Netzneutralität: Verbraucherschützer wollen Verbot von Stream On der Telekom

Die Verbraucherzentrale will ein Verbot für das Zero-Rating-Angebot der Telekom. Besser sei es, Tarife anzubieten, die ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen.

Artikel veröffentlicht am ,
Telekom hat Stream On am 19. April gestartet.
Telekom hat Stream On am 19. April gestartet. (Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) verstößt der Stream-On-Tarif der Deutschen Telekom gegen die Regeln der Netzneutralität. Das gaben Verbraucherschützer am 26. Mai 2017 bekannt. Der VZBV fordert die Bundesnetzagentur daher auf, das Angebot zu verbieten.

Stellenmarkt
  1. Facharchitektur-Analystin / Analyst (m/w/d)
    Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  2. IT-Koordination (dezentral) (w/m/d)
    Phoenix Beschäftigung und Bildung e.G., Einsatzgebiet Raum Baden-Württemberg (Home-Office)
Detailsuche

"Es verringert auf lange Sicht die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streamingdiensten, führt zu höheren Mobilfunkpreisen und wirkt sich negativ auf Innovationen aus. Daher sollte die Bundesnetzagentur das Angebot verbieten", sagte Florian Glatzner, Medienexperte beim VZBV. Die Option sei zwar kostenlos, führe aber dazu, dass die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter und nicht nur die der Partnerunternehmen reduziert werde, solange die Option aktiviert ist.

Das Stream-On-Angebot der Telekom bedeute langfristig, dass sich kleinere Streaminganbieter nicht am Markt behaupten können. Denn der Anmeldeprozess für Partnerdienste im Stream-On-Tarif biete für kleinere ausländische sowie europäische Streaminganbieter administrative, finanzielle und sprachliche Hürden. Für Verbraucher werde dadurch in Zukunft die Wahlfreiheit eingeschränkt.

Telekom: Es gibt keine Diskriminierung

Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte Golem.de auf Anfrage: "Die Telekom steht für das offene und freie Internet, und wir halten uns an die Regeln zur Netzneutralität, wie sie die EU definiert hat. Bei Stream On ist entscheidend: Jeder Anbieter von Musik- oder Videostreaming kann bei uns Partner werden, und die Partner müssen uns auch nicht bezahlen. Es gibt keine Diskriminierung."

Das Stream-On-Angebot der Telekom wirke sich laut VZBV außerdem negativ auf Innovationen aus, denn die Telekom nehme nur Unternehmen in das Angebot auf, die festgelegte technische Voraussetzungen erfüllen. Andere technische Lösungen würden damit benachteiligt.

"Grundsätzlich wären Tarife wünschenswert, die von vornherein ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen", betonte Glatzner. Zero-Rating-Angebote stünden dem eher entgegen, denn sie machten teure Angebote mit begrenztem Datenvolumen attraktiver.

Mit Zero-Rating-Angeboten können Mobilfunkanbieter festlegen, dass die Nutzung bestimmte Dienste, etwa Video- oder Audiostreams, nicht auf das Datenvolumen der Kunden angerechnet wird. Ein solches Angebot bietet die Telekom seit dem 4. April 2017 als Stream On an. Die Zusatzoption können Kunden mit höherpreisigen Verträgen optional hinzubuchen. Das verbrauchte Datenvolumen von Partnerunternehmen der Telekom wird dann nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet. Das Angebot ist bei den Kunden sehr beliebt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Glasfaser
Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie

Der Berliner Senat ist nach Jahren aus dem Dämmerzustand hochgeschreckt und hat nun eine Gigabitstrategie. Warum haben sie nicht einfach geschwiegen?
Ein IMHO von Achim Sawall

Glasfaser: Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie
Artikel
  1. Selbständige: Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung
    Selbständige
    Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung

    Vodafone wird seine Preise in neuen Tarifen für Selbständige nach 24 Monaten nicht mehr anheben.

  2. Gorillas-Chef: Entlassungen sind im Interesse der Community
    Gorillas-Chef
    Entlassungen sind "im Interesse der Community"

    Der Chef des Gorillas-Lieferdienstes rechtfertigt die Kündigung eines Arbeiters. Eine Fahrerin mit blauen Flecken am Rücken bewertet das anders.

  3. Coronapandemie: Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren
    Coronapandemie
    Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren

    Um weite Arbeitswege und Verspätungen zu vermeiden, hatten es sich einige Microsoft-Mitarbeiter in den eigenen Rechenzentren bequem gemacht.

Gladius 29. Mai 2017

zum Vergleich bitte mal die call & surf via Funk-Tarife heranziehen... unverschämt!

My1 29. Mai 2017

oder ist Musik/videostreaming von zuhause so ein problem?

slead 29. Mai 2017

dem stimme ich zu, nichts gegen e-plus, aber so rosig war der service von denen nicht...

Spaghetticode 29. Mai 2017

Ja klar, Zero-Rating tangiert die Netzneutralität, weil die Netzneutralität durch Zero...

TodesBrote 28. Mai 2017

Leider waren die Einsamen Inseln im Meer und die Atomschutzbunker im Berg ausverkauft...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Rainbow Six Extraction Limited PS5 69,99€ • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Snakebyte Gaming Seat Evo 149,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /