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Netzneutralität: Warum die Telekom mit Stream On noch scheitern könnte

Die Bundesnetzagentur hat das Zero Rating der Deutschen Telekom prinzipiell erlaubt. Doch die Auflagen für Stream On sind alles andere als triviale Details. Auch Vodafone könnte Probleme bekommen.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Das Zero-Rating-Angebot könnte für die Telekom sehr teuer werden.
Das Zero-Rating-Angebot könnte für die Telekom sehr teuer werden. (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)

Der Aufschrei unter Netzaktivisten war groß, als die Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche den Stream-On-Tarif der Deutschen Telekom prinzipiell genehmigt hat. Die Genehmigung sei ein "schwerer Schlag gegen die Netzneutralität", hieß es auf Netzpolitik.org. Abgesehen davon, dass die Bonner Regulierungsbehörde auf Basis der Berec-Richtlinien kaum anders entscheiden konnte, sind die bislang bekanntgewordenen Auflagen in ihrer Kombination von einer Qualität, die das Geschäftsmodell von sogenannten Zero-Rating-Angeboten stark erschweren könnten. Die kostenlose Datendurchleitung für die Kunden könnte für die Provider selbst zum großen Kostenfaktor werden. Und eine Abschaffung von Stream On zum großen Ärgernis für die Kunden.

Inhalt:
  1. Netzneutralität: Warum die Telekom mit Stream On noch scheitern könnte
  2. Wegfall bedeutet kein Recht auf Sonderkündigung

So hat die Bundesnetzagentur der Deutschen Telekom untersagt, in ihrem Tarif L die Datenübertragungsrate beim Videostreaming zu reduzieren. Zudem muss das Angebot nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU zur Verfügung stehen. Damit kann der Datentraffic der Stream-On-Nutzer zum einen deutlich größer werden als von der Telekom kalkuliert, zum anderen darf die Telekom im Ausland diesen größeren Traffic nun nicht mehr auf Kosten des Nutzers abrechnen und müsste ihn selbst bezahlen.

Vodafone hat ähnliches Konzept

Das gilt auch für das Konkurrenzangebot von Vodafone, den Vodafone Pass. In den entsprechenden FAQ heißt es bislang: "Der Vodafone Pass gilt nur für die Nutzung in Deutschland. Wenn Sie im Ausland die Partner-Apps nutzen, verbrauchen Sie ganz normal das Datenvolumen Ihres Tarifs."

Kein Wunder, dass die Telekom ankündigte, den Bescheid der Bundesnetzagentur genau zu prüfen. Bis Ende dieser Woche muss sie darauf reagieren. Da die Regulierungsbehörde ihre Entscheidung nicht veröffentlicht hat, ist nicht ganz klar, auf welcher Grundlage sie argumentiert. Die Telekom wollte auf Nachfrage von Golem.de ebenfalls keine Details nennen. Vermutlich beruft sich die Bundesnetzagentur auf Artikel 3 der EU-Verordnung zum digitalen Binnenmarkt. Demnach dürfen Verkehrsmanagementmaßnahmen "nicht auf kommerziellen Erwägungen, sondern auf objektiv unterschiedlichen technischen Anforderungen an die Dienstqualität bestimmter Datenverkehrskategorien beruhen".

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Dass hinter der Drosselung beim Tarif L nur kommerzielle Gründe stecken, ist offensichtlich. Schließlich wird bei der teureren Option Music & Video Max ein Streaming in HD-Qualität angeboten. Auch beim Zero Rating gilt daher der Grundsatz der Netzneutralität, wonach gleicher Traffic nicht unterschiedlich behandelt werden darf.

HD-Video kostet Provider richtig Geld

Mit den höheren Übertragungsraten in HD-Qualität wird sich für die Telekom der Traffic im Mobilfunknetz entsprechend erhöhen. Netflix empfiehlt beispielsweise fünf MBit/s für Videos in HD-Qualität. Das wäre dreimal so viel wie bei der DVD-Qualität (1,7 Mbit/s), die bislang im Tarif L ausgeliefert wird. Wenn die Nutzer im Urlaub intensiv Videos streamen, wird das für Telekom und Vodafone richtig teuer.

Ein 90-minütiger Film in HD-Qualität benötigt bei fünf MBit/s ein Datenvolumen von 3,375 GByte. Bei einem Großhandelstarif von derzeit 7,70 Euro pro Gigabyte würde das einen Provider 26 Euro kosten. Da wäre es billiger, den Kunden im Urlaub Kinogutscheine zu spendieren.

Wegfall bedeutet kein Recht auf Sonderkündigung 
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Matty194 19. Okt 2017

Dann hast du (Monatspreis/Großhandelspreis)*2 GB pro Monat. Je nachdem ob dein Anbieter...

blubberer 19. Okt 2017

Pauschal stimmt das nicht. Das stimmt. Ich glaube den Wortlaut der Fernsehwerbung noch im...

Labbm 19. Okt 2017

Das seh ich ganz anders. Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, andere...

G-Tech 19. Okt 2017

Das, glaube ich, wissen wir alle nicht wirklich. Die Anwälte der Telekom sicherlich...

Anonymer Nutzer 18. Okt 2017

Der Artikel ist leider sehr "Pro" und beachtet die Realität nicht. Ich bin täglicher Bus...


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