Abo
  • Services:

Netzneutralität: US-Provider blockiert verschlüsselte E-Mails

Ein bislang unbekannter Mobilfunkprovider in den USA blockiert verschlüsselte Verbindungen zu E-Mail-Servern, indem er die Verbindungsdaten manipuliert - mit Hilfe von Deep Packet Inspection.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein US-Mobilfunkprovider verhindert einen verschlüsselten Verbindungsaufbau durch Paketmanipulation.
Ein US-Mobilfunkprovider verhindert einen verschlüsselten Verbindungsaufbau durch Paketmanipulation. (Bild: Golden Frog)

Einer Eingabe bei der US-Regulierungsbehörde FCC zufolge, blockiert ein US-Mobilfunkprovider den Aufbau einer verschlüsselten E-Mail-Verbindung, indem er die Daten manipuliert. Ob es sich dabei um einen Einzelfall handelt, ist zwar unklar, allerdings gibt es keine verbindliche Grundlage, dies zu verhindern. Denn für Mobilfunkprovider gelten in den USA bislang andere Regeln als für Festnetzprovider - und auch diese sind nicht eindeutig.

Stellenmarkt
  1. ERWIN HYMER GROUP AG & Co. KG, Bad Waldsee
  2. CRM Partners AG, München, Frankfurt am Main

Die Eingabe stammt vom VPN-Anbieter Golden Frog. Dessen Techniker hatten eine Verbindung zu einem E-Mail-Server per Telnet initiiert, der nachweislich STARTTLS unterstützt. Beim Versuch, eine verschlüsselte Verbindung über den nicht benannten Mobilfunkprovider aufzubauen, entdeckten die Techniker, dass die darüber versendeten Pakete manipuliert wurden.

Datenpakete überschrieben

Zunächst sei der SMTP-Banner des E-Mail-Servers überschrieben worden. Danach sei auch die Antwort des E-Mail-Servers an den Client manipuliert worden, indem die Verschlüsselung per STARTTLS durch den Server bestätigt wird. Somit geht der Client dann davon aus, dass der Server keine Verschlüsselung unterstützt. Versucht der Client dennoch, eine STARTTLS-Verbindung aufzubauen, wird auch dieser Befehl überschrieben und die Verbindung wird abgebrochen.

Ob es sich um einen Einzelfall handelt, geht aus der Eingabe nicht hervor. Golden Frog spricht jedoch von einem Mobilfunkprovider. Somit wären sämtliche Benutzer betroffen, die diesen nutzen. Solche Eingriffe sind nur möglich, wenn der Provider Deep Packet Inspection verwendet, um einen verschlüsselten Verbindungsaufbau zu erkennen. Für Mobilfunkbetreiber, die auch VoIP-Verbindungen verhindern wollen, gelten in den USA bisher nicht die gleichen Regelungen wie für Festnetzprovider. Gegenwärtig diskutiert die FCC, ob sie ein entsprechendes Regelwerk erstellen soll.

Verschlüsselung verhindert

In seiner Eingabe betont Golden Frog, dass der Mobilfunkprovider in diesem Fall sogar die Verschlüsselung verhindere, die die Privatsphäre von Anwendern schützen sollte. Selbst die Regeln für Festnetzprovider seien nicht so eindeutig formuliert, dass solche Manipulationen auszuschließen sind.

Gegenwärtig diskutieren Gesetzgeber und Bürgerrechtler in den USA über das Cisa-Gesetz (Cybersecurity Information Sharing Act of 2014). Demnach fehlt in der neuen Gesetzesvorlage eine Klausel, wonach eine großzügige Auslegung der Begriffe Cyberbedrohung oder Gegenmaßnahmen in Cisa die Regelungen zur Netzneutralität nicht verändern dürften.

Netzneutralität gefährdet

Dies könne dazu führen, dass der hohe Datentraffic von Nutzern des Streamingportals Netflix als "Gefahr" für die Verfügbarkeit anderer Informationen gesehen werde, sagte Greg Nojeim, Jurist beim Center for Democracy and Technology, dem Portal vice.com. Internet-Provider könnten damit die Daten von Netflix drosseln und die Regelungen zur Netzneutralität der US-Regulierungsbehörde FCC umgehen.

Golden Frog hatte bereits im Juli 2014 über einen Fall berichtet, bei dem ein Anwender feststellte, dass der US-Provider Verizon die Bandbreite einer Netflix-Verbindung drosselte. Baute er die Verbindung über ein VPN auf, erhielt er plötzlich Streaming-Inhalte ohne Ausfälle. US-Provider begründen ihre Drosselungen unter anderem damit, dass Netflix zu viel Bandbreite in Anspruch nehme und somit die Netzneutralität für andere Dienste gefährde. Ebenso könnten ISPs damit argumentieren, dass der verschlüsselte Datenverkehr zu viel Bandbreite koste, resümiert die Webseite Techdirt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 199€ (Vergleichspreis 265,99€)
  2. 269€ (Vergleichspreis 319€)HP Pavilion 32
  3. 3,82€

OxKing 17. Okt 2014

Ganz einfach: Es werden nicht einfach alle IPPakete neutral weitergeleitet sondern...

tingelchen 16. Okt 2014

Nun ja... gerade STARTLS ist so konzipiert das es parallel zu normalen SMTP läuft. Darum...

tingelchen 16. Okt 2014

Mit Bashing hat das wenig zu tun, wenn es sich um reale Gesetze handelt. Natürlich sollte...

TheAerouge 16. Okt 2014

Botox und Koks

GProfi 16. Okt 2014

Ähnliches habe ich auch schon bei der Swisscom erlebt. Dort wird das Ganze als SPAM...


Folgen Sie uns
       


Dell XPS 13 (9370) - Fazit

Dells neues XPS 13 ist noch dünner als der Vorgänger. Der Nachteil: Es muss auf USB-A und einen SD-Kartenleser verzichtet werden. Auch das spiegelnde Display nervt uns im Test. Gut ist das Notebook trotzdem.

Dell XPS 13 (9370) - Fazit Video aufrufen
Patscherkofel: Gondelbahn mit Sicherheitslücken
Patscherkofel
Gondelbahn mit Sicherheitslücken

Die Steuerungsanlage der neuen Gondelbahn am Innsbrucker Patscherkofel ist ohne Sicherheitsmaßnahmen im Netz zu finden gewesen. Ein Angreifer hätte die Bahn aus der Ferne übernehmen können - trotzdem beschwichtigt der Hersteller.
Von Hauke Gierow

  1. Hamburg Sensoren melden freie Parkplätze
  2. Edge Computing Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  3. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Ancestors Legacy angespielt: Mittelalter für Echtzeit-Strategen
Ancestors Legacy angespielt
Mittelalter für Echtzeit-Strategen

Historisch mehr oder weniger akkurate Spiele sind angesagt, nach Assassin's Creed Origins und Kingdom Come Deliverance will nun auch Ancestors Legacy mit Geschichte punkten. Golem.de hat eine Beta des im Mittelalter angesiedelten Strategiespiels ausprobiert.

  1. Into the Breach im Test Strategiespaß im Quadrat

    •  /