betreiben. Wie das passieren soll, ist bislang völlig unklar. Man könnte versuchen, alle Hersteller von Betriebssystemen dazu zu bringen, standardmäßig DNS-Server zu installieren, die die DNSSEC-Prüfung übernehmen. Doch das erscheint kaum realistisch. Eine Alternative wäre, dass Webbrowser einen eigenen DNS-Resolver betreiben. Es gibt einige Browserplugins, die so arbeiten. Im Moment arbeitet aber kein großer Browserhersteller daran, eine solche Funktion zu integrieren.

Zudem: Auch bei DNSSEC stellt sich die Frage, wem man hier eigentlich vertraut. Zwar ist es sicher ein Fortschritt, statt Hunderten Zertifizierungsstellen nur noch einer Stelle, beispielsweise der DeNIC, zu vertrauen. Aber auch hier sind natürlich Interventionen von Geheimdiensten nicht auszuschließen, und Systeme wie Key Pinning oder Certificate Transparency wären weiterhin sinnvoll.

Möglicherweise wird DANE irgendwann etwas zur Absicherung von HTTPS-Verbindungen beitragen, aber dafür muss noch viel passieren. Im Moment ist es zumindest bei HTTPS-Verbindungen nahezu nutzlos. Realistischerweise hat DANE eher dort eine Zukunft, wo bisher Zertifikate überhaupt nicht geprüft werden, beispielsweise bei SMTP-Verbindungen zwischen Servern.

  1. Die wirklichen Gründe: Inhalte von Drittanbietern
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5