Abo
  • Services:

Netzsperren in Großbritannien: Pornofilter sperren ein Fünftel der beliebtesten Websites

Nicht nur Pornos, sondern auch soziale Netzwerke und beliebige andere Angebote werden von den britischen Netzsperren erfasst. Dies zeigt die Untersuchung eines neuen Onlinetools, mit dem vorab geprüft werden kann, welche Sites von welchem Provider blockiert werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Premierminister David Cameron
Premierminister David Cameron (Bild: Oli Scarff/WPA Pool/Getty Images)

Die britische Bürgerrechtsorganisation Open Rights Group (ORG) hat auf der Site 'Blocked' ein Angebot freigeschaltet, mit dem die seit Anfang 2014 für UK-Provider verpflichtenden Pornofilter geprüft werden können. Wenn der Nutzer dort die Adresse einer Webseite eingibt, prüfen die Server der ORG, welcher Provider das Angebot sperrt und welcher nicht. Auch ob eine Site früher blockiert wurde und wann das zuletzt der Fall war, gibt das Tool aus.

Stellenmarkt
  1. TeamBank AG, Nürnberg
  2. tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH, Reutlingen

Die ORG hat die Tests zunächst selbst durchgeführt und vor einigen Tagen für die Allgemeinheit freigeschaltet. Jeder Internetnutzer kann dort URLs eingeben. Die bisherigen Ergebnisse zeigen laut einem Bericht von Torrentfreak, dass die Filter weit mehr herausfiltern als sie sollen. Von den 100 weltweit am meisten aufgerufenen Webseiten sind laut dem Analysedienst Alexa nur vier Prozent pornografische Angebote. Die britischen Filter sperren aber 20 Prozent der Online-Top-100. Insgesamt werden derzeit über 23.000 Webseiten blockiert.

Pornofilter sperrt Reddit und Linuxtracker

Darunter waren zeitweise auch Angebote wie der Nachrichtenaggregator Reddit und Open-Source-Webseiten wie Linuxtracker. Letztere Site wurde zeitweise ebenso wie das redaktionelle Angebot Torrentfreak gesperrt, weil sie angeblich direktes Filesharing ermöglicht. Das allein zeigt schon, dass es bei den unter dem Vorwand des Jugendschutzes eingeführten Filtern generell um missliebige Online-Angebote gehe, meint Torrentfreak.

Dass auch andere harmlose Seiten, wie die der Selbsthilfeorganisationen für Opfer sexualisierter Gewalt gesperrt wurden, fiel schon im Januar 2014 auf. Wie die Filter genau erstellt werden und ob dabei - was offensichlich sehr wahrscheinlich ist - auch Wortlisten verwendet werden, geben die britische Regierung und die Provider nicht bekannt.

Der ORG geht es bei der Erfassung der gesperrten Sites vor allem darum zu zeigen, dass solche Filter technisch schlecht gemachte Lösungen sind, die nur wenig Schutz bieten. Mit Bezug auf die britische Bevölkerung meint Jim Killock: "Wenn die Leute meinen, sie brauchen die Filter, dann ist das ihr gutes Recht. Aber sie sollten wissen, dass sie sehr fehlerhafte Technik verwenden, die sie nicht besonders gut schützt, sondern ihnen sehr wahrscheinlich Probleme macht. Kurz gesagt sind sie ziemlicher Müll."

Sämtliche britischen Provider müssen die Filter seit Anfang des Jahres 2014 standardmäßig für jeden Online-Zugang einschalten. Dessen Inhaber kann sie im Verfahren des Opt-Out wieder ausschalten, muss dies seinem Provider aber selbst mitteilen. Auch wenn die Filter zum Schutz einer Familie generell eingeschaltet sind, können einzelne fehlerhaft gesperrte Sites ausgenommen werden, dazu muss der Nutzer sich aber wiederum an seinen Provider wenden. Dafür gibt es zudem kein einheitliches Verfahren, die ORG hat die möglichen Wege mit Direktlinks auf einer eigenen Seite aufgeführt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Garius 07. Jul 2014

Das Problem darf doch nicht sein, Jugendliche von jedwedem Porn abzutrennen. Wenn der...

Yes!Yes!Yes! 07. Jul 2014

Von den 100 sind 4 von 100... Geiles Deutsch. :)

Yes!Yes!Yes! 07. Jul 2014

Sollen doch alles "gewählte Volksvertreter" sein...

Prinzeumel 05. Jul 2014

Der pornofilter filtert nicht nur pornos? Na wer hätte das gedacht. xD

Captain 05. Jul 2014

Obrigkeitshörige Inselaffen, denen fällt garnicht ein oder auf, anders zu denken, wird...


Folgen Sie uns
       


Vier drahtlose Gaming-Headsets im Test

Zu oft stolpert Golem.de beim Spielen über nervende Kabel. Deshalb testen wir vier Headsets, die auf Kabel verzichten, aber sehr unterschiedlich sind. Von vibrierenden Motoren bis zu ungewöhnlich gutem Sound ist alles dabei. Wir haben auch einen Favoriten.

Vier drahtlose Gaming-Headsets im Test Video aufrufen
Yuneec H520: 3D-Modell aus der Drohne
Yuneec H520
3D-Modell aus der Drohne

Multikopter werden zunehmend auch kommerziell verwendet. Vor allem machen die Drohnen Luftbilder und Inspektionsflüge und vermessen. Wir haben in der Praxis getestet, wie gut das mit dem Yuneec H520 funktioniert.
Von Dirk Koller


    Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
    Autonome Schiffe
    Und abends geht der Kapitän nach Hause

    Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
    2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
    3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

    IT: Frauen, die programmieren und Bier trinken
    IT
    Frauen, die programmieren und Bier trinken

    Fest angestellte Informatiker sind oft froh, nach Feierabend nicht schon wieder in ein Get-together zu müssen. Doch was ist, wenn man kein Team hat und sich selbst Programmieren beibringt? Women Who Code veranstaltet Programmierabende für Frauen, denen es so geht. Golem.de war dort.
    Von Maja Hoock

    1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
    2. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
    3. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp

      •  /