• IT-Karriere:
  • Services:

Netzneutralität: Netflix warnt vor "Willkürgebühr" durch Provider

Netflix-Chef Hastings fordert eine "starke Netzneutralität", damit Streamingdaten seine Kunden in hoher Qualität erreichen. Für bessere Interconnection sollten nur Provider zahlen.

Artikel veröffentlicht am ,
Hat ein eigenwilliges Verständnis von Netzneutralität: Netflix-Chef Hastings.
Hat ein eigenwilliges Verständnis von Netzneutralität: Netflix-Chef Hastings. (Bild: Fred Prouser/Reuters)

Netflix-Chef Reed Hastings will die Provider auf Dauer nicht für eine bessere Streamingqualität bezahlen. In einem ausführlichen Blogbeitrag forderte der Chef des Videoportals eine "starke Netzneutralität", damit Kabelnetzbetreiber wie Comcast oder AT&T die Vorlieben ihrer Kunden nicht "einschränken, beeinflussen oder sich auf andere Weise darin einmischen". Nach Ansicht des Netflix-Chefs verhindert eine starke Netzneutralität, dass die Serviceprovider eine "Mautgebühr für Verbindungen mit Diensten wie Netflix, Youtube oder Skype oder Vermittlern wie Cogent, Akamai oder Level 3 verlangen, um die von den Kabelnetzkunden gewünschten Dienste und Daten zu liefern".

Stellenmarkt
  1. Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin
  2. Carl Roth GmbH + Co. KG, Karlsruhe

Netflix hatte vor einigen Wochen eine Kooperation mit Comcast abgeschlossen, die den Netflix-Kunden innerhalb des Comcast-Netzes einen besseren Zugang zu den gestreamten Videos garantieren soll. Hintergrund sind Streitigkeiten zwischen den Kabelnetzanbietern und den großen Backbone- und CDN-Betreibern über Ausgleichszahlungen für Ungleichgewichte beim Datenaustausch. Da sich Comcast zudem weigerte, kostenlos mit dem Content Delivery Network (CDN) von Netflix zu peeren, sah sich das Portal offenbar gezwungen, einen kostenpflichtigen Deal einzugehen. Der Netflix-Chef warnt davor, dass auch kleinere Anbieter in Zukunft von dieser "Willkürgebühr" betroffen sein könnten.

Provider sollen Übertragungsrate immer garantieren

Hastings setzt in seinem Beitrag die Interconnection der Netzwerke mit der Netzneutralität gleich. "Einige größere ISPs, wie Cablevision, praktizieren bereits eine starke Netzneutralität und für ihre Breitbandkunden ist die Qualität von Netflix und anderen Streamingdiensten hervorragend." Mit anderen Worten: Wer sich wie Cablevision am kostenlosen Open-Connect-Programm von Netflix beteiligt, steht nach Ansicht Hastings für eine starke Netzneutralität. Dabei räumt Hastings selbst ein, dass Netflix bei Comcast keinen bevorzugten Zugang gegenüber Wettbewerbern erhält, sondern lediglich für das Peering bezahlt.

Netzneutralität ist jedoch vor allem dadurch definiert, dass der Traffic eines jeden Anbieters gleichbehandelt und bestimmte Inhalte nicht bevorzugt durchgeleitet werden. Für Streamingportale wie Netflix soll Netzneutralität laut Hastings bedeuten, dass die Provider ihren Kunden einen bestimmten Datendurchsatz in jedem Fall garantieren müssen, ganz gleich, von welchem Diensteanbieter die Daten angefordert werden. "Wenn ein ISP einem Nutzer eine Verbindung mit 10 oder 50 Mbit/s verkauft, sollte der Nutzer diese Rate auch bekommen, egal, wo die Daten herkommen."

Hastings dreht in seinem Beitrag sogar den Spieß um: "Netflix schüttet das Netz nicht mit Daten zu. Es befriedigt Bedürfnisse von Kabelnetzkunden, die viel Geld für ein schnelles Internet ausgeben. Netflix sendet erst dann Daten, wenn ein Kunde einen Spielfilm oder eine Fernsehsendung abruft." Da die Netzbetreiber Netflix nicht an ihren Umsätzen beteiligen würden, sei es auch nicht sinnvoll, dass Netflix sich an deren höheren Kosten wegen des gestiegenen Datentraffics beteiligen müsse.

In nächster Zeit werde Netflix wohl nicht vermeiden können, "widerwillig" große Netzbetreiber für einen besseren Zugang zu bezahlen, räumte Hastings ein. Aber sein Unternehmen werde weiter für ein Internet kämpfen, das die Welt brauche und verdiene.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Ryzen 7 5800X 469€)

Anonymer Nutzer 23. Mär 2014

Wie wahr wie wahr! xD Aber es ist eben nicht immer so :-)

Anonymer Nutzer 22. Mär 2014

Das wäre zu schön um wahr zu sein :-)

Anonymer Nutzer 22. Mär 2014

Weil bei einem ISP "JEDER" Kunde schon für die Leitung geblecht hat? -.-' Und die...

nille02 21. Mär 2014

Ich habe auch nichts anderes Behauptet. Hier muss man differenzieren. Netflix hat...

dabbes 21. Mär 2014

denn dank Netflix buchen die Kunden ja schnelleres Internet.


Folgen Sie uns
       


Turrican II (1991) - Golem retro_

Manfred Trenz und Chris Huelsbeck waren 1991 für uns Popstars und Turrican 2 auf C64 und Amiga ihr Greatest-Hits-Album.

Turrican II (1991) - Golem retro_ Video aufrufen
The Legend of Zelda: Das Vorbild für alle Action-Adventures
The Legend of Zelda
Das Vorbild für alle Action-Adventures

The Legend of Zelda von 1986 hat das Genre geprägt. Wir haben den 8-Bit-Klassiker erneut gespielt - und waren hin- und hergerissen.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper


    Star auf Disney+: Erstmal sollten Fehler korrigiert werden
    Star auf Disney+
    Erstmal sollten Fehler korrigiert werden

    Statt zunächst Fehler zu beheben, bringt Disney+ lieber neue Inhalte - und damit auch neue Fehler.
    Ein IMHO von Ingo Pakalski

    1. Neue Profile von Disney+ im Hands-on Gelungener PIN-Schutz und alte Fehler
    2. Netflix-Konkurrenz Disney+ noch zum günstigeren Abopreis zu bekommen
    3. Raya und der letzte Drache Zweiter VIP-Film kostet bei Disney+ 22 Euro zusätzlich

    Bundestagswahl 2021: Die Rache der Uploadfilter
    Bundestagswahl 2021
    Die Rache der Uploadfilter

    Die Bundestagswahl im September scheint immer noch weit weg zu sein. Doch gerade das Thema Corona könnte die Digitalisierung in den Mittelpunkt des Wahlkampfs rücken.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis


        •  /