Abo
  • Services:
Anzeige
Das Netz ist auf dem Weg zu HTTPS für alle Webseiten.
Das Netz ist auf dem Weg zu HTTPS für alle Webseiten. (Bild: Screenshot / bearbeitet: Hanno Böck)

Mythos: Die Zertifizierungsstellen geben alle privaten Schlüssel an Geheimdienste weiter

Anzeige

Einige Zertifizierungsstellen bieten eine Funktion an, bei der die Zertifizierungsstelle den privaten Schlüssel für ein HTTPS-Zertifikat erstellt. Diese Funktion ist umstritten, insbesondere StartSSL steht dafür immer wieder in der Kritik.

Allerdings: Kein Kunde wird zur Nutzung dieser Funktion gezwungen, auch wenn dies immer wieder fälschlicherweise behauptet wird. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, selbst einen privaten Schlüssel und ein sogenanntes CSR (Certificate signing request) zu erstellen und dieses von der Zertifizierungsstelle signieren zu lassen. Dann kann man sich auch sicher sein, dass der private Schlüssel nicht in fremde Hände gelangt.

Mythos: Es ist wichtig, dass ich das Zertifikat bei einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle erhalte

Aus Sicherheitsgründen ist es völlig egal, von welcher Zertifizierungsstelle man sein Zertifikat erhält. Manche Webseitenbetreiber haben in der Vergangenheit damit geworben, dass sie Zertifikate von einem europäischen Anbieter erwerben, weil sie US-Anbietern nicht trauen. Solche Aussagen zeigen nur, dass die Personen offenbar nicht wissen, wie das Zertifikatssystem funktioniert.

Im Browser sind in der Regel alle Zertifizierungsstellen gleichberechtigt (es gibt wenige Ausnahmen). Wer sein Zertifikat von einer besonders vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle erhält, kann weiterhin von einer der vielen anderen angegriffen werden.

Mythos: Das System der Zertifizierungsstellen ist korrupt, daher ist HTTPS nutzlos

Zunächst einmal ist es richtig, dass es viel bereichtigte Kritik an der Arbeit der Zertifizierungsstellen gibt. Viele wurden in der Vergangenheit gehackt, und es wurden Zertifikate durch unauthorisierte Dritte ausgestellt. Dafür stehen beispielsweise die Namen Comodo, Türktrust und Diginotar. Das grundsätzliche Problem des ganzen Systems ist, dass eine einzige kompromittierte Zertifizierungsstelle ausreicht, um jede beliebige Webseite anzugreifen. Viele Zertifizierungsstellen befinden sich in den USA und sind vermutlich verpflichtet, der NSA bei Bedarf zu helfen.

Daraus zu schließen, dass HTTPS komplett nutzlos ist, würde jedoch weit über das Ziel hinausschießen. Selbst wenn die NSA in der Lage wäre, alle HTTPS-Verbindungen anzugreifen, würde die Technologie Nutzer immer noch in vielen Szenarien schützen. Denn auch wenn Zertifizierungsstellen von Geheimdiensten kompromittiert werden können: Für einfache Kriminelle, die beispielsweise Zugangsdaten zu Mailaccounts mitlesen wollen, um sie für Spamangriffe zu missbrauchen, ist dies vermutlich eine nicht zu überwindende Hürde.

Viel wichtiger ist aber folgendes: In Folge der diversen Skandale um Zertifizierungsstellen wurden inzwischen Technologien entwickelt, die die Nutzung kompromittierter Zertifikate zwar nicht in allen Fällen ausschließen, aber doch enorm erschweren. Dazu gehört die Funktion HTTP Public Key Pinning (HPKP), mit der ein Seitenbetreiber bestimmte Keys im Browser des Nutzers für einen definierten Zeitraum festlegen kann. Das System Certificate Transparency sorgt außerdem dafür, dass es erschwert wird, die Fälschung von Zertifikaten zu vertuschen. Diese werden von Log-Servern in einem kryptographisch abgesicherten Log gespeichert.

 Mythos: HTTPS ist viel zu langsamAlternative DANE 

eye home zur Startseite
kinjo 14. Jan 2017

Ich habe err_ssl_protocol_error Problem in meinem PC

hjp 22. Dez 2014

Als ich das vor einiger Zeit bei StartSSL probiert habe, ging das ebenfalls über ein...

hjp 22. Dez 2014

Der Schlüssel wird bei dem von mir beschriebenen Verfahren eben nicht von der CA...

spiderbit 19. Dez 2014

naja 1. wird der key automatisch erzeugt 2. ist die aufnahme der ausname ein y enter...

HubertHans 19. Dez 2014

Ich glaube du hast es nicht richtig gelesen und bist den Uebertreibungen aufgesessen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ENERTRAG Aktiengesellschaft, Dauerthal, Berlin, Edemissen
  2. operational services GmbH & Co. KG, Braunschweig, Berlin
  3. operational services GmbH & Co. KG, Nürnberg
  4. Sagemcom Fröschl GmbH, Walderbach (zwischen Cham und Regensburg)


Anzeige
Top-Angebote
  1. 169,00€ (Vergleichspreis 214€)
  2. 3,36€ (Amazon Plus Produkt: Mindesteinkauf 20€)
  3. 485,00€ (Vergleichspreis 529€)

Folgen Sie uns
       


  1. Wemo

    Belkin erweitert Smart-Home-System um Homekit-Bridge

  2. Digital Paper DPT-RP1

    Sonys neuer E-Paper-Notizblock wird 700 US-Dollar kosten

  3. USB Typ C Alternate Mode

    Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

  4. Sphero Lightning McQueen

    Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

  5. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  6. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  7. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  8. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  9. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  10. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

  1. Re: Gutes Konzept... schrottiges OS, und dann 4000¤

    forenuser | 22:22

  2. Re: War Huawei nicht auch mal ein Billig-"China...

    ckerazor | 21:59

  3. Meine Gedanken

    bombinho | 21:55

  4. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    __destruct() | 21:51

  5. Re: USB C Buchsen - Erfahrungen mit der Haltbarkeit ?

    MarioWario | 21:41


  1. 18:10

  2. 10:10

  3. 09:59

  4. 09:00

  5. 18:58

  6. 18:20

  7. 17:59

  8. 17:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel