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Im Netz der Zukunft rücken die Server in Antennenreichweite.
Im Netz der Zukunft rücken die Server in Antennenreichweite. (Bild: Osman Orsal/Reuters)

Spezialdienste sollen sich unterordnen

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Aus Sicht der kleinen Unternehmen wäre es natürlich besser und einfacher, wenn das Netz im kleinen Stil datenintensive Angebote ohne CDN zuverlässig transportieren könnte. Eine Gefahr besteht zudem darin, dass Kapazitätsprobleme nicht durch Netzausbau, sondern lediglich durch Priorisierung von datenintensiven Diensten behoben werden. In diesem Fall würden die Provider zwar mehr Geld einstreichen, die Nutzer nicht bevorzugter Dienste jedoch ruckende Videos sehen und mitunter länger darauf warten, bis eine Webseite vollständig geladen wird. Die Digitale Gesellschaft (Digiges) befürchtet sogar, dass sich die Spezialdienste möglichst stark vom Best-Effort-Internet unterscheiden sollen. "Je geringer die regulären Bandbreiten, umso höhere Preise können mit der Versteigerung der verbleibenden Kapazitäten unter finanzstarken Firmen erzielt werden", heißt es in einer Stellungnahme der Digiges für den Internetausschuss der Bundestags, der unlängst über das Thema diskutierte.

Um ein solches Zwei-Klassen-Internet zu vermeiden, setzt das Europäische Parlament auf "logisch getrennte Kapazitäten" zwischen dem normalen Internet und den Spezialdiensten. Das heißt, eine bestimmte Bandbreite ist immer für den Spezialdienst reserviert und kann nicht von anderen Diensten genutzt werden. Der Branchenverband Eco ist der Ansicht, dass auf diese Weise "Spezialdienste ohne die befürchteten negativen Auswirkungen in jeder Form entwickelt und betrieben werden können", wie es in einer Stellungnahme für den Internetausschuss des Bundestages heißt. Der Kommunikationsrechtler Hubertus Gersdorf von der Uni Rostock warnt in seinem Gutachten für den Bundestag dagegen vor einem "gemeinwohlschädigenden Brachliegen" knapper Übertragungskapazitäten, wenn es zu einer solchen logischen Trennung kommen sollte.

Warnung vor "vertikaler Integration"

Mit einer weiteren Einschränkung will das EU-Parlament verhindern, dass Spezialdienste im Netz überhandnehmen und das "Best-Effort-Internet" verdrängen: Demnach dürfen Provider einen Video-on-Demand-Dienst nicht unterschiedlich behandeln, ganz gleich, ob es sich um ein Spezialdienst-Abo oder um einen normalen Zugang handelt. Eine Regelung, die der Branchenverband Bitkom gerne gestrichen haben möchte, da sonst "entsprechende Innovationen nicht möglich wären". Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßt hingegen diesen Vorschlag: "Spezialdienste dürfen nicht zu viele und vor allem nicht zu viele aus dem Internet vertraute Medienangebote durch Content-Deals an sich binden", heißt es in der Stellungnahme für den Bundestag. Die vertikale Integration von Netzen und Inhalten wäre ein "Albtraum demokratischer und marktliberaler Gesellschaften", warnen die Verleger. Es reiche aus, wenn die Verlage für die Konnektivität bezahlten. Eine Überholspur für wenige Angebote würde hingegen die publizistische und ökonomische Chancengleichheit kleiner und großer Anbieter zerstören.

Wo bleiben die Innovationen?

Wie die vielen Innovationen aussehen sollen, die sich nach Ansicht der Netzbetreiber nur mit Spezialdiensten realisieren lassen, bleibt unklar. Blank spricht von "Videokonferenzen über komplexere Onlinespiele bis zu Telemedizin". Der aktuelle Vorschlag des EU-Parlaments würde Angebote wie DeutschLAN Connect L der Telekom wohl erlauben, vorausgesetzt, die priorisierte Bandbreite würde logisch von anderen Kapazitäten getrennt, wobei die Telekom getrennte Infrastrukturen für Best-Effort und Spezialdienste selbstredend "nicht sinnvoll" findet. Auch eine telemedizinische Verbindung zwischen einer deutschen und amerikanischen Klinik lässt sich laut Telekom bereits netzübergreifend realisieren. Für solche QoS-Dienste ist demnach auch keine Deep Packet Inspection (DPI) nötig. Es genügt eine Markierung der entsprechenden Datenpakete im Header, ohne die Inhalte von Datenpaketen durchsuchen zu müssen.

Bis Ende des Jahres wird der Glaubenskrieg um die Netzneutralität vorerst entschieden sein. Dann will die amerikanische Regulierungsbehörde FCC ihre Neuregelung vorgelegt haben. Auch die Europäische Union könnte bis dahin die Verordnung zum gemeinsamen Telekommunikationsmarkt beschließen. Wie stark oder wie schwach die Netzneutralität oder die Spezialdienste am Ende sein werden, ist noch nicht abzusehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Netzneutralität von heute das Netz von morgen ermöglicht.

 Internet erhält neue Architektur

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Neuro-Chef 29. Jun 2014

Für H.265/HEVC an sich gibt es bereits kostenlose Player-Software, zumindest für...

Neuro-Chef 29. Jun 2014

Das hängt aber auch immer davon ab, wie die jeweilige Anwendung misst/rechnet. 10er- und...

AgatePalim 19. Jun 2014

Das kommt darauf an wie man das Umsetzt. Die harmloseste Möglichkeit ist natürlich ein...

raphaelo00 19. Jun 2014

Immer wieder interessant wenn das Thema Netzneutralität wieder aufkocht. youtube.com...

Zwangsangemeldet 19. Jun 2014

Anstatt "Spezialdienste" würde ich auch eher "Diensteklassen" vorschlagen. Zum Beispiel...



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