Netzsperren: Hollywood plante offenbar Rufmordkampagne gegen Google

Im Kampf gegen die Verlinkung auf urheberrechtlich geschütztes Material durch Google hat die US-amerikanische Filmindustrie offenbar dubiose Methoden in Erwägung gezogen. Dies geht aus mehreren Dokumenten(öffnet im neuen Fenster) hervor, die der Suchmaschinenkonzern vor einem Bundesgericht in New York vorgelegt hat. Demnach plante die Motion Picture Association of America (MPAA) in Zusammenarbeit mit dem Generalstaatsanwalt von Mississippi, Jim Hood, eine koordinierte Medienkampagne gegen den Konzern.
So sollte in der renommierten Wirtschaftszeitung Wall Street Journal ein Kommentar lanciert werden, der vor Kursverlusten der Google-Aktie durch "permanente Attacken durch die Generalstaatsanwaltschaften" warnt. Das Blatt gehört zu Rupert Murdochs Medienkonzern Newscorp. Zudem sollte die Today Show, die über NBCUniversal zum Kabelnetzbetreiber Comcast gehört, eingespannt werden. Um die Kampagne zu fahren, sollte eine besondere PR-Firma engagiert werden. Diese sollte über eine gemeinnützige Einrichtung finanziert werden, die sich mit Themen rund um geistiges Eigentum beschäftigt.
Die Veröffentlichung der Dokumente steht im Zusammenhang mit einer Klage Googles gegen Hood. Dieser soll von der MPAA instrumentalisiert worden sein, um Netzsperren und Internetfilter durchsetzen zu können. Im Dezember war nach dem Hack von Sony Pictures bekanntgeworden, dass die Filmwirtschaft die Generalstaatsanwälte einiger US-Bundesstaaten mit rund 585.000 bis 1,175 Millionen US-Dollar unterstützen wollte . Google warf Hood anschließend vor, seine Behörde für eine ungesetzliche Kampagne missbraucht zu haben(öffnet im neuen Fenster) .
Dabei ging es jedoch nicht um geschützte Filme, sondern um Suchergebnisse zum Verkauf illegaler Drogen oder gefälschter Medikamente(öffnet im neuen Fenster) .
Die Filmwirtschaft hatte im Jahr 2012 den Kampf um das Internetgesetz Sopa verloren. Auch Google hatte sich damals an den Protesten beteiligt .